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Harte Zeiten für Zement

03.06.2011

Die Zementindustrie verzeichnete im Jahr 2010 erneut einen deutlichen Einbruch. Dennoch scheinen die Prognosen für 2011 wieder Grund zur Hoffnung zu geben, und eine positive Entwicklung ist absehbar

Erneut verzeichnete die österreichische Zementindustrie 2010 einen Rückgang der Zementproduktion. Die aktuellen Zahlen zeigen die angespannte wirtschaftliche Situation deutlich auf. „Das Jahr 2010 war für die heimische Zementindustrie ein sehr schwieriges Jahr, wir verzeichneten einen Einbruch um acht Prozent", bringt es Rudolf Zrost, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (Vöz), auf den Punkt. Eine spürbare Erholung wird erst für 2012 prognostiziert.

 

Positive Entwicklung erst 2012

Nach dem Rekordjahr 2008 fielen die Zahlen in den folgenden zwei Jahren sehr dürftig aus. „Die größten Risiken liegen in Verteuerungen am Rohstoff- und Energiemarkt. Denn von diesen Preisentwicklungen sind wir stark betroffen", weiß Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vöz. Dennoch blicken die Experten sehr zuversichtlich in die nächste Zukunft und erhoffen sich für das Jahr 2011 zumindest einen Stopp des Abwärtstrends. Eine positive Entwicklungen wird aber erst für das Jahr 2012 erwartet. „Laut IHS und Wifo wächst die Wirtschaft 2011 wieder – wir sind zuversichtlich, dass aufgrund des steigenden Bedarfs an Wohnfläche auch der Wohn- und Gewerbebau wieder in Schwung kommt", erklärt Zrost und setzt damit auf eine rasche Umsetzung der öffentlichen Maßnahmen im Wohn- und Gewerbebau. „Der sich langsam abzeichnende Aufschwung der heimischen Wirtschaft würde der Zementindustrie jedenfalls guttun", ist Zrost überzeugt.

 

Schrumpfende Bauwirtschaft

Anders als die Industrie hat sich die österreichische Bauwirtschaft im vergangenen Jahr nicht vom Produktionseinbruch in der Krise erholt. Die heimischen Hoch- und Tiefbauunternehmen leiden nach wie vor unter der eingeschränkten Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand. Die Bautätigkeit für den öffentlichen Sektor ging im Jänner 2011 um 23 Prozent auf 184,9 Millionen Euro zurück, die Ausgaben für den Straßenbau halbierten sich sogar auf 21,6 Millionen Euro, jene für den Wohnungs- und Siedlungsbau um etwa ein Drittel auf 15,2 Millionen Euro. Auch die nahe Zukunft sieht für die Bauwirtschaft nicht rosig aus. Seit dem zweiten Quartal 2008 sind die Bauinvestitionen rückläufig, wenngleich sich der Rückgang neuerlich verlangsamt.

 

Meilensteine bei Forschung

Ungeachtet der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, ist die österreichische Zementindustrie weiterhin eifrig dabei, in Forschungsprojekte für den Klimaschutz zu investieren. Mit den Forschungsprojekten „Neue Zemente – Zement mit geringem CO2-Anfall bei der Herstellung" und „SCR – NOx-Minderung mittels Katalysatortechnologie" konnten 2010 bereits erste Meilensteine erzielt werden. Das Forschungsprojekt „Neue Zemente" soll 2012 fertiggestellt werden. „Klinkerarme Zemente eignen sich für die meisten Anwendungsgebiete und weisen eine wesentlich bessere Ökobilanz auf, denn je geringer der Klinker­anteil, desto stärker reduziert sich der CO2-Ausstoß wie auch die Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen, denn in puncto Energieeinsparungen seitens der Produktionsanlagen sehen wir kaum mehr erzielbare Möglichkeiten", erklärt Friembichler. Mit den neuen Zementen wird eine Klinkereinsparung bis zu zwölf Prozent möglich.

Ziel des SCR-Projekts ist es, die Emissionen von Stickoxiden aus der bei der Zementherstellung entstehenden Abluft deutlich zu senken. Zurzeit laufen entsprechende Aktivitäten in drei Zementwerken. Die beiden Pilotprojekte in Wopfing und Kirchdorf laufen noch bis Ende 2011. Im Februar 2012 wird der neue Katalysator im Werk Mannersdorf in Betrieb gehen.

Diana Danbauer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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