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Fenster-Freuden mit polnischen Wurzeln

06.06.2017

Die Wünsche österreichischer Fakro-Kunden inspirieren die Forschungsabteilung des ­Mutterkonzerns in Polen, sagt Carsten Nentwig.

„Sesam öffne dich“ bei Sonne – „Klappe zu“ bei Regen: Fakro-Fenster sollen das Wohnraumklima künftig automatisch regeln.
Carsten Nentwig ist Geschäftsführer von Fakro Österreich.

Vor zehn Jahren holte Carsten Nentwig die polnische Marke Fakro nach Österreich und etablierte deren Dachflächenfenster mit einem Marktanteil von 3,5 Prozent gegen Markt-führer Velux. Persönliches Ziel des 50-jährigen Geschäftsführers von Fakro Österreich sind „zehn bis 13 Prozent bis zu meiner Pension“.

Bis zu 13 Prozent Marktanteil – das wäre fast eine Vervierfachung der aktuellen Größe. Wie geht Fakro Österreich das an?
Zum einen will ich feststellen, dass es seit dem Start 2007 einige Mühe gekostet hat, um den österreichischen Kunden eine gewisse Scheu gegenüber einem Produzenten aus dem ehemaligen Ostblock zu nehmen. Die anderen Anbieter von Dachflächenfenstern lassen sich außerdem nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen. Eine unserer Chancen liegt in der Nachfrage nach Sonderlösungen in Österreich. Viele Kunden wollen keine Standardprodukte. Weiters breiten wir unser Tätigkeitsfeld auf die Bundesländer aus. Der Marktanteil von 3,5 Prozent basiert v. a. auf dem Wiener Markt. Im Burgenland und in Niederösterreich fangen wir mit einem neuen Mitarbeiter gerade an, Fuß zu fassen. In Oberösterreich und in Salzburg läuft das Recruiting – und so soll es über die nächsten Jahre weiter nach Westen gehen.

Wie stellen Sie Ihr Team für diese Herausforderung auf?
Meine acht Mitarbeiter, die teilweise schon einige Jahre bei Fakro Österreich sind, stehen für umfassende Betreuung und Beratung. Der persönliche Kontakt ist in Zeiten der Digitalisierung immens wichtig. Was bei Kunden gut ankommt, sind die fachmännischen Produktschulungen. Unser Team besteht nicht nur aus Verkäufern, sondern aus Technikern – wir betreiben technischen Vertrieb in dem Sinn, dass die Kollegen auf Baustellen gehen und das Fenster zusammen mit der Mannschaft vor Ort einbauen. So nehmen wir Kunden die „Angst“ vor einem unbekannten Produkt und bauen eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung auf.

Weltweit gibt Fakro einen Marktanteil von 15 Prozent an. Wie zufrieden ist der polnische Eigentümer mit dem Markt hier?
Was den Ehrgeiz des Gründers Ryszard Florek betrifft, soll es international relativ rasch in Richtung 20 Prozent gehen. Der österreichische Markt ist insofern sehr interessant, weil die bei uns angefragten Sonderlösungen direkt in die Zentrale weitergeleitet werden und dort in die Forschung und Entwicklung (F&E) einfließen. Im Stammwerk in Nowy Sacz sind über 100 Ingenieure in F&E beschäftigt – nicht umsonst glänzt Fakro durch Innovation.

In welchen Bereichen glänzt es denn besonders?
Unsere Produkte bieten exzellente Wärmedämmwerte. Wobei wir uns Gedanken über Pro und Kontra machen. Um etwa Schimmelbildung wegen zu hoher Fensterdichte vorzubeugen, hat das Thema Automatisierung in der Fakro-Forschung einen hohen Stellenwert, Stichwort „Smarthome“: Das Fenster wird „selbst- denkend“. Lüftung, aber auch Regenschutz oder Beschattung werden immer mehr über Sensoren geregelt, können aber auch programmiert bzw. von extern gesteuert werden. Künftig wird das Dachfenster das Wohnraumklima in bedeutendem Ausmaß definieren.

Ist der Klimawandel damit schon ausreichend berücksichtigt? Wie „zukunftsfit“ sind die Fenster in diesem Sinn?
Die Unbeständigkeit des Wetters und der Wandel der Jahreszeiten sind gerade dieses Jahr stark wahrnehmbar: Es war hierzulande der kälteste Jänner seit Jahrzehnten, und im April wurden Tage mit 23 Grad oder mehr von solchen mit Schneefall abgelöst. In meiner Branche wird hier der „Energiedurchlass“ besonders relevant: Ein modernes Fenster muss die einfallende Sonnenenergie nutzen können, um den Wohnraum an kalten Tagen zu heizen und ihr an warmen Tagen einen außenliegenden Sonnenschutz entgegenzuhalten. Dies dem Menschen aktiv zu überlassen, bereitet ihm angesichts der klimatischen Wechselhaftigkeit vermehrt Stress. Ein „intelligentes“ Fenster hingegen bereitet Freude. 

Autor/in:
Bernhard Madlener
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