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Das österreichische Team wird 2017 mit 40 Fachkräften zur Berufs-WM „World Skills“ in Abu Dhabi antreten.

Fachkräfte mit Weltklasse

11.04.2017

Unter den 40 teilnehmenden Fachkräften aus Österreich beim kommenden „World Skills“-Bewerb sind auch Vertreter der Bauberufe. Diese rechnen mit einem Stockerlplatz.

Bis zum Start der World Skills 2017, der diesjährigen Berufs-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate, VAE), dauert es noch einige Monate. Die dort für Österreich von 14. bis 19. Oktober teilnehmenden Fachkräfte sind aber schon in Bereitschaft für das im Zweijahrestakt stattfindende Kräftemessen. 40 Männer und Frauen im Alter bis zu 22 Jahren wurden ausgewählt, um ihre Fertigkeiten in 36 Berufen vorzuführen – wobei sie gegen mehr als 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 76 Ländern antreten. Frühere Erfolge der heimischen Vertreter sind nicht zu verachten: „Mit acht Medaillen bei den World Skills 2015 in Sao Paulo und 14 Medaillen bei den Euro Skills 2016 in Göteborg haben die Teams der vergangenen beiden Jahre hervorragende Leistungen erbracht“, erinnert Martha Schultz, die als Vizepräsidentin der WKO für das Koordinationszentrum Skills Austria zuständig ist. Sie rechnet auch heuer damit, dass Österreich gut abschneidet.

Imagebildung für das Handwerk

„Bei den Euroskills 2016 haben wir den fünften Platz erlangt“, berichtet Roland Mittendorfer. „Wir“, das ist die Berufsgruppe der Maurer, die Mittendorfer, der für die Bauakademie Oberösterreich arbeitet, als Fachexperte betreut. Im Herbst wird sie durch Robert Gradl vertreten, der als Maurer für die Otto Duswald KG tätig ist. „Nachdem es für World Skills noch kein Training gab, wäre es verfrüht, jetzt schon einen Tipp abzugeben“, so Mittendorfer. Doch allein schon die Tatsache, sich in diesem Rahmen der internationalen Öffentlichkeit präsentieren zu können, sei eine Auszeichnung für das heimische Handwerk und belege dessen hohen Stellenwert. Ob sich Unternehmen durch die positive Imagebildung (wieder) mehr als Ausbildungsbetriebe engagieren würden, traue er sich aber nicht zu sagen.

Für die Betonbauer ist Thomas Prigl als betreuender Experte mit dabei. Er ist stellvertretender Leiter der Berufsschule für das Baugewerbe in Wien und definiert als Ziel „die Top fünf“. Der internationale Wettkampf sei für die Teilnehmer auf jeden Fall auch „hilfreich für den Bewerbungsprozess“. Zudem bekommen die jungen Leute neben der damit verbundenen „Selbstbestätigung“ auch „einen internationalen Vergleich, was ihren Beruf betrifft“. Das Ergebnis werde „ein Spiegelbild unserer Arbeit“ – und nachdem er an deren Qualität keinen Zweifel lässt, rechnet Prigl auch mit einem guten Abschneiden seiner beiden Schützlinge. Den in Zusammenhang mit Berufswettbwerben oft gehörten Vergleich mit dem Sport hält auch er hoch: „Es geht um Fairness, um den Vergleich der Fähigkeiten untereinander – das sind auch Grundsätze im Spitzensport.“ Besonders wichtig ist Prigl dabei die Erkenntnis, „dass über Sieg und Niederlage im Kopf entschieden wird“. Entsprechend verlange das Training den Handwerksathleten eiserne Disziplin ab: „Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir auch auf mentale Stärke setzen.“

Österreichs Fachkräfte stechen international hervor

Geht es nach Prigl, dann fährt das Team Austria zumindest aus übernationaler Sicht schon mit Vorschusslorbeeren ob der hochwertigen Fachkräfteausbildung in die VAE: „International werden wir immer wieder gefragt, wie wir Österreicher es schaffen, beim Handwerk immer so weit vorn dabei zu sein.“ So ist Prigl sicher: „Unsere 16-Jährigen verfügen über fachliche Fertigkeiten, die in anderen Ländern durchschnittlich erst ein 20-Jähriger besitzt.“ In diesem Sinn bedauert er, dass „wir international sogar ein besseres Image haben als hierzulande“.

„Die Teilnahme an den World Skills ist für mich eine Auszeichnung dafür, dass ich mich bemüht habe“, bringt es Alexander Tury auf den Punkt, einer der beiden Betonbauer Österreichs bei den World Skills 2017. Er geht mit Zuversicht und Freude ins Training; dem olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles!“ könne er schon etwas abgewinnen – aber er wolle unter den Siegern sein und geht von einem Medaillengewinn für sich und seinen Mitkämpfer im Betonbauerteam, David Wagner, aus. Der ist ebenso zuversichtlich und hält „zumindest“ den zweiten Platz für möglich. Das Training, das beide vom nationalen Qualifikationsbewerb Austrian Skills grundsätzlich kennen, werde sicherlich „stressig und körperlich belastend“. Jedoch erhalten Wagner wie auch Tury, die für die Strabag arbeiten, „volle Unterstützung“ vom Dienstgeber und können sich die Trainingseinheiten auch während der Arbeitszeit einteilen. Als Empfehlung für den Fachkräftenachwuchs und potenzielle World-Skills-Teilnehmer haben beide parat, „dass man das, was man tut, auch richtig gern tun muss, und nicht nur wegen des Geld. Nur so kann man gut werden.“

Autor/in:
Bernhard Madlener
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