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Einfach drauf und passt schon?

04.06.2014

Wärmedämmverbundsysteme anbringen ist einfach! Oder doch nicht? Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme versucht mit Mythen aufzuräumen und Klarheit zu schaffen.

„Einfach drauf und passt schon“ – das gilt bei Wärmedämmverbundsystemen nicht. Alles steht und fällt mit Systemkomponenten, qualitätsvoller Planung und Verarbeitung. Nur diese Kombination schützt vor Bauschäden und hohen Kosten. Eine ganzheitliche Betrachtung ist notwendig, um langfristig energieeffiziente Gebäude garantieren zu können. Das war die Kernbotschaft des Pressefrühstücks der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS).

 

Eine energieeffiziente Zukunft ist mit hohen Anforderungen an das Planen und Bauen sowie an die Architektur verbunden. „Deshalb ist Fachpersonal notwendig“, so Mathias Hanke, stellvertretender Vorstand der QG WDS. „Die Praxis zeigt gerade hier die Problematik: Verarbeitung von Wärmedämmverbundsystemen wird als einfach wahrgenommen, ist aber hochkomplex. Daher ist Wissen wichtig.“

 

Missachtet werde immer wieder der direkte Kontakt zwischen Planer und Systemhalter. Selbst wenn es sich bei Wärmedämmung um ein Massenprodukt handle, seien individuelle Lösungen möglich, so Clemens Hecht, Sprecher der QG WDS. Dabei gehe es nicht nur um die Optik von Gebäuden, sondern auch um bautechnische Lösungen, z.B. im Anschlussbereich von WDVS. „Lösungen werden meist im Dialog gefunden.“

 

Das Hinzuziehen von Experten, wie z.B. eines zertifizierten Fachverarbeiters für WDVS, spart laut Hecht und Hanke Kosten, Zeit und Nerven. Die meisten Bauschäden entstehen aufgrund unsachgemäßer Verarbeitung. Die QG WDS bietet in Kooperation mit Österreichs BAUakademien seit 2008 Schulungen zum zertifizierten Fachverarbeiter an. Auch wenn die Zahl der Kursteilnehmer steigt, äußerte Hanke den Wunsch: „Wir benötigen dringend mehr Nachfrage von Seiten der Auftraggeber, privat und öffentlich.“ In Kürze wird eine Online-Datenbank verfügbar sein, die die österreichischen Betriebe mit geschulten Handwerkern umfasst.

 

Die vermeintliche Übervorteilung von Nutzern durch die Industrie komme vielfach daher, so Hecht, weil oft pauschale Aussagen getroffen würden − dies müsse kritisch betrachtet werden. Äußern sich Bewohner sanierter und gedämmter Gebäude zu fehlender Kostenersparnis, können Gründe dafür falsch gesetzte Maßnahmen und falsche Versprechungen sein. Hier hilft eine kompetente Planung im Vorfeld. „Berichte über Gebäude mit einer Bestätigung des geplanten positiven Effektes sind eben nicht reißerisch“, interpretiert Hecht und verweist dafür auf die gekürten Objekte des Ethouse Awards.

 

Hintergrund der Jahreskampagne bildet der Ethouse Award, der von der QG WDS jährlich ausgeschrieben und 2014 zum siebten Mal vergeben wird. Der Architekturpreis prämiert Sanierungsprojekte, die den Energieverbrauch optimiert haben und sich durch eine gute Gestaltung auszeichnen. Damit dem Architekturwettbewerb mehr Aufmerksamkeit zukommt, wurde die mystische Zahl sieben herangezogen, da sich um Wärmedämmung viele Mythen ranken. Die QG WDS stellt mit je 7 Dämm-Tugenden und Dämm-Mythen (oder Sünden) dar, was in Medien kursiert und die Wahrnehmung von Wärmedämmung beeinflusst. Diese sind online abrufbar.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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