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Erfolg in allen Ländern

11.06.2010

Österreichische Bauunternehmen sind international innovativ unterwegs. Ob Tunnelbau, Tourismus oder Deponie – heimische Betriebe punkten mit Know-how und Qualität wie unterschiedliche Projekte zeigen.

Schon lange ist das Know-how und die gute Qualität österreichischer Baubetriebe über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Zahlreiche Projekte wurden und werden von heimischen Unternehmen außerhalb Österreichs realisiert. Die Erfahrungen zeigen, dass die gute Zusammenarbeit im In- und Ausland entscheidend ist, für eine erfolgreiche Projektabwicklung.


Sicherheit im Tunnelbau
Ein Vorzeigebeispiel zum Thema Sicherheit ist der Bau des Brennerbasistunnels, der Österreich mit Italien verbindet. Die Zusammenarbeit mit den italienischen Kollegen spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Die BBT SE hat beim Bau des Erkundungsstollens in Bezug auf Arbeitssicherheit eine neue Heransgehensweise gewählt. Einerseits müssen zwei unterschiedliche Gesetzgebungen in Österreich und Italien bezüglich der Arbeitssicherheit berücksichtigt werden, und andererseits ist der BBT SE die Arbeitssicherheit ein ganz wichtiges Thema“, erläutert Konrad Bergmeister, Vorstandsdirektor BBT SE für Österreich. Die BBT SE verfolgte das Ziel, ein möglichst einheitliches Sicherheitsdenken zu entwickeln und dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen beider Staaten zur berücksichtigen. „Durch die regelmäßigen Schulungen in Bezug auf die Bauabfolgen, deren mögliche Gefahren und durch Einschulung in die Ausrüstung, Anlagen zur Vorsorge, Sicherheitsdatenblätter für spezifische Arbeiten und durch eine anschauliche Dokumentation über die Sicherheitsmaßnahmen – erstellt in deutscher und italiener Sprache – wird versucht, die Arbeiten möglichst sicher abzuwickeln“, so Bergmeister.

Zusätzlich wurde beim Bau des Erkundungsstollens Mauls-Aicha gemeinsam mit den Gewerkschaften ein Paritätisches Komitee gegründet, das die Aktivitäten gemeinsam vorantreibt und überwacht. Zur Absicherung der Rechte der Arbeitnehmer zwischen Italien und Österreich hat die BBT SE auch ein Rahmenabkommen zwischen den Bauarbeiterkassen beider Staaten vorangetrieben. So versucht die BBT SE gemeinsam mit allen Beteiligten über die staatlichen Grenzen hinaus, ein integrales Sicherheitskonzept zur Gewährleistung eines angemessenen Sicherheits- und Gesundheitsschutzes zu entwickeln und wirksam anzuwenden.


Boom in Polen

Polen ist für österreichische Firmen im Moment ein goldenes Pflaster. Der Boom wird laut Experten auch noch länger anhalten. Diese Chance lassen sich UBM Realitätenentwicklung AG und Warimpex Finanz- und Beteiligungs AG nicht entgehen und sind am polnischen Markt bereits vertreten. Die beiden Konzerne haben in der polnischen Stahlstadt Kattowitz gemeinsam ein neues Hotel der Marke angelo entwickelt. Die Errichtung und Geschäftseinführung des Vier-Stern-Hotels betrug insgesamt 30 Millionen Euro. Ende April wurde das Haus feierlich eröffnet. Kattowitz ist eine der bedeutensten Wirtschaftsmetropolen Polens.

Auch in Krakau ist UBM Polska fleißig: Derzeit entsteht inmitten der Stadt ein viergeschoßiges Haus mit 72 Eigentumswohnungen. Im April 2010 wurde mit dem Bau begonnen. Zu dem Zeitpunkt waren bereits mehr als 20 Prozent der angebotenen Wohnungen verkauft. Weitere 54 Wohnen werden im Rahmen einer Mehrfamilienhaussiedlung in der Nähe von Wroclaw errichtet. Das größte Wohnbauprojekt liegt in Malocice, 30 Kilometer von Warschau entfernt. Dort sollen bis 2015 insgesamt 209 exklusive Ein- und Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Das wichtigste Bauvorhaben von UBM Polska ist nach wie vor der Poleczki Business Park. In einem Joint-Venture mit der CA Immo International soll auf einem 14 Hektar großen Grundstück nahe dem Warschauer Flughafen der bisher größte Business-Park des Landes entstehen.

Zahlreiche weitere Projekte sind in Polen noch geplant. Wenn die Konjunktur 2012 in Polen wieder richtig anspringt, möchte UBM nicht nur mit neuen Büroflächen und gut eingeführten Hotels, sondern auch mit regionalen Einkaufszentren am Markt sein. Projekte mit Nutzflächen zwischen 15.000 Quadratmetern und 25.000 Quadratmetern und einem Investitionsvolumen zwischen 20 und 40 Millionen Euro sind bei internationalen Investoren eine sehr gute Portfolioergänzung zu Büros.


Umweltprojekt in Rumänien

Der österreichische Alpine Konzern hat mit internationalen Projekten bereits viel Erfahrung. Das Unternehmen verfügt über umfassendes Umwelttechnik-Know-how und hat zahlreiche Projekte in den Bereichen Abfallentsorgung, Recycling, Altlastensanierung und Deponiebau sowie den Bau von Kläranlagen sowohl national als auch international realisiert. Aktuell hat Alpine den Zuschlag zur Errichtung von drei Deponien im Landkreis Suceava in Rumänien erhalten.

Die Netto-Auftragshöhe beträgt dabei rund 4,5 Millionen Euro. Unter neun Bewerbern konnte sich Alpine als Bestbieter behaupten. „Wir konnten durch unsere umfassende Planungsexpertise und Fachwissen im Umwelttechnikbereich erfolgreich punkten“, freut sich Roman Esterbauer, zuständiger Alpine-Geschäftsführer über die Entscheidung. Die Dauer der Arbeiten wird rund sechs Monate in Anspruch nehmen. Dabei werden etwa 395.000 Kubikmeter abgetragen. Es wird mit einer Geomembran (Geotextil) gearbeitet, das heißt, es werden rund 84.000 Quadratmeter verlegt. Für die Arbeiten ist es notwendig, eine provisorische Straße zu errichten.
Auch künftig will das Unternehmen seine Aktivitäten in Rumänien weiter verstärken. Vor allem im Umweltbereich wird derzeit viel investiert. Aktuell wird beispielsweise das Deponieprojekt Titu Aninoasa mit einem Auftragswert von 20 Millionen Euro ausgeführt und soll im Juli 2010 an den Bauherrn übergeben werden.

Weitere internationale Projekte hat die Alpine ebenfalls im Gepäck: Ende 2010 soll in Bulgarien eines der größten Wasserkraftwerke Europas in Tsankov Kamak fertiggestellt werden. Ebenfalls im Bereich des Wasserkraftwerkes ist das Unternehmen in der Türkei und in Indien tätig. Mit der Fertigstellung der Kläranlage in Sevlievo in Bulgarien sicherte sich Alpine einen Vorsprung an Know-how.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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