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Dämmen mit Styropor: Qualität mit Brief und Siegel

14.12.2005

Österreich liegt bei der Dämmstoffdicke europaweit im guten Mittelfeld. Mittlerweile ist die durchschnittliche Dämmdicke auf 10 cm und mehr gestiegen. Auf die Qualität der verwendeten Produkte und deren Verarbeitung muss daher größtes Augenmerk gelegt werden.

In den letzten Jahren haben ständig steigende Rohölpreise und Umweltauflagen in Österreich die Dämmstoffdicke um jährlich 10 % steigen lassen. Dr. Clemens Demacsek, Geschäftsführer der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH), erwartet sogar eine Verstärkung dieses Trends: "Die Zahl der Passivhäuser steigt kontinuierlich an. Seit dem Jahr 2000 verdoppelt sich jährlich die Zahl der fertiggestellten Objekte! Heuer wurden bereits 1000 Häuser in Passivbauweise errichtet. Die Fassadendämmung erreicht dabei oft eine Dicke von über 30 cm." Auch wenn dieser Teil der Gebäude nach Fertigstellung nicht mehr sichtbar ist, sollte auf die Qualität der dabei verwendeten Produkte besonders geachtet werden. Daher bemühen sich die Experten der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH) gemeinsam mit der Qualitätsgruppe Vollwärmeschutz um umfassende Information für Planer und Bauherren.

Vollwärmeschutz, also die klassische Variante von Dämmstoff mit verputzter Fassade, ist in Österreich die unangefochtene Nummer 1 unter den Dämmsystemen. Aufgrund des hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses werden fast ausschließlich
Vollwärmeschutzfassaden mit Styropor ausgeführt. Qualitativ besonders hochwertige Fassadendämmplatten werden mit dem Gütesiegel der GPH ausgezeichnet. Dieses bezeugt unter anderem erhöhte Anforderungen an die Maßgenauigkeit und die Formbeständigkeit, also das Verhalten bei Wärmeeinwirkung. Die laufende Überwachung durch die MA 39 und das Kunststoffinstitut sichert die hohe Qualität der Produkte.

Ing. Alfons Eichberger, Vorsitzender der Qualitätsgruppe Wärmedämmverbundsysteme: "Unsere Mitgliedsbetriebe sind bestrebt, hochwertige Dämmplatten in ihren Produktsystemen zu verwenden und sehen es als Verpflichtung an, den Level der GPH in den Markt zu bringen."

Allerdings verweisen die Experten auch immer wieder auf die Dringlichkeit der richtigen Verarbeitung. Dazu Eichberger: "Die steigenden Dämmstoffdicken erfordern professionelle und hochqualitative Verarbeitung. Je höher die Dämmdicke, umso mehr ist Präzision in der Verarbeitung gefragt. Und nur ausgewählte
Verarbeiter können mit hohen Dämmstoffdicken richtig umgehen."

Viele Bauherren sparen jedoch bei der Dämmung. Zu Unrecht, meint Demacsek: "Ein einwandfrei gedämmtes Haus sorgt nicht nur für Behaglichkeit, es bringt auch hohe ökologische und ökonomische Vorteile. Vor allem ist zu bedenken, für wie viele Jahre diese Investition getätigt wird!"

Zur Entscheidungsfindung kann eine einfach nachzuvollziehende Rechnung angestellt werden: Wenn man ein herkömmliches Einfamilienhaus um 1 cm dicker dämmt, kostet dies pro Quadratmeter nur 60 Cent. Bei 200 m2 Außenwandfläche beträgt die Mehrinvestition insgesamt also nur 120 EURO. Dieser Betrag amortisiert sich darüber hinaus durch die Energiekosteneinsparungen in wenigen Jahren. Und dabei sind die zahlreichen Förderungsmöglichkeiten noch gar nicht berücksichtigt!

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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