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Damit wir nicht auf tönernen Füßen stehen

19.03.2019

Bauwerke sind auf statisch sichere Untergrundstrukturen angewiesen und fordern daher korrekt ausgeführte Erdarbeiten. Eine aktuelle europäische Normen-Serie sichert spezifisches Wissen.

Erdarbeiten – dazu gehören das Lösen, der Transport und weiterführend die Behandlung und Verdichtung von natürlichen und wiederaufbereiteten Ressourcen – hängen stark von den zur Verfügung stehenden Materialen und den vorherrschenden Umweltbedingungen ab. Damit diese vehement von externen Einflüssen abhängige Bearbeitung des Bodens nach gemeinsam festgelegten Standards EU-weit einheitlich verrichtet wird, steht ab 15. März 2019 die ÖNorm EN 16907-1 allen am Verkehr beteiligten Kreisen zur Verfügung.

Grundlage für alle weiteren Bauausführungen

Erdarbeiten bilden die Basis für jede weitere Bauausführung: von der Errichtung und Instandhaltung von Straßen, Schienen- und Wasserwegen über die Planung und Konstruktion von Unterbauten für Industrie-, Gewerbe- und Wohngebäude ebenso für nichttragende Erdbauwerke wie Lärmschutzwälle und Sichtbarrieren bis hin zur Landgewinnung durch Aufschüttverfahren. Ebenso unverzichtbar sind sie für Arbeiten im Zusammenhang mit Hochwasser- und Küstenschutzanlagen sowie Erd- und Steinschüttdämme. Mit einer sorgfältigen Planung, die die Untersuchung des Baugrunds und die Verträglichkeit der vorhandenen Materialien mit dem geplanten Erdbauwerk berücksichtigt, steht und fällt das gesamte Bauprojekt – nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich. Aus diesem Grund wurde die mit Mitte März 2019 erscheinende ÖNorm EN 16907 entwickelt. Der Teil 1 stellt das Einleitungsdokument einer Normenserie da, die auf europäischer Ebene den aktuellen Stand der Technik in der Planung und Ausführung von Erdarbeiten festhält. Neben der Bemessung der Baumaterialien werden darin auch die Ausführungen, Überwachungen und Überprüfungen der Bautätigkeiten für fertiggestellte Erdbauwerke nach geotechnischen Entwürfen festgeschrieben.
Besonders die in Anhang B festgehaltenen Spezifikationen für die Boden- und Felsklassifizierungen beziehen sich auf österreichische Gegebenheiten und vermitteln den Anwenderinnen und Anwendern gesichertes und durch Fachexpertise ausgewiesenes Wissen, um Erdarbeiten zu planen und entsprechend auszuführen.

Bibliografie:

ÖNORM EN 16907-1: 2019 03 15 — Erdarbeiten — Teil 1: Grundsätze und allgemeine Regeln
ÖNORM EN 16907-2, Erdarbeiten — Teil 2: Materialklassifizierung
ÖNORM EN 16907-3, Erdarbeiten — Teil 3: Ausführung von Erdarbeiten
ÖNORM EN 16907-4, Erdarbeiten — Teil 4: Bodenbehandlung mit Kalk und/oder hydraulischen Bindemitteln
ÖNORM EN 16907-5, Erdarbeiten — Teil 5: Qualitätskontrolle und Überwachung
ÖNORM EN 16907-6, Erdarbeiten — Teil 6: Landgewinnung mit nassgebaggertem Einbaumaterial
ÖNORM EN 16907-7, Erdarbeiten — Teil 7: Hydraulische Einbringung von mineralischen Abfällen

Die neuesten Entwicklungen der ÖNormen werden in Kooperation mit Austrian Standards präsentiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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