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Digitale Bauprozesse

29.10.2010

Innovative Hightech-Tools sollen Bauprojekte künftig transparenter und einfacher machen. Das neue Softwaresystem des Tiroler Baumeisters Anton Gasteiger spricht Ausführende und Bauherren gleichermaßen an.

Heuer gründete der innovative Baumeister Anton Gasteiger, ebenfalls Gründer der Tiroler AGA-Bau GmbH, die b.i.m.m. GmbH. Das „building information model management“, also das Management von Bauinformationen anhand eines dreidimensionalen Modells, soll helfen, alle an einem Bauprojekt beteiligten Partner effizient zusammenzuführen. „Dabei hat jeder Planer oder Fachplaner Zugriff auf die für seine Belange entscheidende Information über jedes Bauelement, beispielsweise eine Stütze. Dies geschieht über das dreidimensionale Modell“, erklärt Anton Gasteiger. Unabhängig vom jeweiligen Standort können alle projektbeteiligten Unternehmen auf Informationen über das Internet zugreifen. Damit sollen in erster Linie die Zusammenarbeit und die Projektkommunikation verbessert werden.

Transparenz in allen Phasen
Im Modell stehen Massen und sämtliche Komponenten eines Projekts in dreidimensionaler Darstellung zur Verfügung. Die modellbasierte Mengenermittlung ist die Grundlage für eine transparente Kosteninformation über ein detailliertes Leistungsverzeichnis inklusive aller Preisdaten. Auch Informationen über die Bauzeit stehen dadurch bereit. „Ziel ist, Bauzeitenverzögerungen von Beginn an zu vermeiden“, erklärt Gasteiger. Mithilfe des Modells kann der gesamte Bauprozess am PC simuliert werden.
Das System ist mittlerweile auch schon erprobt: Die AGA-Bau hat sämtliche Projekte der letzten zwei Jahre ausschließlich mithilfe der neuen b.i.m.m.-Arbeitsweise realisiert.

Werden mit dem b.i.m.m.-System hauptsächlich die Bedürfnisse der Planer abgedeckt, so wurde nun das neue Softwaresystem iTWO von RIB entwickelt, das vor allem auch die Aufgaben der bauausführenden Partner abdecken soll. Das 3-D-Modell dient der Hilfestellung für die Projektmitarbeiter während des Bauprozesses. Zur dreidimensionalen Geometrie kommen mit Ressourceninformationen, das beispielsweise Daten zu eingesetzten Baustoffen, Maschinen oder dem Baustellenpersonal, Zeit- sowie Vorgangskomponenten. Hersteller RIB spricht hier von einem 5-D-Bauwerksmodell.

Ziel der b.i.m.m. GmbH ist es, das Bauwerksmodell an die ausführenden Bauunternehmen in einer Form zu übergeben, sodass diese daraus von der Materialbestellung bis hin zur Kostenkontrolle in der Lage sind, verschiedenste Prozesse ihrer Bauprojekte in die Realität umzusetzen. „Mithilfe des 5-D-Bauwerksmodells können wir eins zu eins prognostizieren, wie der Prozess auf der Baustelle funktionieren wird“, so Gasteiger. Auf Basis der Pläne zur Angebotserstellung können Bauunternehmen exakt nachprüfen, wie sich die Kosten eines Projekts zusammensetzen. „Wir können das Baustellengeschen mit 5-D so transparent darstellen, dass die Kalkulation der Preise für das Bauunternehmen reell ist. Das bedeutet eine völlig neuartige Kalkulationsbasis für den Ausführer“, erläutert der Baumeister.

Zielgruppe Bauherren
Mit diesem System sollen aber nicht nur die Ausführenden, sondern vor allem auch die Bauherren angesprochen werden. „Die Gesamtkostenvorteile spüren diese am ehesten, von vermiedenen Fehlern gar nicht zu sprechen“, weiß Anton Gasteiger. Zudem ist der Baumeister und Ingenieur aus Kufstein überzeugt davon, dass die Bauherren bei einem langfristigen Wandel der Arbeitsprozesse eine entscheidende Schlüsselfunktion einnehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil Bauherren in jedem Fall an den transparenten Kosten interessiert sind.

So können nach Aussagen von Anton Gasteiger im Durchschnitt rund zehn bis 20 Prozent der Gesamtplanungskosten mit einer modellbasierten Arbeitsweise eingespart werden. „Betrachtet man zusätzlich die Einsparungen aufseiten der Bauunternehmen und führt ein umfassendes Controlling durch, sind summa summarum auch Kosteneinsparungen von 30 Prozent möglich, die bereits die Automobil- und Fertigungsindustrie mithilfe der digitalen Planung erzielt haben“, so Gasteiger.

„Wenn die Bauherren eine modellbasierte Arbeitsweise voraussetzen, führt kein Weg an dieser Methode vorbei“, ist der Experte überzeugt. Um auch das entsprechende Service und notwendige Know-how zu bieten, betreut die b.i.m.m. GmbH jedes Unternehmen mindestens sechs Monate lang. Die Projektbeteiligten sind überzeugt, dass nur so eine langfristig erfolgreiche Projektabwicklung mit den neuen Methoden sichergestellt werden kann.

(Redaktion: Diana Danbauer, Bauzeitung)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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