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Einfallsreichtum gefragt

09.05.2001

Spezialitäten im Spezialtiefbau – Die interessantesten Lösungen der Maschinenhersteller und der Bauunternehmen.

In Baufirmen finden sich mitunter auch kreative Maschinenkonstrukteure. So war es beispielsweise vor mehr als dreißig Jahren beim deutschen Spezialtiefbauunternehmen Bauer: „Wir benötigten damals Großdrehbohrgeräte mit einem für diese Zeit außergewöhnlichen hohen Drehmoment, die es am Markt nicht zu kaufen gab. Deshalb haben wir selbst Geräte entwickelt und produziert“, erzählt Manfred Schuh, der für den Vertrieb der Geräte von Bauer in Österreich und Süddeutschland verantwortlich ist. 

Denn nachdem die ursprünglich nur für den Eigenbedarf gedachten Maschinen auch bei anderen Spezialtiefbauern Interesse fanden, wurde aus dem Spezialtiefbauunternehmen auch ein Maschinenproduzent. Bauer bietet heute ein umfassendes Maschinenprogramm für den Spezialtiefbau – neben Großdrehbohr­geräten auch Seilbagger und Rammgeräte – und sieht sich selbst als Weltmarktführer dieses Sektors: Bei Drehbohrgeräten will Bauer viermal so viele Maschinen produzieren wie sein Wettbewerber, sagt Schuh. Gründe dafür sind nach wie vor überzeugende Leistungsdaten, Robustheit und ein umfassender Service. Die Ersatzteilversorgung, die fundierte Beratung, aber auch die vom Unternehmen selbst entwickelten und produzierten Bohrwerkzeuge werden von den Kunden besonders geschätzt, erzählt Schuh. 

Neue Kompaktmaschine
Derzeit größtes Drehbohrgerät von Bauer ist die BG 50 mit einem Einsatzgewicht von zirka 260,5 Tonnen und einem Drehmoment von 468 Kilonewtonmeter. Es bohrt Löcher mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern, die maximale Bohrtiefe liegt bei 82 Metern. Mit dem jüngsten Drehbohrgerät BG 11 H erweitert Bauer das Produktportfolio am unteren Rand. Das kompakte Gerät erreicht Bohrtiefen von bis zu 40 Metern und stellt, so das Unternehmen, eine optimale Kombination von Bohrleistung mit einfachem Transport und geringem Transportgewicht dar. 

Beim direkten Mitbewerber Liebherr hat man in der Zwischenzeit allerdings nicht geschlafen. Das Unternehmen präsentierte das erste Großdrehbohrgerät der LB-Serie auf der Bauma 2007. Heute umfasst diese Serie sechs Gerätetypen. Auf der Bauma 2013 stellt das Unternehmen mit dem LB 44-510 das bisher leistungsstärkste Großdrehbohrgerät vor. Es bietet ein Drehmoment von 510 Kilonewtonmetern und erreicht im Kellybohreinsatz einen Bohrdurchmesser von bis zu drei Meter und Bohrtiefen von maximal 92 Metern.

Effizienter Einsatz
Zwei dieser Maschinen werden derzeit beim Bau eines Teilchen­beschleunigers in Darmstadt zur Stabilisierung des Untergrunds mittels Ortbetonbohrpfählen eingesetzt. Die Bohrpfähle werden dabei vollständig verrohrt bis zur Endtiefe hergestellt, die zwischen 40 und 62 Metern liegt. Das Lösen und Fördern des Bohrguts erfolgt mittels Kastenbohrer. Mit dem LB 44-510 kann der Aushub bis zur maximalen Endtiefe im Drehbohrverfahren komplett verrohrt erfolgen. Resultat: Steigerung der Effizienz, da der bisher erforderliche Wechsel der Geräteeinheit nach Abteufen der Bohrung entfällt.
Die LB 44-510 wird wie alle Geräte der LB-Serie (Bohrgeräte) sowie der HS-Serie (Hydroseilbagger) im Liebherr-Werk in Nenzing gefertigt. Außerdem werden in Vorarlberg für den internationalen Baumaschinenmarkt auch Raupenkrane mit bis zu 300 Tonnen Traglast sowie Ramm- und Bohrgeräte und Rammgeräte produziert.

Bei den schweren Maschinen des Spezialtiefbaus hat in den letzten Jahren ebenfalls die Elektronik Einzug gehalten. Manfred Schuh von Bauer erzählt nicht ganz ohne Stolz, dass bei den Großdrehbohrgeräten „ungefähr zehnmal mehr Elektronik steckt wie in Radladern“. Die neuen Geräte sind über eine eigene Mobiltelefonnummer erreichbar: „Unsere Serviceabteilung in Schoppenhausen kann sich bei Bedarf einloggen. Sie sieht die jeweiligen Fehlermeldungen, berät den Kunden, was er selbst tun kann, oder schickt gegebenenfalls den vorinformierten Servicemonteur und mit dem richtigen Ersatzteil auf die Baustelle.“

 

Autor/in:
Wolfgang Pozsogar
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