Direkt zum Inhalt

Gegen Betrug und Pfusch

29.04.2011

Die Personalerfassung und -verwaltung ist für die Bauwirtschaft unerlässlich – zur genauen Dokumentation. Vor allem aber kann mit kluger Software der illegalen Beschäftigung am Bau ein Riegel vorgeschoben werden.

Mit dem 1. Mai tritt das Lohn- und Sozialdumpinggesetz in Kraft, das Billiglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen verhindern soll, aber auch die Chancen auf Sozialbetrug und Schwarzarbeit verringern soll.

Unternehmen der Baubranche müssen ab diesem Zeitpunkt mehr Unterlagen als bisher schon üblich bereithalten. Die korrekte Personalerfassung wird damit noch aufwändiger. Das neue Lohn- und Sozialdumpinggesetz verpflichtet Baufirmen dazu, ihre Mitarbeiter noch umfassender als bisher zu dokumentieren.

„Ab Mai müssen Auftraggeber und Generalunternehmer nicht nur genau erfassen, welche Arbeiter von welchen Firmen auf ihren Bauvorhaben tätig sind. Sie müssen auch deutschsprachige Unterlagen bereithalten, mit denen die Behörden bei einer Kontrolle die Löhne der beschäftigten Arbeiter überprüfen können. Das gilt nicht nur für das Eigenpersonal, sondern auch für die Arbeiter von Subunternehmen“, erklärt Manuel Irrschik, Geschäftsführer Ishap. IshapCARD und IshapBAU verhindern wirkungsvoll Sozialversicherungsbetrug und Schwarzarbeit.

Transparente Verwaltung

Der Baukonzern Alpine setzt bereits österreichweit auf seine Personalerfassung mit dem System von Ishap. Die Anwendung ist benutzerfreundlich und einfach – und verschafft dem Bauunternehmer wie auch der Verwaltung einen blitzschnellen Überblick über den Status quo des Beschäftigten. Mit der Software Ishap dokumentieren Baufirmen das auf ihren Bauvorhaben eingesetzte Eigen- und Fremdpersonal gemäß den gesetzlichen Bestimmungen.

Mit dem Soft­ware­sys­tem IshapCARD kön­nen Auf­trag­ge­ber/Gene­ral­un­ter­neh­mer das auf ihren Bau­vor­ha­ben ein­ge­setzte Eigen- und Fremd­per­so­nal unkom­pli­ziert doku­men­tie­ren und direkt vor Ort Bau­stel­len­aus­weise mit Foto für die Arbei­ter aus­dru­cken. IshapCARD erkennt anhand der Natio­na­li­tät eines Arbei­ters, wel­che Doku­mente erfor­der­lich sind, um die­sen Arbei­ter im Sinne der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten zu erfas­sen. Es wer­den alle rele­van­ten Per­so­nal­in­for­ma­tio­nen über die Ein­ga­be­maske der Soft­ware direkt am Smart­phone oder über ein Note­book oder einen Stand-PC ein­ge­ge­ben. Mög­li­che Ein­ga­be­fel­der sind: Name, Gewerk, SV-Nummer, Sub­un­ter­neh­men, etc.
Die benö­tig­ten Doku­mente wer­den mit dem Smart­phone foto­gra­fiert oder über die optio­nale Scan-Station gescannt:  Rei­se­pass, Arbeits­be­schei­ni­gung, Anmel­dung Sozialversicherung, E-Card.

Vorreiterrolle in Österreich
Alpine ist somit der erste Baukonzern in Österreich, der die Dokumentationspflicht frühzeitig realisierte und rasch reagierte. Das Bauunternehmen verwendet das Dokumentationssystem bereits bei allen österreichischen Bauvorhaben. „Wir sparen damit Zeit und Geld, denn die Software vereinfacht und verkürzt die notwendigen Schritte“, erklärt Jörn Wisser, Mitglied der Geschäftsführung, Alpine. Wien, Niederösterreich und das Burgenland sind bereits flächendeckend ausgestattet. Engelbert Schwank, kaufmännischer Niederlassungsleiter der Region Hochbau Ost der Alpine, betont die Vorteile für das Unternehmen: „Wir können mit dem System alle Arbeiter rasch erfassen und die notwendigen Unterlagen sicher archivieren. Damit beschleunigen wir die behördlichen Kontrollen, weil alle Daten und Dokumente für das jeweilige Bauvorhaben sofort vor Ort verfügbar sind. Das ist für uns als großer Auftraggeber sehr wichtig.“ Wichtig war Ishap die einfache Anwendung – denn sonst, sind die Software-Experten überzeugt, verwendet keiner am Bau das Dokumentationstool. Derzeit wird das Ishap-System auf den Alpine-Bauvorhaben in Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und der Steiermark installiert, dann sollen auch Tirol und Vorarlberg „angeschlossen“ werden.

Natürlich kann jeder Unternehmen über die Art und den Umfang der Dokumentation seines Personals entscheiden – Fakt ist jedoch, dass die Erfassung nicht nur für die interne Verwaltung wie auch Kostenwahrheit wesentlich ist, sondern auch bei Kontrollen durch die Kiab oder Buak ohne Aufwand für Transparenz sorgt. „Im Fall einer Kontrolle spart der Bauunternehmer Zeit und Geld, wenn die benötigten Unterlagen und Dokumente auf einen Klick zur Verfügung stehen und nicht erst umständlich wie bis dato vielerorts üblich aus Ordnern herausgesucht werden müssen“, ist Irrschik überzeugt.

Bedürfnisse der Baubranche
Die Software ist auf die Bedürfnisse der Baubranche abgestimmt. Sie informiert die Verantwortlichen vor Ort darüber, welche Unterlagen sie zu jedem Arbeiter – dessen Nationalität berücksichtigend – erfassen müssen. Das System warnt den Bauunternehmer sogar, wenn notwendige Dokumente wie Arbeitserlaubnis oder Niederlassungsnachweis fehlen oder auch demnächst ihre Gültigkeit verlieren. So behalten Bauleiter und Poliere den Überblick im Dokumentationsdschungel und können sicherstellen, dass auf ihren Bauvorhaben alle Arbeiter legal beschäftigt werden und kein Sozialversicherungsbetrug stattfindet.

Der Idee von Ishap liegt Baumeisterpraxiserfahrung und -wissen zugrunde – denn die Entwicklung stammt von Baumeister Thomas Korol, der mit dem System und seinem Unternehmen 2008 startete. Seither hat sich Ishap auf mobile Dokumentations- und Archivierungssoftware für Unternehmen der Baubranche spezialisiert.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

News
03.05.2012

Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Vorstandsmitglied der Bauarbeiter- Urlaubs- und Abfertigungskasse Josef Muchitsch und Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel zogen in einer Pressekonferenz ...

News
30.09.2011

Viele kriminelle Machenschaften gegen das eigene Unternehmen bleiben unerkannt und werden nicht angezeigt. Fünf Fragen und ihre Antworten, die die Achtsamkeit im Unternehmen einfach und schnell ...

News
30.08.2011

Die kroatische Regierung wird ihre Drohung, im Land mit dem Abriss illegaler Bauten zu beginnen, doch nicht umsetzen. Statt dessen werden die geschätzten rund 150.000 Häuser legalisiert - eine ...

News
17.08.2011

Auch wenn nach der Ostöffnung der große Ansturm auf den Bau ausbleibt - der Druck auf die Löhne ist da. Die BUAK hat seit Mai zahlreiche ausländische Firmen kontrolliert. Das Ergebnis: Bei jedem ...

News
12.08.2011

Beschäftigungsbewilligung, ade. Seit 1. Mai 2011 steht der heimische Arbeitsmarkt auch Arbeitswilligen aus mittel- und ostmitteleuropäischen EU-Mitgliedstaaten uneingeschränkt offen. Allfälligen ...

Werbung