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Gegen das Vergessen

09.09.2014

Wien wird ein internationales Zentrum für die Holocaust-Forschung.  Mit der Grundsteinlegung zur neuen Heimat des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien wird auch gegen das Vergessen angekämpft.

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) erhält eine neue Heimat: Voraussichtlich ab November 2015 wird die Forschungs- und Vermittlungseinrichtung an den Rabensteig in der Inneren Stadt in Wien übersiedeln. Um den Grundstein zu legen trafen Vertreter von Politik und Kultusgemeinde zusammen und warnten gleichzeitig vor neuen Formen des Antisemitismus.

"Es ist ein Tag großer Freude und ein sehr wichtiger Schritt, um Wien endgültig als Zentrum der Aufarbeitung der Shoah zu etablieren", freute sich Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), bei der Grundsteinlegung. Schon Wiesenthal selbst habe gewollt, dass seine gesammelten Dokumente sowie seine Bibliothek nach seinem Tod in Wien verbleiben. Mit der Grundsteinlegung habe man einen "weiteren Schritt in die richtige Richtung" getan, erklärte auch Bundeskanzler Werner Faymann. Damit Antisemitismus und Vorurteile nicht die Oberhand gewinnen, brauche es aber nicht nur historische Aufarbeitung. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) betrachtet das VWI "als einen aktiven Teil der Erinnerungskultur" der Stadt Wien. Das Institut sei nicht nur eine wichtige Maßnahme zur Erinnerung, Analyse und Aufklären, sondern solle auch ein Begegnungszentrum zwischen der jüngeren Generation und den Überlebenden des Holocausts darstellen. "Wien ist dafür ein guter und richtiger Ort", so der Wiener Stadtrat.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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