Direkt zum Inhalt

Haus der Bauwirtschaft

14.10.2004

Das neue „Haus der Bauwirtschaft“ in
Wien 4, Schaumburgergasse 20, präsentiert sich als hoch effizientes, flexibles Bürogebäude mit „state of the art“ – und als beispielhafte Symbiose zeitgeschichtlich differenter Architekturen. Das revitalisierte Gebäude wurde soeben eröffnet.

In unmittelbarer Nähe zum barocken Palais Schönburg errichtete der bekannte Stukkateur Anton Detoma 1898 in der Schaumburgergasse 20 ein Gründerzeit-Wohnhaus im Stile des Historismus. Das Haus wurde von der Wirtschaftskammer Österreich in den 1980er-Jahren erworben und zum Teil als Bürohaus genutzt. 2002 kaufte es die Bundesinnung Bau an und baute es nach den Plänen von Baumeister Hans-Peter Wildom zu einem modernen Bürogebäude um. Es beherbergt die Geschäftsstelle Bau, die BAUAkademie Österreich sowie weitere baunahe Verbände. Anfang November wird bereits ein Lehrgang universitären Charakters für „Porjektmanagement Bau“ starten.
Das neue „Haus der Bauwirtschaft“ ist ein fünfgeschoßiger Wohn- und Bürotrakt mit einer reich gegliederten Fassade auf einer Liegenschaft von ca. 423 m2. Das Souterrain ist über einen geschlossenen Stahl-Glas-Gang mit dem Bürogebäude der Wirtschaftskammer Österreich verbunden.
Die Projektleistungen umfassen u.a. die Adaptierung des Bestandsobjektes durch Installation neuer Nutzungen in den jeweiligen Geschoßen, Dachbodenausbau (zweigeschoßig) und Zubaukomponenten wie bei der Neugestaltung des Anbindungstunnels an die Wirtschaftskammer Österreich.
Die Aufschließung der jeweiligen Geschoße – Bestand und neu – grenzt die verschiedenen Nutzungen und Bereiche einerseits ab bzw. ermöglicht andererseits auch eine ganzheitliche Nutzung und Vernetzung. Auch kommen teilweise Glastrennwände bzw. im Dachgeschoß der Glaskubus gestalterisch zum Tragen. Mit dem neuen „Bauhaus“ stehen der Bundesinnung Bau und weiteren Mietern eindeutig abgrenzbare Arbeitsbereiche als auch flexibel gestaltbare „Nutzungszonen“ zur Verfügung.

Innenraumkonzept
Zielsetzung der Gesamtgestaltung war es, eine Symbiose aus authentischer Architektur wie zeitgemäßer, gleichermaßen nutzungsorientierter Architektursprache herzustellen. Die Grundintension – unter Beibehaltung der „Bestandsspuren“ des bestehenden Objektes –, raumauflösend wie farblich akzentuiert zu wirken, wird auch durch das vorgeschlagene Farb- und Materialkonzept getragen.
Die grundsätzlichen verwendeten Materialien: Glas, Stahl wie antipodisch Holz (partiell Stein) und das grundsätzlich gewählte Farbkonzept – hell, matt, freundlich – tragen diese Gestaltungsintension. Punktuell – quasi als Komplementärkontrast – wurden farbintensive Wand- wie Deckenbereiche geschaffen und diese als Beschichtungsflächen wie „Lichtwände“ gestaltet. Die verwendeten Grundfarbtöne sind Weiß, Matt, Hellgrau (interpretiert durch steinfarben bzw. affin beschichtete Oberflächen/Türkonstruktionen, betonte Konstruktionsmotive etc.) wie Ockerfarben (interpretiert durch Massivholz-Oberflächen).
Die Schaffung „weitläufiger“ Rauminstallationen (z. B. aufgelöste Raumdeterminanten durch Fassaden- wie Trenn- und Scheidewandausbildungen) war gleichermaßen Ziel wie die Schaffung „solitärgeborgener“ Einzelarbeitsbereiche wie einzelner Büroräume; die angestrebte „Durchlichtungseffizienz“ wird durch transparente bzw. transluzente Bürotrenn- wie Scheidewände und gleichermaßen durch zum Teil raumhohe H-Zargen-Konstruktionen unterstrichen. Eine eventuelle zusätzliche Durchlichtungskomponente ist auch durch punktuell ausgeführte Nur-Glas-Türkonstruktionen erweiterbar. Das gewählte Beleuchtungskonzept im Innenraumbereich ermöglicht durch tageslichtabhängige Steuerungselemente eine größtmögliche Lichtintensität wie gleichermaßen eine zusätzliche Betonung eines quasi nahtlosen Überganges zwischen Innen- und Außenbereichen. Im Kontext zu den Aufschließungs- und Arbeitsbereichen stehen die punktuell vorgesehenen Kommunkationsbereiche insofern konträr, als sie mit Sichtmauerwerksoberflächen die authentische Objektstruktur und demgemäß die Geschichte des Objektes als „Massiv“ ausweisen. Die Ausführung einer Stahl-Glas-Fassade mit Nur-Glas-Optik löst den Innen-Außenraum-Bezug auf und stellt einen wesentlichen Beitrag zur Wirkung des neuen „Bauhauses“.

Hansjörg Preims

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Recht
04.08.2020

Wann ist ein Kostenvoranschlag verbindlich, und welche Auswirkungen hat dies auf den Anspruch auf Mehrkosten? Ein Überblick.

Normen
04.08.2020

Die ÖNorm EN 13670 „Ausführung von Tragwerken aus Beton“ bleibt weiterhin aktuell und wird durch die Nationalen Festlegungen in der ÖNorm B 4704 ergänzt.

VÖB-Präsident Franz Josef Eder ist mit der aktuellen Entwicklung zufrieden, kritisiert aber, dass im aktuellen Plan der Bundesregierung kein Förderungen massiver Bauweisen vorsieht.
Aktuelles
04.08.2020

Die aktuell stabile Auftragslage lassen die Beton- und Fertigteilbranche positiv in die Zukunft blicken. Gleichzeitig fordert man eine gerechte Streuung der Fördermaßnahmen.

Aktuelles
27.07.2020

Die Zugriffszahlen der E-Baulehre in Wien haben sich von rund 1.100 Zertifizierungen im März auf rund 8.400 Zertifizierungen bis Anfang Juli knapp versiebenfacht. 

"Wir sind besonders stolz, dass wir trotz aller Corona-Widrigkeiten die Kapazitätserweiterung in Serbien plangemäß fertigstellen konnten", sagt Austrotherm-Geschäftsführer Klaus Haberfellner.
Aktuelles
23.07.2020

Austrotherm nahm dieser Tage in der südserbischen Großstadt Nis eine neue XPS-Produktionslinie in Betrieb.

Werbung