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Coronati-Preis 2011

20.05.2011

Der Coronati-Preis der Bundesinnung Bau zeichnet alle zwei Jahre herausragende Leistungen in drei Kategorien aus. Mit dem Preis setzt die Bauwirtschaft ein Zeichen für mehr Fairness und fördert den Wettbewerb.

Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel zeigt sich über die Einreicher und Preisträger begeistert: „Erstmals wurde der Coronati-Preis in drei Kategorien vergeben. Ich gratuliere den Siegern. Allen Teilnehmern und Jurymitgliedern sind wir zu großem Dank verpflichtet." Zum dritten Mal vergab die Bundesinnung Bau den Coronati-Preis – die Auszeichnung für Fairness am Bau. In den drei Kategorien fairer Wettbewerb, energieeffizientes Bauen und seniorengerechtes Wohnen wurden die Preise und Anerkennungen verliehen. Die Kriterien für die Vergabe sind besonderes Engagement, Ideenreichtum und außergewöhnliche Initiativen. Die Einreichungen erfolgen über Empfehlungen der Landesinnungen – die Bundesinnung, Auslober des Preises, trifft eine Vorauswahl der Nominierungen. Die Jury – bestehend aus Vertretern der öffentlichen Hand, Forschungsinstituten wie auch Journalisten – traf in hitzigen Diskussionen ihre Entscheidungen.

 

Hart gegen Abgabenhinterziehung

Der erste Preis in der Kategorie „Fairer Wettbewerb" geht heuer an die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse, Buak. Herausragend dabei die Gruppe Sozialbetrugsbekämpfung, die sich mit rund zehn Mitarbeiter dafür einsetzt, Baustellen zu kontrollieren und Abgabenhinterzieher zu entlarven. Seit ihrer Gründung im November 2007 wurden über 5.000 Baustellen kontrolliert und an die 14.000 nicht korrekt gemeldete Dienstverhältnisse festgestellt. Die Zuschlagsvorschreibungen betrugen rund 12 Millionen Euro. Die Buak erarbeitete aus eigener Initiative eine Baustellendatenbank, die es ermöglicht, die bisherigen Erstmeldungen an die Arbeitsinspektorate gezielt und transparent darzustellen.

Der Entwurf der Baustellendatenbank ist zurzeit in Begutachtung und soll demnächst zur Beschlussfassung im Nationalrat weitergeleitet werden. Aber auch die korrekte Einhaltung des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz wird von der Gruppe Sozialbetrugsbekämpfung überprüft.  Der Anerkennungspreis in der Kategorie „Fairer Wettbewerb" geht an Hannes Seidelberger, Schutzverband gegen den unlauteren Wettbewerb. Seidelberger engagiert sich für die Verfolgung von anonymen Anbietern im Internet. Er leistet mit seinem Vorgehen einen wesentlichen Beitrag gegen Betrug und unlautere Geschäftspraktiken.

 

Konzepte mit Weitblick

In der Kategorie „Energieeffizientes Bauen" erhielt die Josef Singer Baugesellschaft den Hauptpreis und Andreas Waha einen Anerkennungspreis. Wolfgang und Ulrich Gutenthaler, Geschäftsführer der Singer Bau, setzen sich für nachhaltiges Bauen ein. Andreas Waha erweckte Aufsehen mit seinem Projekt „Blue Line". Dabei geht es um das energieunabhängige Haus. In der Kategorie „Seniorengerechtes Wohnen" war die Entscheidung schwierig – deshalb wurde für zwei Hauptpreise entschieden. Baumeister Rudolf Leitner wurde ex aequo mit Hans Wiesinger mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Leitner profilierte sich mit seiner im Auftrag der Bundesinnung erstellten Studie „Volkswirtschaftlicher Vergleich von altengerechten Wohnversorgungstypen – altengerecht und barrierefrei: Wohnen daheim statt Heim".

Leitners Analysen stellen eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik und Kommunen dar. Erstmals wurde nachgewiesen, dass die Kosten für die Wohnversorgung von alten Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Pflegeheimen ein vielfaches davon betragen, als wenn diese in altersgerechten Wohnungen leben können. Die Adaption von Wohnraum kann mit geringen Mitteln erreicht werden – wie Baumeister Leitner aus seiner Berufserfahrung bestätigt. Hans Wiesinger beeindruckte die Jury mit seinem unermüdlichen Einsatz für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Er ist aufgrund seiner Querschnittslähmung selbst betroffen und vermittelt Know-how in seiner Lehrtätigkeit auf eine besondere Art und Weise. Darüber hinaus liefert er in einer Vielzahl von Ausschüssen und Arbeitsgruppen wertvolles Know-how zu barrierefreiem Planen und Bauen. Wolfram Sacherer verdiente sich einen Anerkennungspreis durch das Projekt Alte Post Krieglach, in dem es ihm gelang, in eine alte Bausubstanz ein Seniorenwohnhaus zu implementieren. Er verbesserte das Wohnhaus, das zugleich das älteste Gebäude Krieglachs ist, nicht nur durch die umfassende Sanierung, sondern er schuf 30 barrierefrei Wohneinheiten und Zugänge. Der nächste Coronati-Preis wird 2013 verliehen.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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