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Der schwebende OP-Saal aus Stahl in Wien

23.08.2011

Erstmalig wurde in Österreich eine OP-Raumzelle an eine bestehende Hausfassade im zweiten Stock angebunden, und zwar im Herz-Jesu Krankenhaus in Wien. Die insgesamt 70 Tonnen wiegenden Bestandteile wurden auf drei Spezial-LKWs angeliefert und  mit einem 300-Tonnen-Autokran auf einem Gerüst fünf Meter über der Straße zusammengebaut.

Vor wenigen Tagen fand die spektakuläre Anlieferung des schwebenden OP-Saals vom deutschen Cadolzburg nach Wien statt. Um 2 Uhr nachts war die rund 70 Tonnen schwere OP-Raumzelle, die bereits im Werk fast gänzlich zusammengebaut wurde, vor Ort.

Tatsächlich waren es drei Teile, deren Transport planmäßig mit drei Spezial-Tiefladern erfolgte. Bekanntlich misst ein solcher Schwertransporter 34 Meter Länge, 5,3 Meter Breite, 4,4 Meter Höhe; und er wiegt rund 90 Tonnen.

Die besonderen Herausforderungen der Anlieferung lagen in den zahlreichen Straßenbaustellen, in der Belastbarkeit der Wiener Donaubrücken und in den Kurvenradien der Straßenkreuzungen bis in die Rabengasse.

Beteiligt an Vorkehrungen waren Vertreter der Stadt Wien und des 3. Bezirks sowie die Bauverantwortlichen. Für das aufwendige Bauprojekt ist die Rabengasse entlang des Herz-Jesu Krankenhauses - Baumgasse bis Hyegasse - bis voraussichtlich 5. September gesperrt.

Ein außergewöhnlicher OP-Saal entsteht

Mittags versetzte ein 300 Tonnen schwerer Autokran die einzelnen Container-Komponenten auf die bereits bestehende Gerüstebene - eine besondere Stahlbeton-Konstruktion von 5 Metern Höhe.

Nach Abschluss der Platzierung begannen die umfangreichen Innenarbeiten. Bereits bei der Anlieferung beinhaltete der Operationssaal unter anderem Türen, Fenster, Decken-, Wand- und Bodenbeläge sowie sämtliche Installationen und Leuchten. Es erfolgen noch Installations-, Technik- sowie Montagearbeiten, die OP-Raumzelle wird komplett eingerichtet.

Demontage schon eingeplant

So wandelt sich in den kommenden Tagen ein Stahl-Container zu einem OP-Saal aus Stahl, ausgestattet mit modernster Medizin- und Haustechnik. Er entspricht allen Normen, Vorschriften und Standards von medizinischen Gebäuden. Die Inbetriebnahme des OP-Saals an der Außenfassade des Krankenhauses erfolgt voraussichtlich in der 36. Kalenderwoche. Geplant ist, den Container 2017- nach Ende der Umbaumaßnahmen - wieder zu demontieren.

"Die Platzierung dieser OP-Raumzelle erfolgte direkt über einer befahrenen Straße. Damit werden weder der Verkehr noch Fußgänger behindert", erklärt Lieselotte Peretti, leitende Architektin des Projektes. Nach den Worten des Krankenhaus-Geschäftsführers Marcel John soll damit die Erweiterung des Operationsbetriebs trotz des umfangreichen Umbaus gewährleistet sein.

Infos zur Erweiterung des Krankenhauses

Im letzten Regionalen Strukturplan Gesundheit hat das Herz-Jesu Krankenhaus von der Stadt Wien einen klaren Auftrag zur Bettenerhöhung erhalten. Diese Erweiterungen betreffen vor allem operative Fächer. Die aufgestellte OP-Raumzelle ermöglicht es, mehr orthopädische und chirurgische Patienten zu versorgen. (red)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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