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Global 2000 stellt mit mehreren Partnern die Frage, wie viel eines 250-Kilo-Eisblocks über die Zeit von 1000 Stunden jeweils in einem (Mini-)Haus nach „klassischer“ Bauweise und einem Passivhaus wegschmilzt.

„Eisblock-Wette“: Standard- gegen Passiv-Haus

19.04.2017

Passivhaus Austria, das Passivhaus-Institut und Global 2000 initiieren im Rahmen der ORF-Initiative „Mutter Erde“ einen spannenden Wettlauf um das Schmelzverhalten zweier Vierteltonnen Eis. An der „Eisblock-Wette“ kann man sich auch online beteiligen. 

Das Ganze spielt sich in zwei Mini-Häusern ab, die dieser Tage extra dafür am Vorplatz des Wiener Messegeländes aufgestellt wurden. Einmal in konventioneller Bauweise, einmal als Passivhaus. Beide wurden von der Kärntner Firma Weissenseer gebaut und in Wien mit jeweils 250 Kilogramm Eis befüllt. Die Wette, mit der die Organisatoren auf die Notwendigkeit einer guten Gebäudeeffizienz aufmerksam machen wollen, lautet nun: Wie viel Eis wird nach 1000 Stunden jeweils noch übrig sein? Entsprechend dem jeweiligen Anteil wird dem Beobachter deutlich vor Augen geführt, wie sich die unterschiedliche Bauweise bzw. die unterschiedliche Dämmung auf den Temperaturhaushalt auswirkt. Bis 29.April können interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Tipp abgeben – und am letzten Tag der Aktion, am 26.Mai, wird die spannende Frage beantwortet.

„Wir wollen auf spielerische Weise zeigen, wie wichtig das Passivhaus für die Energieeffizienz ist und wie gut wir heute Gebäude schon bauen und auch sanieren können", zeigt Günter Lang, Geschäftsführer von Passivhaus Austria, sein Anliegen auf. Österreich nehme im Passivhaus-Bau eine Pionierstellung ein; allerdings brauche es mehr Unterstützung aus der Politik, „damit diese wichtige Erfolgsgeschichte in weitergehen kann“.

Schlüsselstellung für die Energiewende

Bundesweit zeichne der Gebäudebereich für etwa 30 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich und nehme somit eine Schlüsselstellung in der Energiewende ein, wie Global 2000 feststellt. Für die Umsetzung der Pariser Klimaziele und die Abkehr von fossilen Energieträgern müsse Österreich seinen Energieverbrauch bis 2050 halbieren, da der aktuelle Energiebedarf längst nicht allein „mit naturverträglichen erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden kann“. 

 „Wir müssen die weltweiten CO2-Emissionen alle zehn Jahre halbieren, um die globale Erwärmung auf ein erträgliches Maß eindämmen zu können", sagt Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher der Umweltschutzorganisation. Zielführende Gebäudedämmung sei das Um und Auf dafür, hocheffiziente Gebäude müssten zum Standard werden. „Österreich soll weltweit Vorreiter werden und die großen wirtschaftlichen Chancen nutzen. Wir wollen mit der Eisblock-Wette deutlich aufzeigen, wie groß der Unterschied zwischen herkömmlicher und hocheffizienter Bauweise wirklich ist." 

Das Passivhaus als „nachhaltige und kostenoptimale Lösung im Bereich des energieeffizienten Bauens und Sanierens" habe einen zwischen 80 und bis zu 95 Prozent niedrigeren Energieverbrauch als herkömmliche Bauten, sagt der Leiter des Passivhaus-Instituts, Wolfgang Feist. Die Menge der Passivhäuser beziffert er weltweit mit etwa 66.000, gut 18.000 gebe es in Österreich.

Passivhaus-Tagung in Wien

Das Mini-Passivhaus, das für die Wiener Eisblock-Wette errichtet wurde, verfügt über eine 45-Zentimeter-Dämmung sowie Fenster mit einer Dreifach-Verglasung. Das Standard-Haus ist mit acht Zentimetern Dämmung und einer Zweifach-Verglasung ausgestattet und entspreche damit einem typischen heimischen Gebäude, wie es üblicherweise in den 90er-Jahren errichtet wurde.

Mehr zum Thema Passivhaus gibt es bei der Internationalen Passivhaus-Tagung zu erfahren, die am 28. und 29. April 2017 in der Messe Wien stattfindet.

Und wer jetzt gleich seinen Tipp abgeben will, kann auch online an der Eisblock-Wette teilnehmen.

Autor/in:
Bernhard Madlener
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