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Europäische Bauwirtschaft:

18.06.2004

Die europäische Baukonjunktur startet ab 2005 laut Euroconstruct langsam wieder durch.

In der aktuellen Prognose von Euroconstruct zur Entwicklung der europäischen Bauwirtschaft bis zum Jahr 2006 erwarten die in der Euroconstruct-Gruppe zusammengeschlossenen Forschungs- und Beratungsinstitute aus 15 west- und 4 mittelosteuropäischen Ländern eine eher zögerliche Erholung. Für 2004 wird ein Wachstum des Bauvolumens in den 19 Euroconstruct-Mitgliedsstaaten von knapp einem Prozent, für 2005 von rund 1,5 Prozent vorhergesagt. Auch 2006 soll das Bauwachstum mit 2,5 Prozent – anders als in früheren Aufschwungphasen – noch hinter dem erwarteten Anstieg des Bruttosozialprodukts zurückbleiben. Derzeit liegt das Bauvolumen in Europa – es erfasst sämtliche Bauleistungen zur Errichtung neuer Bauwerke und zur Erhaltung und Erweiterung der vorhandenen Bauwerksbestände – bei 1.021 Milliarden Euro.
In den vier mittelosteuropäischen Euroconstruct-Mitgliedsländern (Polen, Tschechien, Ungarn und Slowakei) wirkt der Beitritt zur Europäischen Union als Stimulationsfaktor für die Bautätigkeit. Beim prognostizierten Wachstum des Bauvolumens im Jahr 2005 liegen Polen (10,7 Prozent) und Ungarn (8,7 Prozent) an der Spitze. Tschechien folgt mit 4,6 Prozent, die Slowakei bringt es auf 2,7 Prozent. Dennoch bleibt der Einfluss dieser Länder auf die Gesamtsituation der europäischen Bauwirtschaft gering, da sie zusammen nur 3,8 Prozent des europäischen Bauvolumens erzielen. Zwischen die MOE-Staaten schieben sich mit weit überdurchschnittlichen Werten Belgien (6,3 Prozent), Finnland (3,9 Prozent) und Großbritannien (3,2 Prozent). Einen deutlichen Zuwachs sollen außerdem Schweden (2,8 Prozent), die Niederlande (2,5 Prozent), Spanien (2,1 Prozent) und Portugal (2,0) erreichen. Ein Bauvolumen mit negativem Vorzeichen wird 2005 für Norwegen (-0,9 Prozent) und die Schweiz (-1,3 Prozent) erwartet. Schlusslicht ist Irland (-3,2 Prozent).

Chance für den Wohnbau
Für Deutschland weist die Euroconstruct-Prognose für 2005 ein moderates Wachstum von 1,1 Prozent und erst für 2006 ein beschleunigtes Wachstum von 2,5 Prozent aus. Die BAU 2005, Europas größte Fachmesse für den Industrie- und Objektbau sowie für den Wohnungsbau und den Innenausbau, ist vom 17. bis 22. Jänner 2005. Die Messe München ist als Veranstalter davon überzeugt, dass die Branchenmesse gegenüber früheren Jahren in einem günstigeren wirtschaftlichen Umfeld stattfinden wird.
Nach wie vor spielt Deutschland eine Schlüsselrolle im europäischen Bausektor, obgleich es seit 1998 stetig an Boden verloren hat. Sein Anteil am europäischen Bauvolumen sank seither von 26 auf 19 Prozent. Gemeinsam mit Frankreich (14,6 Prozent), Italien (13,3 Prozent), Großbritannien (13 Prozent) und Spanien (11,8) bildet Deutschland die so genannten „Big 5“ – auf diese fünf westeuropäische Länder entfallen nahezu drei Viertel des gesamteuropäischen Bauvolumens.
In ganz Europa bildet der Wohnungsbau vor dem Nichtwohnhochbau und dem Tiefbau nach wie vor die mit Abstand größte Bausparte. Er stellt knapp die Hälfte des Bauvolumens. Dabei gewinnen die Baumaßnahmen am Bestand an Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie an Tiefbauten laut Euroconstruct seit einigen Jahren tendenziell an Bedeutung. Bereits im Jahr 2004 dürfte sich die Altbauerneuerung im Wohnungsbau vor den Neubau setzen. Für die Bauwirtschaft spielt die Modernisierung und Instandsetzung des Gebäudebestandes damit eine immer größere Rolle. Die BAU 2005 trägt diesem Trend Rechnung, indem sie alle Facetten des Themas Bauen im Bestand beleuchtet – von der Bestandsanalyse über die Gebäudetechnik und den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zu Finanzierungsfragen.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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