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Einfamilien-Massivhäuser:

08.06.2004

18 Baumeister mit höchstem Qualitätsanspruch kooperieren in dem Verein Baumeisterhaus. Bis dato errichtete die Gruppe 2700 individuelle Ziegelmassivbauhäuser.

Gerade im Frühling packt eine Vielzahl von bauwütigen Menschen die Lust auf eigene vier Wände. Die Ziegelmassivbauweise ist gerade im Einfamilienhausbau die nach wie vor beliebteste Baumethode in Österreich. „Baumeisterhaus“, eine Gruppe von 18 Baumeistern, verteilt über ganz Österreich, hat sich gebaute Qualität als Ziel gesetzt. Weitere Eckpunkte der Philosophie von Baumeisterhaus sind Kosten- und Qualitätsgarantie, Service, individuelle Beratung und auf Wunsch auch die Generalabwicklung des gesamten Bauvorhabens. Die zukünftigen Hausbesitzer können zwischen verschiedenen Haustypen wählen, individuell planen lassen oder auch zwischen einzelnen Baustufen entscheiden. Massiv, also mit Ziegeln, wird vom Keller bis zum Dach gebaut – denn Ziegeln als Baustoff sind das um und auf bei den Häusern von Baumeisterhaus. Baumeisterhaus-Mitglieder agieren als Generalunternehmer, Bausummen werden fixiert, der Baumeister kümmert sich vom Aushub bis zur Fertigstellung des Hauses komplett um die gesamte Baustelle.
Das Interesse an Passivhaus-Errichtungsweisen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen – bestätigt Georg Neumann, Präsident von Baumeisterhaus. Bis dato wurden sieben Passivhäuser von Baumeisterhaus errichtet, zirka 20 Prozent der rund 200 Einfamilienhäuser, die von der Gruppe pro Jahr gebaut werden, verfügen bereits über alternative Energiesysteme. „Im Trend liegen dabei die Nutzung von Erdwärme wie auch Solaranlagen“, so Johann Aglas, Geschäftsführer von Baumeisterhaus.
Die Bezeichnung „Passivhaus“ leitet sich von der „passiven“ Nutzung der Wärme aus der Sonneneinstrahlung und der Wärmeabgabe von Geräten und Bewohnern. Ein Passivhaus ist neben dem Einsatz von ökologischen Baumaterialien dadurch gekennzeichnet, dass der Energiebedarf durch kluge Planung und durch eine noch bessere Wärmedämmung soweit reduziert wird, dass auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet werden kann. Die Energieverluste im Haus werden zum Beispiel durch Solaranlagen und die Nacherwärmung der Frischluft (kontrollierte Wohnraumlüftung) ausgeglichen.

Trend zur Ökologie
Einfamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser werden von Baumeisterhaus im Baustandard „Passivhaus“ angeboten und errichtet. Ein „Passivhaus“ ist die Weiterentwicklung des Niedrigenergiehaus-Standards und bedeutet geringer Energiebedarf und höchster Wohnkomfort. Der Jahresheizwärmebedarf des Gebäudes darf nicht über 15 kWh/m2 liegen. Passivhäuser brauchen etwa 80 Prozent weniger Heizenergie als Neubauten nach den österreichischen Bauordnungen.
Georg Neumann ist nun genau seit einem Jahr Präsident des Vereins Baumeisterhaus. Seine Ziele skizziert er im Gespräch mit der bau.zeitung klar: „Für mich war das wichtigste, dass die Gruppe erfolgreich agiert, jeder einzelne Partner muss klare Vorteile aus der Kooperation lukrieren können, denn dadurch wird die Gruppe gestärkt. Ein Ziel ist auch, noch mehr Mitglieder zu gewinnen. Im vergangenen Jahr konnten wir die Umsätze steigern, weil wir eine sehr aktive, dynamische Arbeit leisten. Die Mitgliederzahl ist konstant – auch das sehe ich als Erfolg.“

Welche aktuellen Trends beobachten Sie?
Neumann: Der Trend beim Einfamilienhausbau geht eindeutig in Richtung Niedrigenergie- und Passivhaus. Verstärkt Wert gelegt wird aber von unseren Kunden auf gute Planung und eine qualitativ hohe Architektur.

Welche Dämmmaterialien liegen bei der Massivbauweise im Trend?
Neumann: Eher die konventionellen – bei den alternativen Materialien wie Schafwolle ist noch eher Zurückhaltung zu spüren.

Ist eine komplett individuelle Hausplanung möglich oder muss der Kunde ein Musterhaus wählen?
Neumann: Nein, individuelle Planungen sind bei uns die Regel, nur sehr selten werden Musterhäuser tatsächlich 1:1 verkauft, maßgeschneiderte Häuser sind aber auch unsere Stärke.
Die Baumeister von Baumeisterhaus agieren verstärkt als Generalunternehmer. Worin liegen die Vorteile für den Kunden – wo für den Baumeister?
Neumann: Der Kunde bekommt alle Leistungen aus einer Hand, er hat während der gesamten Bauzeit einen Ansprechpartner. Wichtig ist auch die Tatsache, dass der Hausbauer eine Person hat, die das Gesamtwerk nicht nur koordiniert sondern im Endeffekt auch dafür haftet. Für uns Baumeister ist dies ein klarer Wettbewerbsvorteil, mit dem wir uns vom Mitbewerb unterscheiden: Wir gehen mit einem Produkt und der Leistung als Generalunternehmer zum Kunden, damit haben wir eine gewisse Einzigartigkeit.

Sie geben Ihren Kunden eine Kosten- wie auch Qualitätsgarantie. Diese erfolgen nach einem fixen Kriterienkatalog?
Neumann: Ja, die Kriterien für diese Garantien sind klar definiert, unsere Mitglieder müssen sich strikt daran halten. Wir machen sogar Partnerchecks, jedes Unternehmen wird besucht, ob es die Kriterien auch einhält. Wir haben Detailkataloge und ein entsprechendes, darauf aufbauendes Qualitätssicherungssystem.

Die Passivhaus-Schiene wird verstärkt angeboten – ein Trend, der auch von Baumeisterhaus realisiert wird. Wie gehen Sie mit den Begriffen um?
Neumann: Ja, die Begriffe rund ums Thema Passivhaus werden tatsächlich sehr unterschiedlich definiert. Doch wir orientieren uns vor allem nach den Ergebnissen von Passivhaus- und Bauphysikexperten Wolfgang Feist, der ein Passivhaus mit einem Energiebedarf von 15 kWh definiert. Bei den österreichischen Förderungsstellen gibt’s bundesländerweise leider unterschiedliche Berechnungsmethoden. Im Trend liegen Wärmepumpen, Pelletsheizungen, nachwachsende Brennstoffe, Kachelöfen und Solaranlagen.

Ein Grundstein Ihrer Philosophie ist die Ziegelmassivbauweise. Haben Sie etwas gegen Fertighäuser?
Neumann: Unsere Kunden wollen eine Fixpreisqualität und eine bestimmte Leistung. Der Wettbewerb gegenüber den Fertighäusern ist stark – wobei es hier ein Ost-West-Gefälle gibt, im Osten ist der Druck stärker. Doch auch ein Massivhaus ist zum Teil aus Fertigteilen. Und Erfolg kann man nur mit einem guten Produkt haben.

Wie viel betragen die Baukosten im Durchschnitt für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern inklusive Keller, mit durchschnittlicher Ausführung?
Neumann: Das würde ich ungefähr mit 1800 Euro pro Quadratmeter beziffern. Doch das hängt natürlich sehr stark von der Ausführung ab.

Blick in die Zukunft: Womit wird Baumeisterhaus beim Kunden punkten können?
Neumann: Mit guter Beratung, der Kunde muss das Gefühl haben, dass er bei uns sehr gut bedient wird, das ist das um und auf, in puncto Beratung und Service sind wir jetzt schon sehr stark. Aber da kann noch einiges getan werden, der Wettbewerb ist enorm, wir müssen den Kunden den Preis wie auch den Marktauftritt und die Qualität betreffend ein interessantes Kostennutzenverhältnis bieten können.

Baumeisterhaus-Know-how

Vorteile eines Passivhauses
• Einsparung von etwa 80 Prozent der gesamten Energiekosten
• Höchste Wohnqualität durch geregelte Frischluft (automatische Wohnraumlüftung)
• Reduktion der Belastungen durch Lärm, Staub, Pollen, Russ etc.
• Großzügigere architektonische Gestaltungsmöglichkeiten durch Wegfall der Heizungsanlagen
• Beitrag zu umfassendem Klimaschutz

Weiterbildung als Erfolgsstrategie
Baumeisterhaus kümmert sich aktiv um seine Mitglieder. Im Rahmen der Baumeisterhaus-Akademie finden regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen statt. Mit den genau auf die Berufsgruppe zugeschneiderten Seminaren bieten die Baumeisterhausgruppen in Österreich und Deutschland ihren Mitarbeitern ein kontinuierliches Up-daten ihres Wissens.
Themen sind unter anderem Baurecht, Technik, Vertrieb, Marketing und Führung.
Nähere Informationen unter
www.baumeisterhaus.at.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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