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Gebündeltes Wissen auf einen Klick

02.04.2008

Als europaweit führender Anbieter von berufsbegleitenden Aufbaustudiengängen hat die Donau-Uni Krems zusammen mit dem Energieinstitut Vorarlberg eine Passivhaus-Schulungspaket geschnürt. Mehr als 1.800 Passivhäuser in Österreich sind ein überdeutliches Zeichen dafür, dass sich die innovative Bauweise längst zum mehrheitstauglichen Bau- und Wohnstandard entwickelt hat.

Was vor gut einem Jahrzehnt noch eine Ausnahmeerscheinung in der heimischen Baulandschaft war und von Vertretern der traditionellen Bauweisen mit minimaler Wärmedämmung und infolge entsprechend hohem Energieverbrauch milde belächelt wurde, hat sich mittlerweile in weiten Bereichen Österreichs zum allgemein gültigen Standard gemausert.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, drohender Versorgungsengpässe bei fossilen Energieträgern und der CO2-Problematik gewinnt die Passivhaustechnologie sowohl im privaten Bereich als auch auf politischer Ebene – national wie international – zunehmend an Bedeutung. Der maximale Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr ist dabei sicherlich eines der schlagkräftigsten Argumente, von erhöhtem Wohnkomfort dank kontrollierter Wohnraumlüftung, Wohnbehaglichkeit und geringer Energiekosten ganz abgesehen.

Passiv bauen macht Schule

Plausible Begründungen, warum es Sinn macht, ein Passivhaus zu bauen, findet man zur Genüge – sowohl in der einschlägigen Literatur als auch auf den zahlreichen Internetportalen, die sich der Verbreitung der Passivhausidee ver­schrieben haben. Unzählige Informationsver­anstal­tungen und eine intensive Aufklärungsarbeit vonseiten der Passiv­hausbefürworter konnten so manchen Kritiker überzeugen. Gutes und umfassendes Schulungsmaterial zum Thema „Wie baue ich ein Passivhaus?“ ist dagegen bis zum heutigen Tag Mangelware.

Um dieses Manko zu beheben, haben sich das Department für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems und das Energieinstitut Vorarlberg zusammengeschlossen und in einer gemeinsamen Aktion Passivhaus-Schulungsunterlagen entwickelt. Letztendlich steht und fällt die erfolgreiche Umsetzung des Passivhaus-Konzeptes auf breiter Basis mit dem Fachwissen derer, die mit der Planung und Ausführung betraut werden: Den Baumeistern, den Architekten, den Haustechnikplanern, Bauphysikern, etc. Soll die Passivhausidee erfolgreich umgesetzt werden, kann man sich keine Fehler und Bausünden erlauben. Die Planer müssen über die Errichtung von Passivhäusern genau Bescheid wissen. Damit dies möglich wird, braucht es gezielte Schulungen mit hochwertigen Schulungsunterlagen.

Aus diesem Grund haben sich die Donau-Uni Krems und das Energieinstitut Vorarlberg im Rahmen der Programmlinie „Haus der Zukunft“ – gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) – zusammengefunden und rund 600 Vortragsfolien entwickelt, die das gesamte Spektrum der Passivhausplanung abdecken. Für die Qualitätskontrolle zeichnete das renommierte Passivhaus-Institut Darmstadt verantwortlich.
Die Folien richten sich an die Planer und einzelnen Fachplaner ebenso wie an die Bauleiter und die Ausführenden aller involvierten Gewerke. Über eine Internetdatenbank werden einzelne Folien oder auch ganze Kurse für die Verwendung in Lehrveranstaltungen zum Download angeboten. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit zur Bestellung von Anschauungsmaterialien rund ums Passivhaus. Referenten können dazu aus der Datenbank Bestellfaxe ausdrucken, mithilfe derer die sie Anschauungsmaterialien direkt über die Hersteller anfordern können. „Insgesamt ist mit dieser Datenbank und den darin enthaltenen Schulungsgrundlagen ein Werkzeug entstanden, das die weitere Verbreitung der Passivhausbauweise unterstützt“, ist Tania Berger, Projektleiterin am Department für Bauen und Umwelt der Donau-Uni Krems, überzeugt.

Tom Cervinka

aus: bau.zeitung 13/08, S. 16

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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