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Gesamtstabilisierung forcieren

11.06.2010

Spätestens seit Bekanntwerden der Griechenland-Misere ist es jedem klar: Die Krise ist längst nicht vorbei. Die Bauwirtschaft ist jedoch gewappnet und präsentiert Vorschläge zur Stabilisierung der Konjunktur.

Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei. Und hat gar Potenzial zur Schlimmsten aller Zeiten zu werden – wenn man der Astrologin Hakan Kirkoglu Glauben schenkt. Sie sah es in den Sternen: Die Ouvertüre wird sich bis 2014 hinziehen. Doch im Grund geht es bis 2024. Und selbst dann ist nicht Schluss. Und sie nennt den wirklichen Grund allen Übels: 2010 wird der Uranus ins Sternbild Widder eintreten. Doch zurück auf den Boden der Tatsachen. Eine halbwegs genaue Prognose zur Entwicklung der Krise zu erstellen ist wie ein Lottogewinn: äußerst unwahrscheinlich, alles ist möglich. Der Grund dafür liegt in der Komplexität des extrem sensiblen und global eng verwobenen Wirtschaftsnetzes. Da reicht es theoretisch schon, dass in China ein Fahrrad umfällt.

Optimistisch zeigte sich Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vor wenigen Tagen: „Die Stimmung ist besser als die Zahlen. Der Konjunkturindikator ist im April mit 2,2 auf den höchsten Wert seit zwei Jahren gestiegen. Das zeigt, dass Unternehmer und Konsumenten optimistisch in die Zukunft blicken. Und: Schon 2009 waren die Konjunkturzahlen letztlich besser als die Prognosen.“ Besonders der Bau, der im ersten Quartal aufgrund des kalten und langen Winters geschwächelt hat, wird im zweiten Quartal wieder zulegen, ist Mitterlehner überzeugt.

Keine Entwarnung
Das wäre auch wünschenswert, sprechen doch die angesprochenen Zahlen eine etwas andere Sprache. Die Auftragslage am Bau ist weiter stark rückläufig, legt die Statistik Austria ihre Berechnungen auf den Tisch: Die österreichischen Bauunternehmen haben einen Auftragspolster von insgesamt 6,1 Milliarden Euro, das entspricht einem Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem im Tiefbau kam es zum Einbruch, der Hochbau blieb auf dem Niveau des schwachen Vorjahres halbwegs stabil. Keine Entwarnung kommt von Andrea Kunnert vom Institut für Wirtschaftsforschung, Wifo: „Die Bauwirtschaft ist maßgeblich von der Wirtschaftskrise betroffen, das wird sich zumindest dieses und auch die nächsten Jahre noch zeigen. Neben einer schwierigen Finanzierungssituation ist dafür vor allem die deutlich gestiegene Unsicherheit verantwortlich. Gerade im Bereich der privaten Nachfrage werden langfristige Investitionen in Gebäude daher momentan mehrheitlich aufgeschoben.

Abgeschwächt wurde der Einbruch einerseits durch die gute baukonjunkturelle Lage und die vollen Auftragsbücher vor der Krise, und andererseits profitiert die Bauwirtschaft von konjunkturpolitischen Maßnahmen, das heißt Infrastrukturprojekten und Sanierungen. Gerade bei den Infrastrukturmaßnahmen ist aber angesichts des erhöhten erwarteten Konsolidierungsdrucks ab dem nächsten Jahr wieder mit weniger Impulsen, vor allem im Tiefbau, zu rechnen.“ Verschärfend kommt der Einbruch beim Wohnungsneubau hinzu. Als Indiz gelten hier die Wohnbaubewilligungen. Und die nehmen seit 2007 merklich ab. Nach einem Einbruch 2008 von minus zwölf Prozent verlangsamte sich der negative Trend zwar auf minus vier Prozent, wird sich aber laut Wifo heuer und 2012 gleichbleibend abwärts fortsetzen.

Die Folge: Der Rückgang dämpft die
Wohnbauinvestitionen. Dies könnte auch negative Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Produktion und den Arbeitsmarkt haben. „2012/13 kommt eine kritische Zeit auf uns zu. Die Bewilligungszahlen sind eingebrochen. Es muss massiv daran gedacht werden, welche Maßnahmen zu setzen sind“, warnt auch Hans-Werner Frömmel, Bundesinnungsmeister Bau.

Schlechte Preise
Ein schwacher Trost: Österreich ist nicht allein mit der Krise. „Im internationalen Vergleich sind wir noch glimpflich davon gekommen. Die Bauwirtschaft hat zwar auch bei uns empfindliche Einbußen zu verzeichnen. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass in Irland oder Spanien die Wohnungsfertigstellungen um 80 bis 90 Prozent eingebrochen sind, weiß man, dass bei uns die Uhren noch richtig gehen“, attestiert Wolfgang Amann vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen, IIBW. Die globalen Folgen der Krise – auch für die Bauwirtschaft – hat die Kreditversicherung Prisma in einer Studie festgehalten. Der weltweite Bauwirtschaftsmarkt mit einem Gesamtvolumen von rund 5.600 Milliarden Dollar (4.546 Milliarden Euro) schrumpfte 2008 um 1,8 Prozent und 2009 um 4,9 Prozent. Die einzigen Wachstumsmärkte sind aktuell nur noch in Asien (ohne Japan), vor allem in Indien und China, zu finden. In Spanien hingegen beläuft sich der Bestand an unverkauften neuen Wohnungen laut Studie noch immer auf mehr als eine Million. 2006 gab es hier noch 866.000 Wohnbaubeginne.

In der Europäischen Union insgesamt hatte die Bauwirtschaft mit einem Wachstum von kargen 0,2 Prozent bereits 2008 stagniert. 2009 schrumpfte sie um sechs Prozent, die Wohnbaubeginne brachen um 14 Prozent ein. Laut Euroconstruct sanken die operativen Margen der 100 größten Unternehmen der Branche in der EU 2008 erstmals seit acht Jahren, und zwar auf unter sechs Prozent gegenüber 7,2 Prozent im Jahr 2007. Dieser Trend hat sich 2009 sogar verstärkt. Der Einbruch der Nachfrage hat generell dazu geführt, dass neue Aufträge zu niedrigeren Preisen akzeptiert wurden. Baustoffhersteller verzeichneten einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent, die Zahl der Insolvenzen schnellte in die Höhe. Irland und Spanien, die ein unverhältnismäßig starkes Wachstum der Bauwirtschaftsmärkte verzeichnet hatten, gehörten mit Umsatzeinbrüchen von 50 beziehungsweise 25 Prozent im Zeitraum 2008 bis 2009 zu den am stärksten betroffenen Ländern.


Weniger Insolvenzen

Hoffnung gibt der erste Quartalsbericht 2010 des Kreditschutzverbandes KSV1870: Über alle Branchen konnten sechs Prozent weniger Insolvenzfälle, zehn Prozent weniger eröffnete Verfahren, 27 Prozent weniger Passiva und 23 Prozent weniger betroffene Dienstnehmer verzeichnet werden. Am Bau gab es 156 eröffnete Fälle (1. Quartal 2009: 167,
–6,6 Prozent) mit 46,7 Millionen Euro Passiva (2009: 86,6 Mio. Euro). Ob damit der Trend der letzten Jahre gebrochen ist, bleibt offen. 2009 gab es in der Bauwirtschaft insgesamt 663 eröffnete Insolvenzverfahren, 2008 662 Fälle. Kommentar des KSV: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und die tiefgreifenden Probleme einiger Wirtschaftssektoren europaweit sind alles andere als gelöst.“ Und: Die Erfahrung zeige, dass Insolvenzen der Wirtschaftssituation nachlaufen, sprich erst sechs bis zwölf Monate später akut werden.

Der Grund: Unternehmer versuchen bis zuletzt, das Ruder herumzureißen, etwa durch Kostensenkungen und Kapazitätsanpassungen, oder stellen sich tot, in der Hoffnung die Krise ziehe schnell vorbei. Doch Bernd Stolzenburg von der Betrieblichen Vorsorgekasse Buak gibt zu bedenken: „80 Prozent der Insolvenzen am Bau passierten aus betrügerischer Absicht. Jetzt gibt es weniger Insolvenzen. Dazu haben die Auftraggeberhaftung und die Sozialbetrugsbekämpfung beigetragen.“

Großunternehmen stärker betroffen
Interessanterweise dürften Klein- und Mittelbetriebe weniger stark von der Krise betroffen sein. So zumindest belegt es eine Analyse der KMU Forschung Austria. Deren Direktor Peter Voithofer: „Die Analyse zeigt ein unterschiedliches Ausmaß der Betroffenheit – insbesondere in Abhängigkeit der Unternehmensgröße.“ So hat sich die Umsatzrentabilität der Kleinstbetriebe zwischen 2007/08 und 2008/09 um 0,1 Prozentpunkte verringert, bei Kleinbetrieben um 0,3 Prozentpunkte, Mittelbetriebe mussten 0,5 Prozentpunkte einbüßen und die höchsten durchschnittlichen Rückgänge verzeichneten mit Abstand Großbetriebe mit 1,8 Prozentpunkten.

Michael Steibl von der Vereinigung Industrieller Bauunternehmen (Vibö) gibt allerdings zu bedenken: „Die Studie der KMU Forschung Austria bezieht sich laut eigenen Angaben auf Auswertungen von Jahresabschlüssen mit Bilanzstichtag bis 30. 6. 2009, das heißt auf die Jahresabschlüsse des Kalenderjahres 2008. Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hat bei diesen Jahresabschlüssen noch keine allzu große Rolle gespielt. Bei den Jahresabschlüssen der Bauindustrie für 2009, welche aber erst zu einem geringen Teil veröffentlicht sind, zeigen sich bislang noch keine signifikanten Rückgänge bei der Umsatzrentabilität. Generell wird aber der hohe Preisdruck durch den starken Wettbewerb sowie das schwierigere Umfeld im Bereich der Projektfinanzierungen als belastend empfunden.“

Problem Finanzierung
„Die größten Probleme im Zusammenhang mit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise sind ohne Zweifel im Finanzierungsbereich spürbar. Zum Teil für die Bauwirtschaft selbst, mehr aber noch für ihre Kunden, ist es erheblich schwieriger geworden, größere Investitionsprojekte langfristig über den Kapitalmarkt zu vertretbaren Konditionen zu finanzieren“, erläutet Steibl. Viele Projekte im Planungsstadium, welche durchaus rentabel gewesen wären, aber mit Privatkapital oder über Banken finanziert werden hätten sollen, seien kurzerhand mangels langfristiger Finanzierungsmöglichkeiten gestoppt worden.

Steibl: „Stark davon betroffen waren Vorhaben in einzelnen mittel- und osteuropäische Länder, die unter den vielfach überzogenen Risikoeinstufungen der internationalen Rating-Agenturen besonders zu leiden hatten. Die in der Vorbereitungsphase gestoppten Projekte werden erst jetzt nach und nach in Form konkreter Baunachfrage-Rückgänge spürbar, da die Bauindustrie in den vergangenen beiden Jahren noch recht gut durch bereits in Bau befindliche Projekte ausgelastet war. Zudem hat sich die öffentliche Hand bemüht, private Nachfrageausfälle im Wege der Konjunkturpakete durch kurzfristig wirksame, zusätzliche Impulse zu kompensieren.“

Apropos öffentliche Hand: Gerade hier wird ein Auslassen, besonders bei den finanzmaroden Gemeinden, befürchtet. Das sieht auch Steibl kommen: „Hier ist zu befürchten, dass der zu Beginn der Wirtschaftskrise klar artikulierte politische Wille, mit zusätzlichen öffentlichen Investitionen den privaten Nachfrageausfällen gegenzusteuern, angesichts der angespannten Budgetlage nicht konsequent weiterverfolgt wird. Baubudgetkürzungen in einigen Bundesländern und vielen Gemeinden und auch die aktuelle Schuldenstand-Debatte bei Asfinag und ÖBB samt nochmaliger ‚Evaluierung‘ aller anstehenden Investitionsvorhaben verheißen nichts Gutes. Auch bei den angekündigten zusätzlichen Projekten der Bundesimmobiliengesellschaft sind mangels definitiver Finanzierungszusagen der künftigen Nutzer einige in Aussicht gestellte Bauvorhaben noch nicht bauwirksam geworden.“


Vorsichtig optimistisch

Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer BIG, meint dazu: „Die Aufträge für Bauprojekte sind deutlich gestiegen. Vor der ‚Krise‘ haben wir im jährlichen Durchschnitt – 2006 bis 2008 – rund 360 Millionen Euro investiert. 2009 waren es 520 Mio. Heuer werden es voraussichtlich noch einmal deutlich mehr.“ Und es gebe auch keine Mittelknappheit, etwa durch die vielzitierten ausbleibenden Mieten der Bundesinstitutionen. „Bis dato wurden alle seitens der BIG vorgeschriebenen Mieten fristgerecht bezahlt. Im Rahmen der konjunkturbelebenden Maßnahmen hat die BIG ihre Instandhaltungen deutlich erhöht. Großprojekte setzt die BIG wie bisher, aber nur auf Bestellung um. Jedenfalls sind die Aufträge für Großprojekte deutlich gestiegen.“ Und überhaupt: Man stelle sich auf ein arbeitsintensives Jahr ein: „Heuer könnten damit Projekte in der Höhe von bis zu 700 Millionen realisiert werden“, meint Stadlhuber.

Und wie geht es weiter? Szenarien wie eine lange Wirtschaftskrise wie in den 30er-Jahren oder einer Hyperinflation stehen im Raum. „Es bestehen immer noch Risiken für einen selbsttragenden Aufschwung. Für den weiteren Konjunkturverlauf ist entscheidend ob – begünstigt vom Auftrieb der Weltwirtschaft – die Ausrüstungsinvestitionen kräftig anziehen. Ein Aufschwung wird aber sicherlich ‚ruppig‘, gegenwärtig rechnet jedoch niemand mit einer lang anhaltenden Depression, da die finanzpolitischen Stabilisierungsmaßnahmen schnell eingesetzt wurden. Genauso wenig scheint gegenwärtig ein Hyperinflationsszenario realistisch, wenn die Unabhängigkeit der Zentralbank nicht von der Politik ausgehebelt wird“, ist Hans Pitlik vom Wifo überzeugt.

Langsame Erholung
Kunnert vorsichtig: „Erst mit einer gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung ist auch mit einer langsamen Erholung der Bauwirtschaft zu rechnen. Es dann kann davon ausgegangen werden, dass sich die derzeitige Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen reduziert und wieder längerfristige Bauinvestitionen getätigt werden.

Durch eine Erholung der Gesamtwirtschaft entsteht außerdem wieder mehr Nachfrage nach Gebäuden im privatwirtschaftlichen Bereich. Insgesamt wird deshalb für 2010 weiterhin von Minus einem Prozent ausgegangen, dämpfend werden 2011 das Auslaufen bauspezifischer Konjunkturmaßnahmen und das mögliche Einsetzen von Sparmaßnahmen wirken, während mit einer Ausweitung der privaten Nachfrage gerechnet werden kann.“  David Walch von der globalisierungskritischen Organisation Attac ist pessimistischer: „Die entscheidende Frage ist, ob die Regierungen darauf zukunftsfähige Antworten finden: Jetzt massiv zu sparen wäre genau der falsche Weg. Durch Sparpakte und Massensteuern droht eine lange Rezession, die Arbeitslosigkeit würde weiter ansteigen – und davon wäre auch sicher die Bauwirtschaft betroffen.“

Maßnahmen gefordert
Die Gefahr, die von unregulierten Finanzmärkten ausgehe, sei auch in den nächsten Jahren weiterhin nicht gebannt. Große Finanzblasen seien weiterhin möglich. Walch: „Die Staaten haben aber ihr Pulver mit Banken- und Konjunkturpaketen bereits verschossen. Eine zweite Rettungsaktion wird es wohl kaum in dieser Form mehr geben können. Der Finanzsektor muss reguliert werden, um das System zu stabilisieren. Werden die Staaten jetzt kaputtgespart, ist eine lange Rezession unausweichlich – siehe Griechenland.“
Falsches Sparen ist auch nichts für die Baubranche, so Frömmel: „Dass alle sparen müssen, ist klar.

Aber kaputtgespart ist totgespart. Gezielte, sinnvolle Investitionen sind notwendig.“ Etwa die lange geforderte Weiterführung der Förderaktion zur thermischen Sanierung oder der Handwerkerbonus und der damit einhergehenden Bekämpfung der Schattenwirtschaft. „Ich bin eigentlich keiner, der Pessimismus verbreiten will. Je negativer man sieht, desto dramatischer reagiert die Wirtschaft“, will Frömmel aber nicht zu sehr schwarzmalen.

Auch Amann setzt sich für Fördermaßnahmen ein: „Es ist völlig unverständlich, dass es der Regierung heuer nicht gelungen ist, die thermische Sanierungsaktion fortzuführen. Der Schuldenkrise kann nur mit einer Balance aus öffentlichem Sparen und Wachstum begegnet werden.

“Steibl setzt auf den Straßenbau: „Im Interesse des Wirtschaftsstandortes wäre es wünschenswert, wenn die laufende Investitionsoffensive im Bereich des hochrangigen Verkehrswegebaus und auch die in den Konjunkturpaketen in Aussicht gestellten Zusatzinvestitionen konsequent weitergeführt werden, auch wenn die Budgetsituation der öffentlichen Hand derzeit nicht einfach ist. Infrastrukturinvestitionen wirken auch langfristig infolge verbesserter Standortqualität, welche wiederum private Folgeinvestitionen und damit verbundene zusätzliche Einnahmen für die öffentliche Hand generiert.“


Fokus auf Klimaschutz

Weitere Maßnahmen fordert auch das Wifo: „Zur Stützung des noch fragilen Aufschwungs wird ein zeitlich begrenztes Impulspaket empfohlen. Zukunftsinvestitionen wie etwa für Klimaschutz sind wichtiger Bestandteil davon. Wichtig ist dabei, dass es möglichst aus Umschichtungen von anderen, weniger produktiven Ausgaben finanziert wird“, so Pitlik.Gespart werden sollte vor allem bei den Personal- und Sachausgaben der Staatsverwaltung, bei Subventionen und im Gesundheitswesen. Steuererhöhungen sollten nur kommen, wenn die notwendige Konsolidierung aufgrund konjunktureller Probleme nicht schnell genug erreicht werden kann. Walch dazu: „International muss die Regulierung des Finanzsektors und eine koordinierte Wirtschafts- und Steuerpolitik in der EU an erster Stelle stehen.“ Die Krise sorgt auch für gesellschaftliche Unruhe. Stichwort: gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung.

„Gegenwärtig besitzen in Österreich die Reichsten zehn Prozent knapp 60 Prozent des gesamten Vermögens. Vermögenssteuer, Bankabgabe, ein Ende der Steuerprivilegien für Kapitaleinkommen und eine Finanztransaktionssteuer könnten einen gerechten Beitrag leisten. Damit könnten nicht nur das Budget saniert und Schulden abgebaut werden, dringend nötige Zukunftsinvestitionen getätigt werden, sondern auch Massensteuern und Kürzungen bei Sozialleistungen verhindert werden. Gerade die Bauwirtschaft könnte durch mutige Investitionen in ökologische Projekte angekurbelt werden“, ist Walch überzeugt.

Helmut Melzer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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