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Gute Zahlungsmoral in Österreich

03.09.2010

Die aktuelle Trendumfrage des KSV1870 zur Zahlungsmoral in Österreich zeigt, dass die wirtschaftliche Situation wieder aufwärts geht. Bei der im Juni 2010 durchgeführten Umfrage beteiligten sich rund 2.000 österreichische Betriebe. Hauptsächlich handelt es sich dabei um klein- und mittelständische Unternehmen.

Der Trend geht dabei eindeutig in eine positive Richtung. 83 Prozent der Unternehmen zahlen ihre Rechnungen innerhalb des Zahlungsziels. Bei den privaten Kunden sind es sogar 90 Prozent. Am nachlässigsten mit der pünktlichen Begleichung ihrer Zahlungseingänge ist mit 74 Prozent die öffentliche Hand.

„Es würde dem wirtschaftlichen Aufschwung bzw. den einzelnen Unternehmen schon geholfen sein, wenn die öffentliche Hand rechtzeitig ihre Zahlungseingänge begleichen würde. Hier ist auch die gefordert, die richtigen Signale zu setzen“, so Johannes Nejedlik, Vorstand KSV1870 Holding AG. So beträgt die Zahlungsdauer bei Firmenkunden durchschnittlich 32 Tage, wovon sechs Tage Zahlungsverzug sind. Bei Privatkunden beträgt die durchschnittliche Zahlungsdauer 18 Tage inklusive vier Tage Zahlungsverzug. Die öffentliche Hand hingegen lässt sich durchschnittlich 40 Tage Zeit, ihre Rechnungen zu begleichen und ist acht Tage davon bereits in Verzug. Allerdings ist bei allen drei Gruppen eine Reduzierung der Zahlungsdauer im Vergleich zum Vorjahr von einem Tag zu verbuchen.

Grundsätzlich ist die Zahlungsmoral in Österreich sehr gut, wie der KSV1870 durch die Trendumfrage bestätigt sieht. Insgesamt ist Österreich im Spitzenfeld bei der durchschnittlichen Zahlungsdauer im internationalen Vergleich anzutreffen. Durchschnittlich 32 Tage lassen sich die Österreich zur Begleichung Zeit. Der europaweite Durchschnitt liegt bei 52 Tagen. Der Vergleich des Zahlungsverzuges der europäischen Länder stellt Österreich ein noch besseres Zeugnis aus: Nur sechs Tage ist Österreich durchschnittlich mit seinen Zahlungen in Verzug. Europa insgesamt liegt hier bei 18 Tagen.

Gründe für den Zahlungsverzug
Auf die Frage nach den Gründen einer verspäteten Zahlung von Forderungen gaben 70 Prozent der Firmenkunden einen momentanen Liquiditätsengpass an. An Platz zwei, mit 46 Prozent, rangiert bereits der Vorsatz, und mit 40 Prozent auf Platz drei liegt die Ineffizienz der Verwaltung. „Bei diesen beiden Angaben wird deutlich, dass ein stringentes Forderungsmanagement der Betriebe notwendig ist, um diesem Trend entgegenzuwirken“, ist Johannes Eibl, Geschäftsführer KSV1870 Forderungsmanagement GmbH überzeugt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Gründen für den Zahlungsverzug der Privatkunden.

An forderster Stelle mit 51 Prozent liegt auch hier der momentane Liquiditäts­engpass. Zu 48 Prozent ist die „Vergesslichkeit“ der Grund und zu 43 Prozent der „Vorsatz“. „Vergesslichkeit und Vorsatz liegen sehr eng beisammen. Vor allem bei der Vergesslichkeit ist der größte Zuwachs in den letzten drei Jahren zu verzeichnen“, so Eibl. Der KSV1870 rät daher den Gläubigern: „Zwei Mahnungen in Zwei-Wochen-Schritten sind ausreichend. Danach sollte ein Inkassobüro mit der Eintreibung beauftragt werden. Denn in jedem Fall gilt: Je jünger die Forderung ist, umso mehr Chancen hat ein Unternehmen, an sein Geld zu kommen“, so Eibl.

In jedem Fall zeigt die Entwicklungsprognose zur Zahlungsmoral für 2011 im Vergleich zu 2010 eindeutig eine positive Stimmung. Nur 32 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verschlechterung aus, 2010 waren es noch 56 Prozent. Elf Prozent erwarten eine Verbesserung im nächsten Jahr. 2010 prognostizierten nur fünf Prozent eine Verbesserung.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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