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Der Andrang sowie der Gesprächsbedarf waren auch bei der zweiten Jahrestagung für Baurecht und Baustandards ungebrochen.

Dialogforum Bau: Viel getan, viel zu tun

11.12.2019

Die zweite Auflage der Jahrestagung für Baurecht und Baustandards zeigte, dass sich in den ­letzten Jahren schon viel bewegt hat, die Arbeit aber weitergehen muss.

Aus dem Dialogforum Bau – einer Initiative von Austrian Standards und der Bundes­innung Bau um Bauregeln zu vereinfachen und Verbesserungen herbeizuführen – entstand die Jahres­tagung für Baurecht und Baustandards. Hier sollen aktuelle Themen umfassend zu diskutiert  und gemeinsam ein einfacherer sowie zugleich rechts­sicherer Rahmen für das Bauen in Österreich geschaffen werden. Auch bei der zweiten Auflage war das ­Interesse der Branche ungebrochen, die Themen auf dem Podium und in den Diskussionsrollen vielfältig.

Es geht weiter

„Es freut uns sehr zu sehen, dass noch immer so viele Branchenexperten den erfolgreichen Weg des Dialog­forums Bau mit uns weitergehen“, freut sich ­Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards. „Aktuell arbeiten wir unter anderem gerade daran, die Themen Rechtssicherheit sowie die bessere Nutzung des Vorworts bei Normen voranzutreiben.“ ­Gerade in Zeiten der Digitalisierung einer ganzen Branche, in der Entwicklungen sehr schnell geschehen, sei es wichtig, auch mit der Normung Schritt zu halten. Ein wesentlicher Punkt, der ­jedoch bei allen Weiterentwicklungen immer zu ­beachten ist, ist die Rechtssicherheit der Nutzer. „Wir ­bewegen uns hier in einem Spannungsfeld zwischen ­Verträgen, ­Normen, verschiedenen Gesetzen und der Fachkunde“, beschreibt Andreas Kovar von Kovar & Partners die Situation. „Leider werden freiwillige Normen oftmals noch immer als Gesetz ausgelegt, was zur Folge hat, dass je nach zugrunde liegendem Gesetz und dessen Auslegung teilweise existenz­bedrohende Situationen auf Menschen zukommen.“ 

Schutz und mehr

Die Umsetzung von Normen mit Maß und Ziel spielt vor allem in der Sanierung unter Denkmalschutz eine große Rolle. „In den letzten Jahren hat sich hier einiges an Handlungsbedarf aufgetan – ich hätte eine Liste von rund 9.000 Gesetzen, Normen und Richtlinien, die überarbeitet werden sollten“, stellt Georg Spiegelfeld-Schneeburg fest. „Dies wäre essenziell, um die Kulturlandschaft Österreichs und somit auch den alten Gebäudebestand erhalten zu können.“ Der Wunsch seitens der Bevölkerung sei dafür gegeben, laut einer Umfrage aus dem Jahr 2018 wünschen sich 90 Prozent der Befragten den Erhalt alter Gebäude. Dabei müssen jedoch die ­Regeln eindeutig gestaltet werden, und auch ein klares Bekenntnis zu einer höheren Sanierungsrate wäre wesentlich.
Dass die Themen des Dialogforums mittlerweile auch in der Politik angekommen sind, zeigte sich bei einer abschließenden Diskussionsrunde zu dem Thema, was auf politischer Ebene gemacht ­werden kann, um die Situation bei den Haftungsfragen zu verbessern. Die Diskutanten zeigten sich einig, dass eindeutige Rahmenbedingungen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg sind.

 

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
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