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Die BIG Bundesimmobiliengesellschaft freut sich über den Bauherrenpreis 2010 für die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.

18.11.2010
BIG

Die Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs (ZV) zeichnete am 12. November sechs Bauten aus ganz Österreich mit dem Bauherrenpreis aus. Die BIG konnte die Jury mit der im Vorjahr eröffneten Universitäts- und Landesbibliothek Tirol überzeugen.

Die neue Bibliothek wurde von S14 – eck, reiter, rossmann geplant und überzeugt durch ihre klaren Funktionsbereiche und die gelungene Verbindung zwischen Neu- und Altbau. In den Bau integriert sind außerdem zwei Kunst und Bau Projekte aus der Reihe BIG Art für künstlerische Interventionen an BIG-Baustellen.

Die Auszeichnung

 

Der Bauherrenpreis wurde dieses Jahr bereits zum 43. Mal vergeben. Eingereicht wurden insgesamt 114 in den letzten drei Jahren ausgeführte Bauten oder Freiraumgestaltungen aus ganz Österreich. Pro Bundesland wurden daraus ein bis fünf Bauten ausgewählt, deren AuftraggeberInnen und MentorInnen sich in besonderer Weise um die Baukultur verdient gemacht und in architektonischer Hinsicht vorbildliche Bauten ermöglicht haben.

Aus diesen 32 Nominierungen ermittelte die Jury, bestehend aus: Maria Auböck/ Wien, Otto Kapfinger/Wien, Andreas Meck/München und Gerhard Mitterberger/Graz, die sechs Bauherrenpreisträger 2010.

 

Neben dem Projekt der BIG, der neuen Universitäts- und Landesbibliothek Tirol an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck wurden auch die Tourismusschule Bad Hofgastein in Salzburg, das Marktgemeindeamt Ottensheim in Oberösterreich, die Überdachung des Römerstein Lebig in der Steiermark, das Weingut Klaus Preisinger im Burgenland und die Bremer Stadtmusikanten, ein Wohnhaus in der Tokiostraße in Wien ausgezeichnet.

 

Die Architektur

 

Die Architekten S14 – eck, reiter, rossmann gewannen 2005 den internationalen Architekturwettbewerb für die fusionierte Universitäts- und Landesbibliothek Tirol. Sie überzeugten die Jury mit ihrem Konzept einer „simplen PLATTE“. Martin Wieser, Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek, dazu: „Diese architektonische und funktionelle Verbindung zwischen Neubaufläche und Altbau ermöglicht vor allem nach Abschluss der Sanierungsarbeiten der Hauptbibliothek ein synergetisches Nebeneinander von altem und neuem Bibliotheksbau.“

 

Der Entwurf besticht durch klar ablesbare Funktionsbereiche und Lichthöfe, die den Innenraum übersichtlich gliedern. „Die Höfe verbinden Innen- und Außenraum. Als Reaktion auf die topografischen Gegebenheiten vor Ort wird das Dach der Bibliothek zum neuen Zugang der Universität“, erklären die Architekten.

 

Die neue Bibliothek vollbringt so mehrere Kunststücke gleichzeitig. Durch den geschickt eingefügten Zubau wird die bestehende Architektur auf behutsame Weise neu organisiert und definiert. Neben neuen Bibliotheksräumen entstand auf dem Dach ein öffentlicher Platz, der die Studierenden und die Stadtbevölkerung zum Verweilen einlädt. Interessant ist dabei die Durchmischung von öffentlichen und universitären Räumen, die über Wege und Sichtbezüge miteinander verknüpft sind.

 

Der Rektor der Universität Innsbruck, Karlheinz Töchterle dazu: „Bibliotheken sind die Schatzkammern von Universitäten. Man kann ihre Schätze heben und sich daran bereichern, ohne dass jene ärmer werden. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Interessierte von diesem neunen und offenen Standort unserer Universitäts- und Landesbibliothek anziehen lassen und das breite Angebot bestmöglich nutzen.“

 

Eröffnet wurde die Bibliothek am 30. Oktober 2009.

 

Die BIG Art Projekte

 

Die Reihe BIG Art beinhaltet Projekte für künstlerische Interventionen an BIG-Baustellen, diese Kunst und Bau Projekte werden von BIG Art jeweils mittels Wettbewerben ausgeschrieben. ON STONES der brasilianischen Künstlerin Georgia Creimer ging beim damaligen Wettbewerb als Sieger hervor. Die Arbeit wurde gemeinsam mit der zweiten Kunstinstallation DAS DREHBARE LESEPULT von clegg & guttmann vorgestellt und in den Bau der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol integriert. Beide Kunstprojekte wurden explizit für die Architektur der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol geschaffen.

 

Georgia Creimer

Georgia Creimers Arbeit ON STONES setzt sich aus drei wesentlichen Bestandteilen zusammen: aus Steinfindlingen, jeder zwischen fünf und zehn Tonnen schwer, am Boden sich konzentrisch ausbreitenden weißen Aluminiumringen und einem Textzitat von Christoph Ransmayr. Die Steine, die sich in den Atrien im Blickfeld der Leseplätze befinden, stammen aus der Umgebung von Innsbruck. Creimer kreiert mit diesen Elementen acht verkleinerte Landschaften, um welche herum die Lesenden sitzen und ihre Konzentration finden können. Die Steine bringen ein Stück Natur in die Orthogonalität der Bibliotheksarchitektur und definieren unterschiedliche Zonen im Raumgefüge der Bibliothek. Letztendlich funktionieren sie als Metapher für die Bibliothek selbst: "Millionen Jahre Erdgeschichte sind in jedem Stein gespeichert und so ist auch die Bibliothek ein Speicher für Jahrhunderte von Wissen, das dort in Form von Büchern konzentriert ist", so Creimer.

 

clegg & guttmann

Sehenswertes ist auch das DREHBARE LESEPULT von clegg & guttmann dar. Die intensive Auseinandersetzung mit Ort, Funktion und Geschichte sowie das Einbeziehen des Betrachters, wofür das Künstlerduo bekannt ist, sind auch bei dieser Arbeit klar erkennbar. Für die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol kreierten sie ein Möbelstück in Anlehnung an eine „Lesemaschine“ aus dem 16. Jahrhundert, die einen Teil der Sozialgeschichte von Bibliotheken repräsentiert. Es entsteht ein Kontrast zwischen der alten Technologie und der heute in Bibliotheken üblichen Art der Bücherpräsentation. Die Besucher sollen sich bewusst werden, „dass Bibliotheken nicht nur als reine Aufbewahrungsorte angesehen werden können, sondern durch die vermutlich dort stattfindenden Aktivitäten charakterisiert werden müssen“, so clegg & guttmann.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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