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BTV Stadtforum Innsbruck - Hochwertiges Bauen als Auftrag

06.12.2006

Planen und Bauen nehmen einen hohen Stellenwert in der Unternehmenskultur der Bank für Tirol und Vorarlberg ein. Im Zweijahresrhythmus vergibt das regionale Bankinstitut den BVT-Bauherrenpreis - eine renommierte Auszeichnung für architektonisch außergewöhnliche Bauvorhaben in Tirol.

Für das vor kurzem fertig gestellte Stadtforum wurde die BTV nun als Bauherr selbst zum Preisträger. Die von den Tiroler Architekten Heinz Tesar und Johann Obermoser geplante Unternehmenszentrale ist mit dem Bauherrenpreis 2006 der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs ausgezeichnet. "Der Bauherrenpreis ist für uns Bestätigung und Ansporn, den beschrittenen Weg architektonisch hochwertiger Projekte konsequent weiterzugehen. Der städtebauliche Bezug ist dabei von entscheidender Bedeutung", zeigt sich Peter Gaugg, Direktor der BTV, zufrieden.

Einprägsame Hülle

Die Voraussetzungen zur Umsetzung eines repräsentativen Gebäudes waren aufgrund der innerstädtischen Lage denkbar schwierig. Der Bauplatz hat eine klassische Blockrandbebauung erzwungen. Die Möglichkeit, die Bedeutung des Gebäudes mit einem Solitär hervorzuheben, blieb somit verschlossen. Das ursächliche Manko der Bauwerksform konnte durch eine aufwändige Fassadengestaltung mehr als kompensiert werden. Dem Prinzip einer Lochfassade folgend hebt sich die Gebäudehülle von den konventionellen Gestaltungsvorgaben jedoch deutlich ab. Eine strikt geometrische Abfolge von quadratischen, erkerähnlich ausgestellten Panoramafenstern und kleinteiligen, in das Mauerwerk deutlich zurückversetzten Fensteröffnungen strukturiert die Gebäudehülle ab dem ersten Obergeschoß. Durch dieses Nebeneinander räumlich unterschiedlich ausgebildeter Fensterlösungen wird der weißen Hülle eine dreidimensionale Erscheinung verliehen, die eine deutlich ablesbare Unterscheidung zur umgebenden Bebauung leistet. Das Sockelgeschoß wird mit raumhohen Fensterschlitzen in Bezug und Maßstab zur Straßenzeile gesetzt. Die massive Verkleidung mit Valser Quarzit ruft Assoziationen von Stabilität und Wertbeständigkeit hervor und findet ihre konsequente Fortführung als fugenloses Oberflächenbild des ebenfalls neu gestalteten Vorplatzes. Aus dem Blickwinkel der Passanten eröffnet sich ein fließender Übergang zwischen Vorplatz und Gebäudesockel. Das Gestein erhebt sich aus der Horizontalen in die Vertikale. Der Sockelbereich erfährt dadurch eine massive Materialität - ein festes Fundament ist der bewusst kommunizierte Effekt. Im Zuge der Neugestaltung des Vorplatzbereichs wurde auf eine fachmännisch qualitativ hochwertige Ausführung großes Augenmerk gelegt. So ist der Valser Quarzit in Riemen und ohne Fugenausbildung verlegt. Der Eckbereich des neuen Stadtforums ist als turmähnlicher Baukörper gekonnt in Szene gesetzt. Die mit massiven Betonrahmen mäandrierten und stark ausgestellten Panoramafenster unterstreichen die städtebauliche Sonderstellung des Stadtforums zusätzlich. Die zentrale Erschließung des Stadtforums erfolgt über einen tief in das Mauerwerk zurückversetzten Eingangsbereich. Anleihen an die Form von Tresortüren sind bewusst gewählt.

Außergewöhnliches Raumerlebnis

Die Empfangshalle ist der unbestrittene Nukleus des neuen Stadtforums. Der Luftraum reicht bis zu einer Höhe von 20 Metern. Bestimmt wird die Halle durch das Wechselspiel aus der strengen Geometrie der verglasten Geschoßgalerien und der organischen Formgebung der gewölbten Dachkonstruktion. Die offene Galerie im vierten Obergeschoß nimmt die geschwungene Linienführung der mehrfachgewölbten Dachlandschaft auf und setzt sie in einen geschwungenen Brüstungskörper um, der sich in den Luftraum ragend extrem verjüngt. Von der Galerie aus eröffnet sich dem Besucher ein uneingeschränktes Panorama auf die Nordkette. Die einzelnen Geschoßebenen sind über eine raumhohe, von quadratischen Betonpfeilern unterteilte Verglasung in den Hallenraum orientiert - der Übergang somit fließend gestaltet. Massive, in Sichtbetonqualität ausgeführte Säulen tragen die Lasten der Dachkonstruktion ab. Im Übergangsbereich von Säule zur Decke weitet sich der Bauteil aus und gewinnt massiv an Volumen. Oberhalb des zweiten Obergeschoßes wölbt sich als raumbildendes Element ein massives Betonschild in den Raum. Bullaugenähnliche Öffnungen nehmen dem Bauteil ein stückweites Volumen und ermöglichen eine natürliche Belichtung.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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