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Evidenzbasierte Diskussion

Mehrere Perspektiven

Gehören Mehr Bauberufe in die Mangelberufsliste?

Mit einer aufwendigen Bürokratie hält die Bundesregierung Arbeitswillige von Österreich fern. Die durchschnittliche Verfahrensdauer für eine Rot-Weiß-Rot-Karte beträgt 15 Wochen. So lange kann ein Arbeitgeber nicht warten. Die Mangelberufsliste ist zu spezifisch und einzelfall­bezogen. Dadurch geht sie an den Erfordernissen der Praxis vorbei. Anstatt auf Quoten und komplexen Verfahren zu bestehen, sollte Österreich darauf abstellen, dass die richtigen Arbeitskräfte zu uns kommen: Wer eine gesuchte Qualifikation mitbringt und eine Stelle nachweist, die über einen längeren Zeitraum erfolglos ausgeschrieben war, soll hier arbeiten dürfen. Dies würde den Fokus der Zuwanderungspolitik von der Familienzusammenführung hin zu Qualifikation und Arbeit verschieben. Wir müssen letztlich wieder zu einer ehrlichen Diskussion zurückkehren. Nur so können am Ende Arbeitnehmer, Arbeitgeber und der Standort Österreich profitieren.

Gerald Loacker, Stellvertretender Klubobmann und Sozialsprecher Neos

Diese Frage ist von einigen Seiten zu beleuchten. Tatsache ist, dass am Bau im Moment zu wenig gute Facharbeiter vorhanden sind. Die Bauinnungen haben sich aber sehr früh dem drohenden Facharbeitermangel gestellt. Ich darf diesbezüglich etwa an die Einführung der Lehrlingsexperten, die Eröffnung der Bauakademien, die bundesweite Austragung des Lehrlingscastings und viele andere Maßnahmen erinnern, die unternommen wurden, um den Facharbeitermangel zu verringern. Schaut man auf andere Gewerbe, so ist die Baubranche um einiges besser unterwegs. Ich fürchte, dass bei der Einführung des Maurers als Mangelberuf der Schuss nach hinten los geht und der dubiose Mittbewerb hier neue Kanäle öffnet. Dadurch wird auch die Kontrolle der Behörden schwieriger. Daher bin ich zurzeit auch gegen eine Aufnahme des Maurers in diese Liste.

Johannes Dinhobl, Geschäftsführer Dinhobl ­Bauunternehmung GmbH

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