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Die Spartenentwicklung zeigt deutlich den Leistungsträger Wohnbau sowie Rückgänge im Tief-und Straßenbau.

Die Branche bleibt skeptisch

30.08.2016

Aufgrund mangelnder Planbarkeit starten die heimischen Betonwerke zurückhaltend in die zweite Jahreshälfte, gleichzeitig ist der Blick in die Zukunft jedoch auch positiv.

Laut aktuellem Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) sehen große Teile der österreichischen Betonwerke positiv in die Zukunft und sind mit der betrieblichen Auslastung zufrieden. Mit Stand Anfang Juli erwarten erfreulicherweise 68,5% der VÖB-Mitglieder eine positive Umsatzentwicklung zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dennoch führt die Skepsis gegenüber der allgemeinen Wirtschaftssituation und die Stagnation bei Aufträgen der öffentlichen Hand zu großer Vorsicht und hemmen das Wachstum der Unternehmen.

Vorsicht und Zurückhaltung

Den Hauptgrund für Umsatzsteigerungen sieht die überwältigende Mehrheit der befragten Betriebe im Gewinn von Neukunden sowie Veränderungen im Marktsegment. Auffällig ist, dass keiner der teilnehmenden Betriebe Zukäufe oder anderweitigen Ausbau der Kapazitäten als Grund für den Umsatzzuwachs genannt hat. Ein Umstand, der die allgemeine Tendenz und Zurückhaltung bei Expansionsvorhaben bestätigt. Auf der anderen Seite der Gleichung identifizieren 78% der Betriebe die allgemeine Auftragslage, respektive 88% der Befragten die allgemeine Wirtschaftssituation, als Wachstumshemmnis.

Positiver Ausblick

Dennoch sieht die Branche durchwegs positiv in die unmittelbare Zukunft: 87% der Betriebe gehen davon aus, den Umsatz im 2. Halbjahr im Vergleich zu 2015 halten oder gar steigern zu können. Ganze 40% nehmen sogar eine Steigerung von 5-10% an. „Die Umfrage zeichnet das Bild einer großteils zufriedenen und gut ausgelasteten Branche mit hoher Innovationskraft“, analysiert der neue Präsident des VÖB, DI Franz Josef Eder, die Zahlen der Umfrage.  „Während sich die Betriebe selbst durchwegs gute Zeugnisse ausstellen, herrscht eine grundlegende Skepsis vor, die vor allem auf der Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftssituation beruht und durch ein langfristiges, transparentes und vor allem planbares Konjunkturpaket behoben werden könnte.“ Die Zurückhaltung der Unternehmen drückt sich auch in der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen aus. Zwar bilden alle Betriebe momentan Lehrlinge in verschiedenen Bereichen aus, 56% der Befragten geben allerdings an, 2016 keine Auszubildenden aufnehmen zu wollen.

Umsatzsteigerung trotz Stagnation

Obwohl Dreiviertel der Betriebe von einem „sehr“ oder „eher zufriedenstellenden“ Halbjahres-Ergebnis für die Branche ausgehen und ganze 80% mit einer Umsatzsteigerung rechnen, zeigt die Frage nach der Auftragsentwicklung klar, dass Aufträge aus öffentlicher Hand und staatsnahen Betrieben stagnieren. Davon besonders betroffen ist der Sektor Tief- und Straßenbau. Noch wird dieser Mangel an Investitionen durch die rege Wohnbautätigkeit gut aufgefangen, doch sieht die Branche auch in diesem Bereich politischen Handlungsbedarf. Neben notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Kostentreiber „Grundstückserwerb“ und „Regulative und Normen der Bautechnik“, fordern die Unternehmen langfristige Konzepte, die zur Leistbarkeit von Wohnen beitragen sollen. „Sparschienen“, die billiges Bauen mit hohen Nachfolgekosten veranschlagen, gehören nicht dazu.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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