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Art der Kostenrechnung, die in den befragten Unternehmen eingesetzt wird.

Erfolgsfaktor: Finanz- und Kostenstruktur

03.04.2019

Acht Erfolgsfaktoren für KMU-Bauunternehmen in Österreich ermittelte das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz in einem Forschungsprojekt.

Ende letzten Jahres veröffentlichte das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz die Ergebnisse eines Forschungsprojekts speziell für KMU-Bauunternehmen in Österreich in Form eines Branchenberichts. Dieser soll den Unternehmen helfen ihre vereinzelten Schwächen im betriebswirtschaftlichen Bereich und im strategischen Denken zu überwinden, welche ihrer unbestrittenen Kompetenz im technischen und handwerklichen Bereich gegenüberstehen. Die Branchenstudie ist als konzise Hilfestellung gedacht in der die wesentlichen Antworten kompakt verfügbar sind. Untersucht wurden acht Erfolgsfaktoren in 50 befragten Unternehmen. Die Befragungsergebnisse wurden so ausgewertet, dass je Erfolgsfaktor die Aussagen der wirtschaftlich erfolgreicheren Unternehmen (im Folgenden auch oberstes Quartil) jenen der weniger erfolgreichen Unternehmen (im Folgenden auch unterstes Quartil) gegenübergestellt wurden. In der Serie des Arbeitsbereichs Baumanagement werden 14-tägig die einzelnen Erfolgsfaktoren kurz vorgestellt. Diesmal geht es um die Finanz- und Kostenstruktur der Bauunternehmen.

Einblick in die Ergebnisse der Befragung zu Finanz- und Kostenstruktur

Ein grundlegendes Problem vieler KMUs der Baubranche stellt die mangelnde betriebswirtschaftliche Kompetenz dar. In vielen Literaturquellen werden Unternehmen solcher Größenordnung Defizite in der betriebswirtschaftlichen Affinität zugeschrieben. Daher wurde zunächst abgefragt, ob bei den Bauunternehmen eine Kostenrechnung vorhanden ist. Immerhin 82,4 % der befragten Klein- und Mittelbetriebe der Baubranche besitzen ein Kostenrechnungssystem, im unteren Quartil sinkt die Quote auf 61,5 %. Wesentlich stärker differiert die Ausprägung der Kostenrechnung zwischen den erfolgreichsten und den vergleichsweise weniger erfolgreichen KMU-Bauunternehmen. Im oberen Quartil überwiegt die Teilkostenrechnung (mit 63,6 % der Nennungen) gegenüber der Vollkostenrechnung. Im unteren Quartil wird hingegen ausschließlich das System der Vollkostenrechnung verwendet (vgl. Abbildung). Mit Hilfe der Teilkostenrechnung erfolgt eine „verursachungsgerechtere“ Zuteilung der Kosten auf die Bauvorhaben und bei Beschäftigungsschwankungen können genauere Aussagen im Vergleich zur Vollkostenrechnung getroffen werden. Gleichzeitig kann sie auch für kurzfristige Fragestellungen als Entscheidungshilfe dienen, da damit die Preisuntergrenzen ermittelt werden können. Somit besitzen jene Bauunternehmen, die eine Teilkostenrechnung einsetzen, einen Informationsvorsprung gegenüber ihren Kollegen, wenn es um „scharf“ kalkulierte Bauprojekte geht.

Um die Finanz- und Kostenstruktur von Bau-KMUs weiter zu untersuchen, wurde in weiteren Fragen näher auf die Unternehmensplanung eingegangen. In zwei Drittel aller befragten Bauunternehmen werden Einflussgrößen des wirtschaftlichen Erfolges (Jahreszielumsatz, Betriebsergebnis, Liquidität, etc.) geplant. Im Branchenbericht der TU Graz werden diese Einflussgrößen des Erfolges noch genauer differenziert und Hemmnisse, die der systematischen Auseinandersetzung mit den genannten Einflussfaktoren entgegenstehen untersucht. Die Effizienz beim Jahresabschluss aber auch zukünftige Herausforderungen und Maßnahmen waren Ziel weiterführender Fragestellungen.

Autoren: Gottfried Mauerhofer (Professor für Baumanagement am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz) & Bernhard Ortbauer (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz)

Die Branchenstudie KMU-BAU – Wettbewerbsfähigkeit Bauhauptgewerbe 2020 kann über den Verlag der Technischen Universität Graz bezogen werden

Autor/in:
Gottfried Mauerhofer

ist Professor für Baumanagement am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der TU Graz.

www.bbw.tugraz.at

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