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FIEC - Europäischer Baukongress in Paris

22.11.2006

Die FIEC ist der von der EU-Kommission anerkannte europäische Sozialpartner der Bauwirtschaft. Mitglieder sind die nationalen Verbände in 28 Ländern (24 aus der EU und EFTA, Bulgarien, Kroatien, Rumänien und die Türkei. Neu hinzu kam bei der Generalversammlung der Litauische Verband der Bauunternehmer).

Die FIEC vertritt über ihre Mitgliedsverbände Baufirmen aller Größen und aus allen Bereichen des Baugeschäftes. Die Generalversammlung der FIEC wählte vor wenigen Tagen in Paris das neue Präsidium für den Zeitraum 2006 bis 2008. Der französische Bauunternehmer Daniel Tardy ist nun der neue Präsident der FIEC. Er tritt damit die Nachfolge des deutschen Bauunternehmers Wilhelm Küchler an, dessen Mandat nach der satzungsgemäßen Höchstdauer endete. Tardy vertritt schon seit vielen Jahren an verantwortlicher Stelle die Interessen der Bauwirtschaft als Vizepräsident der FIEC. Von 2000 bis 2006 war er Vorsitzender der Kommission Wirtschaft und Recht in der FIEC, von 1998 bis 2005 überdies Präsident der FNTP (Fédération Nationale des Travaux Publics, Französischer Tiefbauverband). Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer wurde als Vertreter der Ländergruppe Österreich, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Ungarn und Kroatien für eine weitere Periode in das Präsidium der FIEC gewählt.

Verlängerung der reduzierten Mehrwertsteuer

Lange Zeit war es zu Beginn des Jahres 2006 fraglich, ob die EU ihren Mitgliedstaaten weiterhin die Möglichkeit einräumt, die Mehrwertsteuer für bestimmte arbeitsintensive Dienstleistungen zu reduzieren. Ein solcher reduzierter Mehrwertsteuersatz ist eine bestechend einfache Möglichkeit, arbeitsintensive Dienstleistungen wie Renovierungs- oder Reparaturarbeiten im Privatbereich günstiger zu machen. Mit der Reduktion senken sich die Arbeitskosten und damit auch die Zahl der im Pfusch ausgeführten Arbeiten. Das schafft Arbeit für die kleinen und mittleren Bauunternehmen und ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Dass das Konzept funktioniert, zeigen Länder wie Frankreich, wo der reduzierte Mehrwertsteuersatz seit Jahren mit großem Erfolg angewendet wird. Zahlreiche andere europäische Staaten haben ebenfalls Erfahrung mit dem Modell. Gerade für diese Länder war es daher besonders wichtig, eine Verlängerung dieses Modells, das ursprünglich Ende 2005 ausgelaufen wäre, zu erreichen. Letztendlich war es auch ein Erfolg der Geschäftsstelle Bau, die auf Ersuchen des französischen Bauverbandes FFB (Fédération Française du Bâtiment, französischer Bauverband) und der FIEC kurz vor dem ECOFIN-Rat am 24. 1. 2006 unter österreichischem Vorsitz einen Informationsaustausch mit Finanzstaatssekretär Dr. Alfred Finz ermöglichte. Der österreichischen Präsidentschaft ist es in der Folge in diesem ECOFIN-Rat gelungen, die Frage einer Verlängerung der Möglichkeit einer Mehrwertsteuerreduktion zum Thema zu machen und schließlich eine Verlängerung bis Ende 2010 durchzusetzen. Getrübt wird der Erfolg auf europäischer Ebene aber dadurch, dass es trotz intensiver Bemühungen der Interessenvertretung auf nationaler Ebene nicht gelungen ist, eine solche reduzierte Mehrwertsteuer auch für Österreich durchzusetzen. Österreich bleibt damit im Club der Mitgliedstaaten, die die Möglichkeit einer Reduzierung nicht nutzen.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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