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Gestärkt ins neue Jahr

18.12.2009

Ein Rückblick auf 2009 zeigt, dass trotz schwieriger Umstände die Bauwirtschaft gute Arbeit leistet. Auch 2010 wird ein herausforderndes Jahr, das die Branche mit Optimismus und Innovationen begehen will.

Das Jahr 2009 war ein turbulentes Jahr. Geprägt von der Finanz- und Wirtschaftskrise sahen sich viele Unternehmen vor neue Herausforderungen gestellt. Impulse wie die Konjunkturpakete konnten nur teilweise die neuen Rahmenbedingungen abfedern. Trotz der Schwierigkeiten kann das Baugewerbe auf zahlreiche gute Leistungen zurückblicken. Die Bundesinnung Bau sowie die jeweiligen Landesinnungen waren verstärkt bemüht, während der wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit innovativen Projekten die heimischen Betriebe zu stützen. Die Landesinnung Wien hat verstärkt in die Öffentlichkeitsarbeit und das Image der Baumeister investiert. Mit der neuen Kampagne „Wir Wiener Baumeister“ wurde gezielte Imagewerbung betrieben. Die originellen Sujets mit Fotos von Baumeistern in Tageszeitungen sollten direkt die Zielgruppe ansprechen. Walter Ruck erklärt die Idee dahinter: „Die Baumeister sollten sich selbst mit ihrer Tätigkeit präsentieren, damit man den Menschen sieht, der den Beruf ausübt und stolz darauf ist“, so der Wiener Landesinnungsmeister. Auch die Landesinnung Salzburg rückte die Öffentlichkeitsarbeit in den Vordergrund und stärkte durch die „Marke Baumeister“ mit vielen innovativen Konzepten die Qualität der Salzburger Baumeister. Johann Jastrinsky, Landesinnungsmeister Salzburg, und die Funktionäre der Landesinnung forcierten mit der Kampagne erfolgreich das Image und den Bekanntheitsgrad der Marke „Salzburger Baumeister“.
Die Landesinnung Bau Niederösterreich blickt ebenfalls auf ein aktives Jahr zurück. Der Niederösterreichische Baupreis sowie der Niederösterreichische Bautechnikpreis wurden feierlich vergeben. Gemeinsam mit klima:aktiv und dem Bau.Energie.Umwelt-Cluster wurde ein Weiterbildungskurs zur thermischen Sanierung initiiert. Aus- und Weiterbildung wird in der Baubranche bereits seit langem großgeschrieben. Vor allem die Landesinnung Bau Steiermark setzte 2009 verstärkt auf die Förderung des Nachwuchses – erfolgreich, wie sich spätestens beim Bundesjungmaurerwettbewerb in Vorarlberg zeigte. Die drei ersten Plätze gingen an die besten Jungmaurer der Steiermark.

Augenmerk auf Nachwuchs
Um den Nachwuchs noch früher für die Baubranche und ihre Ausbildungsmöglichkeiten zu begeistern, initiierte die Landesinnung Bau Tirol die Kampagne „Bau auf Bau“. Mit dem Maskottchen „Bauli“ wurde in der Volksschule Schwoich eine ganze Woche lang ein Pilotprojekt abgehalten. Damit sollen bereits dem ganz jungen Nachwuchs in der Volksschule die Bauberufe nahegebracht werden.
Ebenso bemüht, die Qualität der Ausbildung weiter hochzuhalten, ist die Landesinnung Bau Kärnten. Auch in Klagenfurt wurde 2009 verstärkt auf die Jugend gesetzt. In der BauAkademie Kärnten wurde am Bautag ebenfalls ganz junges Nachwuchspotenzial geladen, um bereits den Kleinen aufzuzeigen, welche Chancen sich mit einer fundierten Ausbildung am Bausektor bieten. „Wir wollen das Innungshaus Bau und Technik mit Leben erfüllen und zu einer Schule des Bauens machen. So können wir der Zukunft gut gerüstet begegnen“, ist Landesinnungsmeister Stefan Hasse überzeugt. Dem Aufruf sind rund 50 Kinder gefolgt und besuchten die BauAkademie in Kärnten, um sich einen ersten Eindruck zu holen.
Auch die Landesinnung Bau Vorarlberg ist bemüht, die Qualität der Ausbildung von Fachkräften weiter auszubauen und zu verstärken. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war die Installierung der BauAkademie Vorarlberg mit dem Maurerausbildungszentrum (MAZ) am Standort des Wifi Hohenems. Aber auch die jährliche Baustudienwoche ist für die Vorarl­berger Baumeister zu einem wichtigen Fixpunkt geworden. Im Jänner 2010 werden bereits die 39. Vorarlberger Bautage abgehalten. Ein wichtiges Thema, das die Branche beschäftigt und bei den Bautagen eine zentrale Rolle einnehmen wird, ist der Schwerpunkt „Aktuelle Situation der heimischen Baubranche sowie Zukunftsperspektiven“. Auch die burgenländische Baubranche setzte 2009 verstärkt auf die wichtige Vernetzung. So fand im Oktober der erste burgenländische Baugipfel statt. Die von Landesinnungsmeisterin Maria Epple initiierte Veranstaltung lieferte eine Vorschau über die zu erwartende Beschäftigungssituation und forcierte Maßnahmen, die einer krisenhaften Entwicklung am Bausektor entgegenwirken.

Gemeinsam stark
Die Landesinnung Bau Oberösterreich hat sich 2009 mehr denn je auf innovative Konzepte im Bereich alternative Energiestrategien konzentriert. Mit dem Sonnenhaus als Vorzeigeprojekt soll das Bauen mit der Sonne effiziente Möglichkeiten aufzeigen und als Wirtschaftsmotor fungieren. Dabei geht es den Initiatoren sowohl um Nachhaltigkeit als auch um ökonomische Anreize sowie die Verantwortung der Bauwirtschaft. „Wir beschäftigen an die 300.000 Mitarbeiter im österreichischen Baugewerbe, Baunebengewerbe und Industrie, wir sind der Seismograf der Wirtschaft, es liegt an uns, der Politik auch unsere Anliegen zu transportieren“, ist Norbert Hartl, Landesinnungsmeister Bau Oberösterreich überzeugt. In diesem Zusammenhang ist auch die Forcierung von nachhaltigen Bauweisen ein zentrales Thema innerhalb der gesamten Branche.
Das Jahr 2010 verspricht ebenfalls schwierig zu werden und die Bauwirtschaft vor erneute Herausforderungen zu stellen. Daher werden weiterhin Maßnahmen gefordert, die einem erwarteten Auftragsrückgang entgegenwirken. Um die Branche weiterhin zu stärken und den Baumeistern den Rücken zu decken, fordern die Baupaktpartner die Politik auf, konkrete Maßnahmen zu setzen. Dazu zählt unter anderem die Erleichterung der Abwicklung von Stadterneuerungsmodellen mit einer 15tel-Abschreibung wie auch Konjunkturbelebungsmodelle nach dem Vorbild der steirischen Winterbauoffensive. Auch mithilfe eines Bauhandwerkerbonus soll das Gewerbe gesichert werden. Die reduzierte Mehrwertsteuer für energieeffiziente Bauweisen würde der Branche ebenfalls einen Aufschwung bringen, sind Hans-Werner Frömmel, Robert Schmid, Josef Muchitsch und Manuel Graf, die gemeinsam für die Errichtung der Kiotoziele kämpfen, überzeugt. Die Möglichkeit der Abschreibung für private Haushalte würde helfen, mehr Privatvermögen für die Wirtschaft zu lukrieren, so die Experten. Ebenso wichtig wäre in diesem Zusammenhang die verpflichtende Rechnungslegung bei Inanspruchnahme von Förderungen wie etwa der Wohnbauförderung. Einen weiteren Impuls könnte die steuerliche Begünstigung für die Adaptierung von Wohnungen und Einfamilienhäusern zum altersgerechten und betreuten Wohnen liefern. Der Bundesinnungsmeister fordert konkrete Maßnahmen: „Heuer erweist sich für das Baugewerbe die thermische Sanierungsaktion als Erfolgsmodell. Doch für 2010 sieht es schlecht aus, denn es gibt keine Mitnahmeeffekte von 2009. Die Preise am Bau sind noch dazu weit unter den Herstellungskosten. Wir fordern eine Fortsetzung der thermischen Sanierungsaktion wie auch ein deutliches Umdenken im Wohnungsneubau“, so Hans-Werner Frömmel.
Bei der Landeshauptleute-Konferenz im November, zog auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner Bilanz über das vergangene Jahr. „Die Konjunkturpakete haben dafür gesorgt, dass Österreichs Wirtschaft mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 3,8 Prozent besser durch die Krise kommt als die anderen Euroländer“, so Mitterlehners positiver Rückblick. „Wir hoffen, dass sich die Aufwärtsbewegung, die sich derzeit – wenn auch mit Gegenwind – abzeichnet, fortsetzen wird. Es ist geplant, im nächsten Jahr die Förderung der thermischen Sanierung mit einem neuen Modell fortzuführen und eng mit den Bundesländern abzustimmen. Zudem werden die vorgezogenen Neubauten, Sanierungen und Instandhaltungen der Bundesimmobiliengesellschaft den Unternehmen in ganz Österreich auch im Jahr 2010 weitere Aufträge bringen“, ist Mitterlehner überzeugt. Besonders positiv hob er hervor, dass das Austria Wirtschaftsservice heuer nicht nur mehrere geförderte Kredite und Haftungen vergeben hat, sondern auch deren Service verbessern konnte. So wurden etwa die Bearbeitungszeiten für erp-Kleinkredite auf zwei Wochen und für KMU-Haftungen auf drei Wochen verringert.

(Diana Danbauer, die Bauzeitung)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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