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Das Ebster-Prinzip

04.07.2014

Sein Erfolgsgeheimnis lautet, keine Geheimnisse zu haben: Ebster-Bau-Geschäftsführer Peter Ebster setzt voll auf Transparenz. Mitarbeiter und Kunden finden’s spitze. 

Hinterfragt sich auch selbst: Peter Ebster scheut nicht vor Mitarbeiterbefragungen und Stärken-Schwächen-Analysen zurück.

Kennen Sie das Peter-Prinzip? Nein? Nun, das Peter-Prinzip ist eine These des kanadischen Universitätsprofessors Laurence Peter. Laut Peter wird jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert, bis es seine absolute Unfähigkeit erreicht hat. Nächste Frage: Kennen Sie Peter Eb­ster? Nein? Nun, dann sollten Sie ihn kennenlernen. Peter Eb­ster ist nämlich so etwas wie der Gegenentwurf des Peter-Prinzips, mit dem er nichts als den Namen gemein hat. Peter Ebster ist Baumeister, erfolgreicher Unternehmer, aber in erster Linie ist er ein kompetenter und innovativer Arbeitgeber. Denn nicht nur die Kunden, sondern auch seine rund 150 Mitarbeiter schätzen seine Arbeit sehr. Und das hat er schwarz auf weiß. So förderte eine im vergangenen Jahr eigens entwickelte, anonyme psychische Evaluierung eine außergewöhnlich hohe Zufriedenheitsrate aufseiten der Mitarbeiter zutage. „Von diesem Ergebnis waren wir total überrascht“, sagt Eb­ster mit einer gehörigen Portion Stolz in der Stimme.

Transparenz und Konstanz

Derart gute Werte sind natürlich von langer Hand geplant. So wurde bereits vor rund zehn Jahren die erste Stärken-Analyse des Unternehmens – intern und extern – durchgeführt. Ein Vokabel, das dabei sowohl von Kunden und Lieferanten, aber eben auch von Mitarbeitern immer wieder genannt wurde, war „Ehrlichkeit“. Kein Wunder, dass der Unternehmensleitspruch seither „Ehrlich gut gebaut“ heißt. Auf Basis dieses Ehrlichkeitsbegriffs ersann eine Werbeagentur seinerzeit außerdem das den Unternehmensauftritt prägende blaue Hakerl auf gelbem Grund. „Wenn der Kunde uns die Generalunternehmung überantwortet, kann er unter alle offenen Punkte sein Hakerl setzen“, beschreibt Ebster das ebenso einfache wie erfolgreiche Prinzip. Dass am dynamischen Markt des Bauwesens unvorhersehbare Kosten jedoch fast an der Tagesordnung sind, dessen ist sich Peter Ebster natürlich bewusst. Mehrverrechnungen ohne Ankündigung sind für den Unternehmer dennoch ein No-Go. Und Anekdoten aus der Vergangenheit geben ihm recht: „Vor gut zehn Jahren haben wir in Zauchensee ein Hotel errichtet. Als wir dort die Schlussrechnung gelegt hatten, fragte der Kunde nach der Regierechnung. Denn er war es gewohnt, zusätzlich zur Schlussrechnung noch zehn bis 15 Prozent extra verrechnet zu bekommen. Auch heute denke ich noch immer mit einem Schmunzeln an die Situation, als wir dem Kunden erklärten, dass unsere Schlussrechnung eben die Schlussrechnung ist.“
Transparenz geht bei dem Henndorfer weit über das Thema Kosten hinaus. Denn Firmengeheimnisse gibt es nicht. Und damit alles, was andernorts hinter verschlossenen Türen bleibt, auch jedem zugänglich ist, hat Ebster soziale Medien für sich entdeckt. Mit schöner Regelmäßigkeit wird offenherzig über Mitarbeiternachwuchs, eine Australienreise oder die Europawahl gebloggt, ein Video mit Weihnachtsgrüßen im hauseigenen Youtube-Channel gepostet oder einfach nur ehrlich über technische Details geplaudert. Aber auch offline ist Peter Ebster alles andere als ein Geheimniskrämer. „Gerade in Meetings mit anderen Unternehmern spreche ich gern über gelungene Innovationen, während andere diesbezüglich sehr verschlossen sind. Wenn mich dann jemand abkupfert, sehe ich das nicht als Plagiat, sondern als Bestätigung für gute Arbeit.“

Kreativität und Synergie

Sich mit Kleinigkeiten aufzuhalten, das ist ohnehin nicht Ebsters Ding. Einem Sieben-Jahres-Plan folgend, hat man sich bei Ebster Bau das nicht gerade einfach zu erreichende Ziel gesetzt, eines der innovativsten und kreativsten Unternehmen Österreichs zu werden. Dazu gehört neben den sozialen Aspekten natürlich auch einiges fachliches Know-how. So vereint Ebster unter einem Dach die vier Unternehmenssäulen Bau, Holzbau, Projektentwicklung und Bauträgerei. Von der Projektidee bis zur Schlüsselübergabe bekommt der Kunde alles aus einer Hand. Ein geschickter Schachzug, wie die positiven Unternehmenszahlen beweisen. Ebster ist eben Unternehmer aus Leidenschaft, und das, obwohl ihn sein Vater davor gewarnt hatte, ins Familienunternehmen einzusteigen: „Vielleicht war es der umgekehrte psychologische Effekt, aber mein Vater riet mir stets dazu, Anwalt zu werden. Doch spätestens als ich im Jugendalter mein Elternhaus vermessen und auf Millimeterpapier nachgezeichnet habe, war für ihn klar, dass ich in seine Fußstapfen steigen möchte

Autor/in:
Dominique Platz
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