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Erfolgsfaktor: Interne Prozesse

19.02.2019
Acht Erfolgsfaktoren für KMU-Bauunternehmen in Österreich ermittelte das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz in einem Forschungsprojekt.

Ende letzten Jahres veröffentlichte das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz die Ergebnisse eines Forschungsprojekts speziell für KMU-Bauunternehmen in Österreich in Form eines Branchenberichts. Dieser soll den Unternehmen helfen ihre vereinzelten Schwächen im betriebswirtschaftlichen Bereich und im strategischen Denken zu überwinden, welche ihrer unbestrittenen Kompetenz im technischen und handwerklichen Bereich gegenüberstehen. Die Branchenstudie ist als konzise Hilfestellung gedacht in der die wesentlichen Antworten kompakt verfügbar sind. Untersucht wurden acht Erfolgsfaktoren in 50 befragten Unternehmen. Die Befragungsergebnisse wurden so ausgewertet, dass je Erfolgsfaktor die Aussagen der wirtschaftlich erfolgreicheren Unternehmen jenen der weniger erfolgreichen Unternehmen gegenübergestellt wurden. In der Serie des Arbeitsbereichs Baumanagement werden 14-tägig die einzelnen Erfolgsfaktoren kurz vorgestellt. In der vierten Ausgabe geht es um interne Prozesse.

Wichtigkeit des Erfolgsfaktors „Interne Prozesse“

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die durchschnittliche Auswirkung der internen Prozesse auf den Unternehmenserfolgs 10,3 % beträgt. Interne Prozesse liegen somit im Mittelfeld der betrachteten Erfolgsfaktoren, ihnen wird höhere Bedeutung zugemessen als etwa der Innovation oder dem angebotenen Leistungsspektrum.

Ergebnisse

Im Zuge der Befragung wurde zunächst erhoben, wie gut die Umsetzung der internen Prozesse der Unternehmen nach eigener Einschätzung funktioniert. Alle diesbezüglich erfragten Aspekte wie Dokumentation, Messung, Ablauf oder Standardisierung werden großteils als gut befunden.
Als Auslöser für Prozessoptimierungen lassen sich in erster Linie angestrebte Qualitätsverbesserungen und der Kostendruck unter dem das Bauunternehmen steht identifizieren. Verbesserungspotentiale in den Prozessabläufen werden vor allem in der Arbeitsvorbereitung (23,1%) gesehen. Die Bauausführung (13,3 %) folgt dahinter, obwohl diese Phase eines Bauvorhabens maßgeblich dafür ist, dem Auftraggeber die vertraglich vereinbarten Leistungen mit wirtschaftlichem Erfolg zu erbringen.
Die folgende Abbildung zeigt, wie unterschiedlich die Ziele sind, die KMU-Bauunternehmen mit Prozessoptimierungen verfolgen. Während die erfolgreicheren Unternehmen des oberen Quartils stark kundenorientiert denken, sind die Bauunternehmen des unteren Quartils tendenziell kostengetrieben.

Ziele für Prozessoptimierungen

Der Branchenbericht der TU Graz beleuchtet weitere Umfrageergebnisse, wie etwa der unternehmensinterne Umgang mit Fehlern sowie zukünftige Herausforderungen und Maßnahmen, wie der Kommunikation im Unternehmen.

Autor/in:
Gottfried Mauerhofer

ist Professor für Baumanagement am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der TU Graz.

www.bbw.tugraz.at

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