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Gedränge am Markt

04.07.2014

Bei der Vermietung von ­Baumaschinen und -geräten herrscht heftiger Wettbewerb. Den Kunden  darf’s freuen.

Bereit für den Einsatz: Mit hoher Servicequalität und rascher Verfügbarkeit buhlen Vermieter um die Kunden.

Wer eine Baumaschine oder ein Baugerät mieten will, hat’s gut: Das Angebot an Vermietern war noch nie so groß wie heute. HKL kam 2012 nach Österreich und verfügt hier mittlerweile über fünf Niederlassungen. Boels expandierte in der Alpenrepublik kräftig. Zeppelin hat die Aktivitäten seiner Miettochter in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Und auch die alteingesessenen Vermieter krempeln die Ärmel auf, um sich im härter werdenden Wettbewerb zu behaupten. Zwar hört man hinter vorgehaltener Hand immer wieder, dass die Preise teilweise in den Keller gerasselt sind. Profilieren wollen sich die Vermieter aber nicht mit Billigstangeboten, sondern mit Serviceleistungen, Kompetenz und speziellen Maschinen, sagen sie. 
Wolfgang Rigo, Geschäftsführer von Huppenkothen, bringt das so auf den Punkt: „Es geht um gute Maschinen, aber noch viel wichtiger für den Mietkunden ist ein perfekter Service.“ Bei seinem Unternehmen etwa bedeutet Servicequalität unter anderem die prompte Erledigungen von Anfragen und Aufträgen: „Es geht darum, den Kunden schnell zu bedienen, ihm rasch eine Lösung zu bieten.“ Damit das möglichst in Minuten funktioniert, setzt Huppenkothen auf erfahrene und engagierte Mitarbeiter sowie einen Mietpark mit laut eigenen Angaben 3.800 Maschinen und Geräten. Derzeit wird noch dazu die EDV auf vollelektronische Abwicklung umgestellt, um die Disposition noch mehr zu beschleunigen.

Erfolg durch Flexibilität

Ähnlich äußert sich Christian Heigl von Theisen: „Wir punkten mit Flexibilität, hoher Verfügbarkeit und kundenfreundlicher Abwicklung.“ Seine Kompetenz will dieser Vermieter außerdem mit speziellen Maschinen beweisen. So finden sich bei Theisen Gehwegfertiger von Vögele im Mietprogramm. Das Angebot an Arbeitsbühnen hebt Heigl ebenfalls hervor: „Wie mit dem Fertiger bieten wir hier neben dem breiten Sortiment einige spezielle Lösungen für unsere Kunden.“
Ein weiterer Vermieter, der den Servicegedanken in dem Geschäft unterstreicht, ist Herbert Vatschger von Zeppelin Rental Österreich: „Es steht die Dienstleistung im Vordergrund, wir treten als Problemlöser für unsere Kunden auf.“ Er sagt, für seine Kunden zähle bei der Vermietung vor allem, dass sie das richtige Gerät pünktlich auf die Baustelle bekommen, „denn erst dann können sie ihre Leistung voll erbringen“. Damit die Maschine im Einsatz problemlos läuft, zählt nach Vatschgers Ansicht außerdem perfekter technischer Service: „Hier sind wir unschlagbar, da wir auf eigene Servicetechniker und für die Cat-Maschinen auf den Zeppelin-Service zugreifen können“, meint er.

Eigener Außendienst

Für Stefan Krejca von Drott hat Service ebenfalls hohen Stellenwert. Um seine Kunden optimal zu betreuen, baute er sogar ein eigenes Vertriebsnetz mit acht Außendienstmitarbeitern auf: „Sie akquirieren neue und betreuen bestehende Kunden“, sagt er. Das soll dem Auftraggeber eine bequeme und reibungslose Zusammenarbeit sicherstellen. Wobei es bei Drott heuer eine wesentliche Veränderung gibt: Das Unternehmen hat die Generalvertretung für Doosan und Bobcat übernommen, und künftig werden diese Marken natürlich die Mietflotte prägen. 

Markenunabhängigkeit als Vorzug

Während viele Vermieter wie Drott die von ihnen vertretenen Marken als Stärke preisen, betonen andere ihre Herstellerunabhängigkeit: „Nur auf diese Weise können wir unseren Kunden die besten Maschinen bieten“, sagt Burkhard Winterfeld für HKL. Als Beispiele für diese Philosophie nennt er Namen wie Atlas Copco, Yanmar, Thwaites, Bomag, Terex oder Kramer. Und natürlich hebt auch Winterfeld den Servicegedanken des Vermieters hervor: „Wir wollen Dienstleistung auf höchstem Niveau bieten, damit sich unser Kunde voll auf seinen Einsatz konzentrieren kann.“

Peter Wolf von AMG unterstreicht ebenfalls die Hersteller­unabhängigkeit als Vorzug und sagt: „Das versetzt uns in die Lage, ausschließlich Premiumgeräte zu kaufen.“ Bei Stromaggregaten etwa – eine der Stärken seines Mietangebots – setzt Wolf auf Produkte von Hitzinger. Während andere Mietanbieter meinen, die Bauprofis unter ihren Kunden wissen fast immer sehr genau, was sie wollen, ist Wolf der Ansicht, dass Beratung im Mietgeschäft eine wichtige Rolle spiele. „Wir haben eigene EDV-Programme, um etwa die für die jeweilige Nutzung erforderliche Leistung einer Pumpe oder den Heizwärmebedarf eines Rohbaus für den Einsatz von Heizgeräten auszurechnen“, sagt er. Ebenfalls hohen Wert auf Beratung legt Huppenkothen: „Wir finden das als wichtigen Teil unserer Serviceleistungen. Der richtige Anbauteil zum Beispiel kann dem Kunden die Arbeit wesentlich leichter machen“, erläutert Wolfgang Rigo.

Nur Großgeräte im Angebot

Unterschiedlich aktiv am Mietmarkt sind die großen Marken­firmen. Liebherr bietet direkt und über Mietpartner sein Programm, aber auch etliche andere Maschinen zur Miete. Ascendum hält es ähnlich und vermietet das gesamte Volvo-Programm sowie kleinere Verdichtungsgeräte, Aufsitzdumper und Kompressoren. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei Großgeräten: Bagger bis 40 Tonnen und Radlader bis 32 Tonnen finden sich im Mietpark, erzählt Ernst Schuchanegg, der bei Ascendum für den Bereich Miete verantwortlich zeichnet. Auch er weist wie Zeppelin auf das technische Service eines Premiumanbieters hin.

Miete deckt nur Spitzen ab

Eher zurückhaltend im Mietgeschäft agiert Kuhn mit Komatsu. Stephan Kuhn ist überzeugt, dass österreichische Baufirmen nach wie vor auf ihren eigenen Maschinenpark setzen und mit der Miete nur die Spitzen abdecken. Dieses Geschäft rechnet sich jedoch bei den größeren Maschinen nicht wirklich für den Vermieter, sagt Kuhn offen: „Natürlich sind wir auch bereit, mit Mietgeräten ­auszuhelfen, wenn ein Unternehmen das wünscht, aber unser Fokus liegt nicht auf der Vermietung.“ Wobei sich um die gesamte Palette der kleineren Maschinen und Geräte innerhalb der Kuhn-Gruppe ohnehin ein anderes Unternehmen als Vermieter kümmert: Drott.
Rent-to-Sell ist für Kuhn und andere Anbieter, die zugleich vermieten und Maschinen verkaufen, durchaus ein Thema. Allerdings distanzieren sich heute alle von jener vielkritisierten Form des „Mietkaufs“, bei dem Kunden nach einigen Monaten Miete einen guten Preis für die Maschine und noch dazu die Anrechnung der bereits bezahlten Miete fordern. Stefan Krejca von Drott etwa lädt Kaufinteressierte ein, Doosan und Bobcat aus dem Mietpark zu testen, „aber wir wollen vor Beginn der Miete im beidseitigen Interesse genau vereinbaren, ob es sich um eine kurzfristige Miete oder eine Langzeitmiete mit Kaufoption handelt“.
In die Zukunft blicken Krejca und seine Kollegen übrigens trotz des Gedränges am Markt mit Optimismus: „Vergleicht man es mit der Entwicklung in anderen Ländern, hat die Vermietung noch großes Wachstum vor sich“, sagt der Drott-Geschäftsführer. Was mit ein Grund für das Gedränge am Mietmarkt sein dürfte.

Autor/in:
Wolfgang Pozsogar
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