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Harte Zeiten für den Bau

14.05.2010

Obwohl in den meisten Unternehmen die Krise noch nicht ganz überstanden ist, deuten doch alle Zeichen darauf hin, dass es stetig bergauf geht. Doch die Bauwirtschaft hat sichtlich Schwierigkeiten, dem Aufwärtstrend zu folgen.

Die aktuelle Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung zur Wirtschaftslage des Mittelstandes in Österreich im Frühjahr 2010 zeigt, dass grundsätzlich Hoffnung und Optimismus bei den Unternehmen gegeben sind. Doch die Baubranche hat deutliche Probleme – vor allem gegenüber anderen Wirtschaftszweigen. Die Verantwortlichen der Studie sind von dem schlechten Ergebnis am Bausektor selbst überrascht, wie sie betonen.

Von den rund 1.900 befragten Unternehmen aus verschiedenen Branchen schätzen 42,3 Prozent der Bauunternehmen ihre Geschäftslage als sehr gut und gut ein, allerdings immer noch 17,6 Prozent als mangelhaft und ungenügend. In der Vorjahresumfrage schätzten nur 13,9 Unternehmen der Baubranche ihre Geschäftslage als mangelhaft und ungenügend ein. Deutlich zu sehen ist die Problematik der Bauwirtschaft bei den Auftrageingängen. Während die meisten Wirtschaftszweige einen Aufwärtstrend verzeichnen können, „verharrt der Auftragssaldo im Bausektor mit minus 20,6 Prozentpunkten im tiefroten Bereich, auch wenn er im Vorjahr mit minus 44,6 Prozentpunkten deutlich schlechter ausfiel", so Helmut Rödl, Geschäftsführer Creditreform. Dementsprechend entwickelt sich auch der Umsatz: „Saisonbedingt verzeichnet der Bau die schlechteste Umsatzentwicklung. Der Saldo aus gestiegenen bzw. gesunkenen Umsatzmeldungen bestätigt hier minus 38,7 Prozentpunkte", so Rödl.
Obwohl generell zu sehen ist, dass der Industriebereich von der seit Mitte vergangenen Jahres einsetzenden positiven Trendwende, die mit der Verabschiedung diverser Konjunkturpakete einsetzte, profitierte, ist eine derartige Entwicklung am Bausektor nicht zu erkennen.

 

Beschäftigungsabbau hält an

„Auch kleine und mittlere Unternehmen erweisen sich nicht mehr als Garanten für Arbeitsplätze", so Rödl. Der Beschäftigungsabbau hält durchgehend an. Vor allem im Bausektor ist ein Beschäftigungsschwund zu erkennen. Während 36,4 Prozent der befragen Bauunternehmen angaben, den Personalbestand verkleinert zu haben, konnten nur 5,6 Prozent aufstocken. Ebenso zurückhaltend sind die Baubetriebe bei der Erwartungshaltung der Entwicklung der Umsätze im nächsten Halbjahr. „In diesem Bereich gehen 22,4 Prozent der Befragten von steigenden und 27 Prozent von sinkenden Umsätzen aus. Der andauernde rückläufige Trend bei den Baubewilligungen bis 2011 (Wifo) dürfte die Stimmung in der Branche drücken", ist Helmut Rödl überzeugt.

 

Rückgang der Investitionen

„Sorgenkind der österreichischen Wirtschaft bleibt neben dem aktuell schwachen Arbeitsmarkt der Investitionsrückgang. Laut Wifo-Investitionstest kürzen aufgrund der sehr niedrigen Kapazitätsauslastung vor allem Sachgütererzeuger ihre Investitionspläne weiter. Das Wifo erwartet für 2010 einen Rückgang der Ausrüstungs- und Bauinvestitionen um jeweils ein Prozent", so Rödl. Laut aktueller Umfrage der Creditreform sinkt die Investitionsbereitschaft im österreichischen Mittelstand auf 45,6 Prozent. Auch im Bau wurden die Investitionsplanungen deutlich zurückgefahren. Allerdings fällt die Investitionsbereitschaft in diesem Bereich immerhin noch höher aus als im Gesamtdurchschnitt.

Insgesamt ist Rödl überzeugt: „Die Psychologie stimmt wieder, die Fakten werden folgen."

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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