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Gebremstes Wachstum der europäischen Bauwirtschaft 2005 bis 2007

02.03.2005

Die erwartete Erholung der europäischen Wirtschaft in den Jahren 2005 bis 2007 wird in der Bauwirtschaft nicht in vollem Umfang wirksam. Laut der Prognose der Euroconstruct-Forschungsinstitute vom Dezember 2004 wird sich das Wachstum von 2,0% im Jahre 2004 auf 1,9% 2005 und 1,5% bzw. 1,4% in den Jahren 2006 und 2007 verlangsamen. Während die Bauwirtschaft in Westeuropa im Prognose-zeitraum an Dynamik verliert (reales Bauvolumen 2005 +1,7%, 2006 +1,2%, 2007 +1,1%), wächst sie in Ost-Mitteleuropa
kräftig: Für Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn wird mit Raten von +8% bis +9% gerechnet.

Wegen der geringen Wohnungsnachfrage schrumpft in Westeuropa *) der Wohnungs-neubau. Im Tiefbau werden hingegen dank dem forcierten Infrastrukturausbau in einigen Ländern etwas höhere Zuwachsraten erwartet. Die Immobilieninvestitionen im Nichtwohnbau erholen sich nach dem Rückgang in den Jahren 2001 bis 2003 nur langsam. Ein stabileres Wachstum zeichnet sich für die kommenden Jahre nur im Sanierungsbereich ab: Der Bestand von 182 Mio. Wohneinheiten erfordert laufend Sanierungs-investitionen zur Qualitätsverbesserung.

Ursache dieser Wachstumsschwäche ist vor allem die geringe Investitionsbereitschaft. Die privaten Haushalte verzeichnen einen nur mäßigen Anstieg ihrer Kaufkraft, und die Arbeitslosen-quote bleibt in den meisten Ländern hoch. Auch die Unternehmen schätzen die künftige Entwicklung unverändert vorsichtig ein.

In den neuen EU-Ländern Ost-Mitteleuropas **)gewinnt die Bauwirtschaft 2005 an Dynamik. Der Infrastruktursektor wächst im Prognosezeitraum mit zweistelligen Raten. Impulse werden von den
EU-Förderungsprogrammen erwartet. Ab 2006 wird eine kräftige Steigerung des Nichtwohnbaus, aber auch des Wohnungsneubaus erwartet.

In Österreich entwickelt sich die Bauwirtschaft etwas günstiger als im westeuropäischen Durchschnitt, vor allem weil der Infrastruktur-sektor gut ausgelastet ist. Nach einer Zunahme um nur 1% im Jahr 2004 wird für 2005 eine Steigerung des realen Bauvolumens um 1,5% erwartet. Für 2006 und 2007 ist mit Raten von +1,7% bis +2% zu rechnen.

In den nächsten drei Jahren dürfte der Wohnungsneubau wieder etwas ausgeweitet werden. Der Nichtwohnbau, insbesondere der Wirtschaftsbau und der Bürobau, profitiert von der allgemeinen Konjunkturbelebung.
Im Schienen- und Straßenbau ist die Auftragslage weiterhin gut, der Ausbau der Verkehrs-verbindungen in die neuen EU-Länder drängt. Der Rückgang der Baubeschäftigung verlangsamt sich zusehends. Regionale Impulse ergeben sich in dem immer attraktiveren Wirtschaftsraum in den östlichen Grenzregionen, wo durch die EU-Erweiterung neue Märkte mit den Nachbarländern entstehen.

*) Die Prognosen des Euroconstruct-Netzwerkes für Westeuropa umfassen die Länder Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz und Spanien.

**) Euroconstruct-Prognosen liegen für Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei vor.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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