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Historische Gebäude richtig verputzen

28.08.2019

Die Neuauflage des Europäischen Standards EN 17187 „Erhaltung des kulturellen Erbes – ­Charakterisierung von in kulturellem Erbe verwendeten Mörteln“ liegt zur Stellungnahme auf.

In Österreich gibt es laut Bundesdenkmalamt 38.367 geschützte Denkmale. Der Begriff „Denkmal“ umfasst ein weites Spektrum, vom Barockstift über die Jugendstilvilla bis hin zum historischen Industriebau. Alte Bausubstanz hat kulturellen, aber auch

wirtschaftlichen Wert – einmal zerstört, ist sie nicht wiederherstellbar. Verputzte Oberflächen von Fassaden etwa wurden in den letzten Jahrzehnten nicht – wie in früheren Zeiten – mit traditionellen Materialien überputzt und getüncht, sondern radikal abgeschlagen und oder mit nichtkompatiblen Materialien beschichtet.

ÖNorm EN 17187 „Erhaltung des kulturellen Erbes – Charakterisierung von in kulturellem Erbe verwendeten Mörteln“ legt eine Vorgehensweise für die Charakterisierung von Mörteln fest, bei der die geeignetsten Analyseverfahren für Proben von Bauwerken und Objekten des kulturellen Erbes angewendet werden. Die Norm enthält Leitlinien für die Auswahl der Verfahren zur Bestimmung der mineralogischen, strukturellen, physikalischen, chemischen und mechanischen Eigenschaften von Mörteln, die in Bauwerken und Objekten des kulturellen Erbes verwendet wurden.

Die Charakterisierung von in kulturellem Erbe verwendeten Mörteln stellt einen wesentlichen Schritt für einen Konservierungsplan dar. In historischen Bauwerken wurden viele verschiedene Arten Mörtel verwendet (zum Beispiel hydraulische Mörtel, Luftmörtel, Puzzolan, Romanzement); daher ist wichtig, dass die Beschreibung der Mörteltypologie und die Mörtelcharakterisierung anhand einer konsistenten und einheitlichen Vorgehensweise erreicht werden.

Der Entwurf zur ÖNorm EN 17187 liegt bis 30. September 2019 zur Stellungnahme auf. Weitere Informationen beim Komitee 255 „Konservierung von beweglichem und unbeweglichem Kulturgut“. 

Die neuesten Entwicklungen der ÖNormen werden in Kooperation mit Austrian Standards präsentiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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