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Gewaltige Investitionen

18.03.2010

Die ÖBB setzen verstärkt auf Investitionen. Eine aktuelle Studie belegt, dass dadurch nicht nur die Qualität der Bahn steigt, sondern auch Arbeitsplätze geschaffen und der Wirtschaftsstandort Österreich gesichert wird.

Die ÖBB-Infrastruktur AG investiert jährlich rund 2,3 Milliarden Euro in die Modernisierung und den Ausbau von Bahnhöfen und Streckennetz. Eine aktuelle Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS), des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) und des Joanneum Research zeigt, dass eine Milliarde an Investitionen bis zu 17.000 Arbeitsplätze sichert.

Zudem geht aus den Untersuchungen hervor, dass die Investitionen der ÖBB durchschnittlich das Doppelte an Wertschöpfung sichern. Die Politik verspricht sich davon zusätzlich hohe steuerliche Rückflüsse. „Wir forcieren den Ausbau der Bahninfrastruktur in Österreich, weil wir ein starkes Bahnnetz brauchen. Mit diesen Investitionen schaffen wir die Basis für die effiziente und umweltfreundliche Mobilität von morgen“, ist Infrastrukturministerin Doris Bures überzeugt. „Mit Investitionen in den Infrastrukturausbau ist das Geld gut angelegt“, so Bures weiter, „wir brauchen diese Investitionen in den Ausbau, dazu gibt es keine Alternative.“

Gemeinsame Ziele
Die Finanzierung bzw. der Rahmenplan ist vertraglich klar geregelt, wie Bures betont. Die Bund ermächtige die Bahn, Geld aufzunehmen, die dann von der öffentlichen Hand 70 Prozent seiner Ausgaben wieder zurückbekommt. Momentan betragen die Annuitäten vom Staat an die ÖBB laut Bures rund 311 Millionen Euro, steigen aber in den nächsten Jahren rapid an. Der Höhepunkt soll im Jahr 2025 erreicht werden, wo der Bund der Bahn 1,6 Milliarden Euro zuschießt – inklusive Brenner-Basistunnel (BBT). Laut Andreas Matthä, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur, beinhalten diese Annuitäten sowohl Zinszahlung als auch Kapitaltilgung. Die Ministerin betont: „Das sind keine Subventionen an das Unternehmen.“

Bures erklärt darüber hinaus, dass dies ein gemeinsames Ziel von ihrem Ressort sowie von Finanz-, Sozial- und Umweltministerium ist. Peter Klugar, Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG, verweist auf die Ergebnisse der Studie: „Diese machen deutlich, wie wichtig der Bahnausbau ist bzw. dass sie auch ökonomisch Sinn machen. Viele Strecken haben Nachholbedarf, wir brauchen mehr Kapazität für mehr Züge, um das Potenzial voll ausschöpfen zu können. Wichtige Verkehrsachsen müssen daher einheitlich ausgebaut werden“, so Klugar. Dieser Ansicht schließt sich auch Matthä an: „Die Bahn ist der Blutkreislauf Öster­reichs. Allerdings sind 70 Prozent der Strecken noch aus Zeiten der Monarchie und zum Teil 150 Jahre alt – dementsprechend sieht auch der Fahrplan aus“, weiß Matthä. „Es ist von zentraler Bedeutung, die wirtschaftliche Vernetzung EU-weit zu verstärken. Dafür müssen wir die Kapazitäten jetzt schaffen, damit wir künftig gerüstet sind. Die Verkehrsströme werden auch weiterhin rapide wachsen“, so Matthä.

Franz Sinabell, stellvertretender Leiter des Wifo, streicht vor allem den volkswirtschaftlichen Nutzen hervor: „Die Investitionen in die Bahn-Infrastruktur wirken sich schnell und direkt belebend auf die Konjunktur und den Arbeitsmarkt aus. Zudem sind Investitionen trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten ein wichtiger Beitrag und tragen zur Überbrückung der Krise bei“, so Sinabell. Ebenso überzeugt von den positiven Begleiterscheinungen der ÖBB-Investitionen ist Richard Sellner, Studienautor vom IHS: „Betrachtet man das gesamte Investitionsprogramm der ÖBB, werden gemäß Rahmenplan 2009 bis 2014 rund 34 Milliarden Euro investiert. Durch den Bau und Betrieb dieser Investitionen entsteht eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 72 Milliarden Euro“, so Sellner.

Peter Koren, IV-Vize-Generalsekretär, spricht sich in dem Zusammenhang besonders für die Sanierung des Bundesbudgets durch Strukturreformen aus, womit die Vorraussetzung für Zukunftsinvestitionen geschaffen wird: „Wir brauchen Spielraum für die entscheidenden Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation sowie Infrastruktur – und damit insbesondere auch in die Schiene – wenn das Industrieland Österreich weiterhin im globalen Wettbewerb bestehen können soll“, so Koren.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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