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Festtag für die Umwelt

10.09.2009

Am Umwelttag 2009 beteiligten sich weltweit rund 150 Staaten. Auch in Österreich fanden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt statt – allen voran die Umwelttag-Gespräche in Wien.Text: Diana Danbauer

Umwelt geht uns alle an.
Dass den Österreichern wie auch den restlichen EU-Bürgern die Umwelt wichtig ist, belegen Studien und Zahlen immer wieder. Bereits im Jahr 1972 wurde der „World Environment Day“ vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen zum ersten Mal ausgerufen. Seither ist der 5. Juni ein „Festtag für die Umwelt“. Das internationale Motto für 2009 lautete: „Dein Planet braucht dich – Gemeinsam den Klimawandel bekämpfen“.

In Österreich fanden zu diesem Thema mehr als 60 Veranstaltungen im ganzen Land statt, die von „die umweltberatung“ im Auftrag des Lebensministeriums geplant und koordiniert wurden. Den Auftakt bildeten die Umwelttag-Gespräche im Vienna International Center, die in Kooperation mit dem Lebensministerium, „die umweltberatung“, klima:aktiv, mit der Österreichischen Energieagentur, OMV Future Energy Fund, OMV Move & Help, United Nations Office at Vienna und United Nations Environment Programme veranstaltet wurden.

Klimawandel – Wertewandel
In fünf parallel stattfindenden Diskussionsforen wurden die unterschiedlichen Schwerpunkte diskutiert. Das Engagement und Interesse war sowohl bei den Vortragenden als auch den Teilnehmern groß. 300 Interessierten nahmen an der Veranstaltung teil und beschäftigten sich einen Tag intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Umweltminister Niki Berlakovich betonte in seiner Eröffnungsrede die zentrale Rolle neuer und innovativer Technologien. Besonders verwies er auf die Notwendigkeit des gemeinsamen Anpackens:
„Nur wenn Umweltorganisationen, Wissenschaft und Politik zusammenarbeiten und die Wirtschaft sich den neuen Anforderungen stellt, können wir im Klimaschutz gemeinsam auch viel erreichen. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf Tourismus, Landwirtschaft und Arbeitsmarkt – wenn wir uns diesen Anforderungen stellen, ist der Klimawandel auch eine große Chance und kann zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien Arbeitsplätze – ‚green jobs‘ – schaffen und kräftige Impulse für neuen Technologien und Wirtschaftszweige setzen.“

Politikwissenschafter Peter Filzmaier betonte die gesellschaftliche Diskrepanz, die an das komplexe Thema „Umwelt“ gekoppelt ist. Der Titel seines Vortrags „Alle dafür, doch keiner tut was? Das scheinheilige Meinungsbild zu Umwelt- und Klimaschutz“ beleuchtete die gesellschaftlichen Zusammenhänge. Denn obwohl in der öffentlichen Meinung Klima- und Umweltschutz einen hohen Stellenwert einnehmen, sind bei qualitativen Studien differenzierte Ergebnisse zu erkennen:
„Möglicherweise ist es einfach in, für Umweltschutz und Verantwortungsbewusstsein zu sein, das heißt aber noch lange nicht, dass auch dementsprechend gehandelt wird – vor allem die Themen Pensionssicherheit, Gesundheit und die Zukunft der Kinder sind das, was die Befragten im persönlichen Alltag derzeit am meisten beschäftigt“, weiß Filzmaier.

Der Ökonom Stefan Schleicher verwies bei den Umwelttag-Gesprächen vor allen Dingen auf die Dringlichkeit nachhaltigen Handelns in vielen Bereichen wie etwa auf bessere Energieeffizienz und Senkung des Energieverbrauchs zum Beispiel durch bessere Wärmedämmung und neue Baustandards. „Eine neue industrielle Revolution ist gefragt!“, appelliert Schleicher mit Blick auf das Ziel, bis 2020 global 20 Prozent weniger CO2 auszustoßen bzw. auch bei den Endverbrauchern in der EU 20 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen zu liefern.


bau.info:

Diskussionsforen bei den Umwelttag-Gesprächen 2009

Gesellschaft/Kultur/Religion – „Wie der Klimawandel Kulturen, Religionen und Gesellschaft verändert“
Jugend/Zukunft – „Das Thema ‚Klimaschutz‘ aus Sicht der jungen Generation“
Medien/Bildung – „Die Rolle der Medien als meinungsbildende Kraft im Bereich Umwelt- und Klimaschutz“
Tourismus – „Zukünftiger Tourismus in einer veränderten Umwelt“
Wirtschaft/Technologie/Finanzmarkt – „Veränderungen und Chancen im Bereich Wirtschaft durch Klimaschutz“.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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