Direkt zum Inhalt
Die glücklichen Gewinner der diesjährigen, im Rahmen der ACR-Enquete verliehenen Preise.

Gemeinsame innovativ

04.10.2017

Tragbares Himmelslicht, belüftete Fenster, Fassadenmodule inklusive Haustechnik und eine Verschlusskappe für eine neue Getränkegeneration: spannende Innovationen beim 12. ACR Kooperationspreis.

Vorfertigung des Fassadenfunktionsmusters in der Werkshalle der Kulmer Holz-Leimbau GesmbH.

Bereits zum 15. Mal lud die ACR – Austrian Cooperative Research zur ACR Enquete ein, bei der jährlich die die Kooperationen zwischen KMU und den anwendungsorientierten Forschungsinstituten sowie die gemeinsame Forschungsleistung im Mittelpunkt stehen. Rund 160 geladene Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Politik waren dabei, als die drei Kooperationspreise und der Woman Award und erstmals auch ein Start-up Preis verliehen wurden. "Die Exzellenz ihrer Forschungsleistung beweisen die ACR Institute immer wieder aufs Neue durch Kooperationsprojekte wie jene, die bei der Enquete ausgezeichnet werden“, so ACR-Präsident Martin Leitl. „Das Know-how der ACR Experten und unsere moderne Infrastruktur ermöglichen es auch kleinen und jungen Unternehmen, aus ihren Ideen erfolgreiche Innovationen zu machen.

Alles in einem

Einen der begehrten Kooperationspreise konnten Kulmer Holz-Leimbau und AEE Intec  für eine  „Fassade mit integrierter Haustechnik“ gewinnen.  Die fertigen Fassadenelemente sind rund 2,8 Meter hoch und zehn Meter breit, kann aber auf bis zu drei Meter mal 13,6 Meter  vergrößert werden, und wollen mit inneren Werten vor allem in der Sanierung überzeugen. Nicht nur das Fenster ist schon drin, auch Photovoltaik und die gesamte Haustechnik – Heizung, Lüftung sowie Ver- und Entsorgungsstränge – sind in den einzelnen Elementen bereits integriert.  Wie in einem Baukastensystem werden diese von außen an ein mehrstöckiges Wohnhaus Stück um Stück aufgesetzt und angeschlossen. „Der eigentliche Kern der Innovation ist die integrierte Technik, sie ermöglicht eine umfassende Sanierung des Gebäudes in kürzerer Zeit und mit über den Lebenszyklus gerechnet deutlich niedrigeren Kosten“, erläutert Projektleiter Christian Liebminger von Kulmer Holz-Leimbau die Innovation. „Der allergrößte Vorteil ist aber, dass nichts aufgestemmt wird und die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Wohnungen für die Zeit der Sanierung nicht mehr verlassen müssen.“

Simple Lösung

Auch die KPA - Katzbeck Produktions GesmbH Austria und die Holzforschung Austria durften sich über einen Preis freuen. „Window Air“ ist ein Verbundfenster mit einem Innenflügel aus Isolierglas und einem weiteren Außenflügel. Dazwischen befindet sich eine Jalousie. Das Neue an diesem Verbundfenster sind die Öffnungen am unteren Rahmen auf der Außenseite und am oberen Rahmen auf der Innenseite, wodurch die Öffnungen den Zwischenraum zu einem Luftkollektor und somit das Fenster zur Belüftungsanlage machen. Frische Luft dringt durch die unteren Öffnungen ein, wird erwärmt, steigt auf und strömt durch die oberen Öffnungen in den Innenraum. „Window Air“ braucht keinen Strom, keine zusätzlichen Aufbauten oder Umbauten.

Abseits der Branche

Weniger der Baubranche zuzuordnen ist sind die Gewinner des dritten Preises. Die Move Products GmbH und das OFI wurden für die Entwicklung eines Trinksystem, bei dem sich der Sirup erst durch das Öffnen der Flasche mit dem Wasser vermischt – ohne chemische Konservierungsstoffe und trotzdem bis zu zwei Jahren haltbar. Auch der Start-up Preis ging an das OFI, diesmal in Kombination mit der Pocket Sky OG für „Pocket Sky“, für die Entwicklung eines dezenten, tragbaren Lichtbogens.

Über den ACR Woman Award 2017 durfte sich die Physikerin Evelin Fisslthaler vom Zentrum für Elektronenmikroskopie Graz (ZFE) freuen. Die Forscherin ist seit 2009 am ZFE tätig und ist Spezialistin für Nanoanalytik. Fisslthaler wurde für ihre Führungsrolle bei dem Projekt „Quantitative Analyse innerer Grenzflächen“ ausgezeichnet.

Autor/in:
Christoph Hauzenberger
Werbung

Weiterführende Themen

Interviews
28.06.2017

Errichtung, Betrieb, Entsorgung: Kaum eine Branche benötigt so hohe Ressourcen wie der Baubereich. Ein Dorn im Auge von Hubert Rhomberg, der smarte Methoden entwickelt hat, um Abhilfe zu schaffen ...

Die angestrebte große Lösung: So könnte der Wiener Sportclubplatz in Zukunft aussehen.
Aus der Branche
19.06.2017

Die Stadt Wien bewilligte die Subvention der Sanierung des Wiener Sportclubplatzes. Geht alles flott, könnten schon im November die Bagger anrollen.

Stellt den Mensch in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns: Neo-Professor Gerald Goger (Mitte), umringt von Ronald Blab, Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen, Karl Weidlinger, Geschäftsführer von Swietelsky, sowie Christoph Achammer, Professor am Institut für Industriebau und interdisziplinäre Bauplanung, und Andreas Kropik, Vorstand am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft (v.l.).
Aus der Branche
06.06.2017

„Moderner Baubetrieb erfordert Interdisziplinarität“ war Titel der Antrittsvorlesung, die Gerald Goger ein Jahr nach seiner Berufung an die TU Wien hielt.

„Sesam öffne dich“ bei Sonne – „Klappe zu“ bei Regen: Fakro-Fenster sollen das Wohnraumklima künftig automatisch regeln.
Aus der Branche
06.06.2017

Die Wünsche österreichischer Fakro-Kunden inspirieren die Forschungsabteilung des ­Mutterkonzerns in Polen, sagt Carsten Nentwig.

Präsident Martin Leitl präsentiert stolz den Jahresbericht der ACR für das abgelaufene Jahr.
Branche
06.06.2017

Für das Forschungsnetzwerk ACR verlief das Jahr 2016 mehr als zufriedenstellend.

Werbung