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Erfolgsfaktor: Innovation

06.02.2019

Acht Erfolgsfaktoren für KMU-Bauunternehmen in Österreich ermittelte das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz in einem Forschungsprojekt.

Budget für Innovation gegenwärtig und in 3 Jahren

Ende letzten Jahres veröffentlichte das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz die Ergebnisse eines Forschungsprojekts speziell für KMU-Bauunternehmen in Österreich in Form eines Branchenberichts. Dieser soll den Unternehmen helfen ihre vereinzelten Schwächen im betriebswirtschaftlichen Bereich und im strategischen Denken zu überwinden, welche ihrer unbestrittenen Kompetenz im technischen und handwerklichen Bereich gegenüberstehen. Die Branchenstudie ist als konzise Hilfestellung gedacht in der die wesentlichen Antworten kompakt verfügbar sind. Untersucht wurden acht Erfolgsfaktoren in 50 befragten Unternehmen. Die Befragungsergebnisse wurden so ausgewertet, dass je Erfolgsfaktor die Aussagen der wirtschaftlich erfolgreicheren Unternehmen jenen der weniger erfolgreichen Unternehmen gegenübergestellt wurden. In den nächsten Wochen werden an dieser Stelle in der Serie des Arbeitsbereichs Baumanagement 14-tägig die einzelnen Erfolgsfaktoren kurz vorgestellt. In der heutigen Ausgabe der Erfolgsfaktor Innovation.

Wichtigkeit des Faktors Innovation

Beim Thema Innovation gingen die Meinungen der befragten Unternehmen auseinander. So bewerteten die erfolgreicheren Bauunternehmen der Stichprobe die Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs von der Innovationskraft mit 7,7 %, wohingegen das unterste Quartil dessen Wichtigkeit nur mit 6,3 % beurteilte. In jedem Fall wird der Innovationskraft nur geringe Bedeutung für den Unternehmenserfolg beigemessen.

Ergebnisse

Es stellt sich allerdings zunächst die Frage: Was verstehen Bauunternehmen überhaupt unter dem  Begriff „Innovation“? Laut den Teilnehmern des Forschungsprojekts vor allem die folgenden Aspekte:

  • gegenwärtige und zukünftige Forschung und Entwicklung
  • Einsatz moderner Planungstechniken
  • Erprobung und Anwendung neuer Bausysteme
  • Neugestaltung der internen Prozesslandschaft

Als wesentlicher Indikator wurde erhoben, wie viel Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung budgetiert bzw. ausgegeben werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt den aktuellen Stand und die mittelfristige Planung der Unternehmen.

Abgesehen von den generell sehr geringen Investitionen in Innovationen wird deutlich, dass die erfolgreicheren Bauunternehmen mehr Bewusstsein für innovatives Handeln entwickelt haben und in ihrer mittelfristigen Planung gedenken diesen Aspekt weiter auszubauen.

Interessant erscheint, dass beide Gruppen von Unternehmen in der weiteren Befragung mehrheitlich angaben, neuen Ideen offen gegenüberzustehen. Die Innovation müsste demnach von außen in das Unternehmen getragen werden.

Als Motivationen um Innovationen umzusetzen wurden im Verlauf der Befragung die Möglichkeit zur Kostensenkung durch den Einsatz innovativer Aspekte (17,3 %), die Erschließung neuer Kunden (16,0 %), die Produktivitätssteigerung (15,2 %), die Profitverbesserung (14,7 %) sowie die Sicherung des Unternehmensfortbestandes (13,4 %) genannt.

Hemmnisse für Innovationen in Bau-KMUs entstehen lt. Studienteilnehmer zumeist aus dem Bereich Regulierung/Bürokratie, dem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und dem hohen Aufwand, welcher mit der Integration von Innovation verbunden sind. Für das untere Quartil ist im Gegensatz zum Durchschnitt aller Befragten sowie dem oberen Quartil der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten ein deutlich größeres Hemmnis.

Der Branchenbericht der TU Graz beleuchtet weitere Umfrageergebnisse sowie zukünftige Herausforderungen und Maßnahmen.

Autor/in:
Gottfried Mauerhofer

ist Professor für Baumanagement am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der TU Graz.

www.bbw.tugraz.at

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