Direkt zum Inhalt
Auf Österreichs Baustellen darf unter bestimmten Voraussetzungen nach wie vor gearbeitet werden.

Corona: Kein genereller Baustopp verordnet

21.03.2020

Laut der Novelle der Covid-Maßnahmengesetz-Verordnung vom 20.3. darf auf Österreichs Baustellen unter gewissen Voraussetzungen weiter gearbeitet werden. Entsprechende Guidelines werden aktuell erstellt.

Baustopp oder nicht? In den letzten Tagen herrschte große Unsicherheit in der Baubranche. Während Baufirmen wie z.B. Strabag und Porr ihre Baustellen still legten und auch Auftraggeber  die Arbeiten zum Teil stoppen ließen, wurde andererorts weiter gebaut. Interessenvertretungen und Unternehmen appellierten an die Regierung, eine klare und für alle verbindliche Vorgangsweise zu verordnen. Die Gewerkschaft Bau-Holz forderte einen generellen Baustopp zum Schutz der Mitarbeiter. 

Es darf gebaut werden

Die am 20.3. in Kraft getretene Novelle der Covid-Maßnahmengesetz-Verordung bringt jedoch nur bedingt Klarheit. Laut Novelle bleibt das Arbeiten auf Baustellen nach wie vor erlaubt, sofern eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist, wie die Geschäftsstelle Bau in einem Rundschreiben an ihre Mitglieder informiert:*

  • Kann der Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden, sind die Arbeiten zulässig (dies gilt bereits seit 16.3.).
  • NEU IST FOLGENDE BEDINGUNG: Kann der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden, sind diese Arbeiten nur zulässig, wenn entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden (dies gilt erst seit 20.3.).

Wie genau die „entsprechenden Schutzmaßnahmen“ aussehen sollen, wurde bislang von Behördenseite noch nicht konkretisiert. Dem Vernehmen nach waren darunter beispielsweise Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Arbeitshandschuhe zu verstehen. Dazu sollen Guidelines erstellt werden.

Am Montagnachmittag (15.30 Uhr) beraten die Bausozialpartner mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), was die Restriktionen für die Baubranche bedeuten. Thema des Gipfeltreffens seien "Maßnahmen betreffend Schutz für Arbeiter auf Baustellen", so Josef Muchitsch, Chef der Gewerkschaft Bau-Holz. Es gehe dabei nicht nur um die Mitarbeiter von Baufirmen, sondern auch um Elektriker, Installateure und andere Handwerker.

*Für das Land Tirol gelten die strengeren Vorschriften des Landeshauptmannes.

 

 

Werbung

Weiterführende Themen

"Die Bauwirtschaft schwingt grundsätzlich eher in längeren Zyklen. Im eher kurzen Shutdown, wie wir ihn erlebten, konnte sich die Bauwirtschaft weitgehend ´Corona-resistent´ erweisen", sagt Christian Lorenz.
Aktuelles
23.06.2020

Auf den Baustellen und Planungsabteilungen herrscht schön langsam wieder Normalbetrieb. Erhebliche Verzögerungen gibt es hingegen beim Versand von Ausschreibungen und Baugenehmigungen. Im ...

Bundesspartenobfrau Renate Scheichlbauer-Schuster fordert eine Neuauflage des Handwerkerbonus.
Aktuelles
15.06.2020

Aktuelle Konjunkturdaten zeigen starke Umsatzeinbrüche in der gesamten Sparte Gewerbe und Handwerk. Spartenobfrau Renate Scheichlbauer-Schuster sieht Handlungsbedarf.

Die sieben Wochen Shutdown haben auch in der heimischen Bauwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen. Laut aktuellem Baubarometer sehen mehr als die Hälfte der befragten Betriebe die Geschäftslage nun schlechter als noch zu Jahresbeginn.
Aktuelles
03.06.2020

Die Verunsicherung in der Branche ist groß. Das aktuelle Baubarometer der Info-Techno Baudatenbank belegt den drastischen Einbruch, der die Baubranchen nach konjunkturell sehr erfreulichen Jahren ...

Irene Wedl-Kogler (Bauhilfsgewerbe), Hans-Werner Frömmel (Baugewerbe), Josef Muchitsch (Gewerkschaft Bau-Holz) und Hans-Peter Haselsteiner (Bauindustrie) präsentierten das Maßnahmenpaket.
Aktuelles
20.05.2020

Um die heimische Bauwirtschaft als Konjunkturmotor zu erhalten, wurden auf Bausozialpartner-Ebene  fünf kurz-, mittel- und langfristige Konjunkturpakete erarbeitet. Im Zentrum stehen dabei ...

Um die (Bau-)Wirtschaft am Leben zu halten, bedarf es Investitionsfördernder Maßnahmen, fordert Bundes­innungsmeister Hans-Werner Frömmel.
Aktuelles
20.05.2020

3,5 Prozent BIP-Wachstum prognostizierte das Wifo im April für 2021. Damit diese Zunkunftsaussichten aber auch Realität werden, sind auch im Bau umfassende ­Konjunkturprogramme dringend ...

Werbung