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Der heurige Sommer zählt bis einschließlich 31. Juli bereit 18 Hitzetage.

Hitzeregelung: Sommer der Rekorde

17.09.2019

Während Angestellte den Sommer in klimatisierten Büros verbringen, schuften Bauarbeiter in der prallen Sonne. Eine neue Regelung soll für Abkühlung sorgen.

Noch ist der Sommer hierzulande nicht ganz zu Ende, doch schon jetzt steht fest: Etliche Hitzerekorde sind gefallen, wie die Auswertung der 270 Wetterstationen der ZAMG belegt. Was die Betreiber von Freibädern, Eissalons und Kühlgeräten freut, wird für arbeitende Menschen, die nicht in Räumen mit Klimaanlage arbeiten, zur Belastung. Für Arbeiter am Bau gilt deshalb seit 1. Mai eine neue Sonderregelung: Wird es heißer als 32,5 Grad, gilt das wegen der besonderen Belastung durch die hohen Temperaturen als Schlechtwetter. 

„Die Hitze kostet Geld“

Die Schlechtwetterentschädigung liegt bei 60 Prozent des Ist-Lohnes. „Die neue Hitzeobergrenze von 32,5 Grad anstatt der bisher gültigen 35 Grad sehe ich grundsätzlich positiv. Für die Beurteilung, ob die Arbeitsbedingungen noch zumutbar sind, ist aber nach wie vor der Chef verantwortlich“, gibt ­Baumeister­ Martin Fuchs zu bedenken. „Wir versuchen deshalb im Gespräch mit unseren Arbeitern einzuschätzen, wann die Baustelle eingestellt werden soll. Denn in der Realität verzichtet kaum ein Arbeiter freiwillig auf 40 Prozent seines Lohnes.“ Eine Obergrenze gibt es nicht nur für die Temperatur, sondern auch für die Anzahl der Schlechtwetterstunden: Für die Sommerperiode von 1. Mai bis 31. Oktober dürfen es maximal 120 Stunden sein, wie die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) mitteilt. Bei der BUAK muss auch um die Rückerstattung der Schlechtwetterentschädigung vom Betrieb angesucht werden. „Es ist schon gut, dass die BUAK 60 Prozent des Lohnes übernimmt. Man darf aber nicht vergessen, dass mit dem Beitrag nur ein Teil der Kosten abgedeckt ist – die Fixkosten sind immer zu bezahlen, ob nun an der Baustelle gearbeitet wird oder nicht. Kurz und knapp: Hitze kostet den Betrieb Geld“, so Fuchs.

2019 deutlich mehr Hitzetage

Bisher kam die Schlechtwetterregelung ab 35 Grad unterschiedlich zur Anwendung. Im Jahr 2013 waren es nach Aufzeichnungen der BUAK 15 Tage, 2014 nur zwei Tage, 2015 dann 14 Tage, 2016 nur drei Tage und 2017 schließlich zehn Tage.
Ob „hitzefrei“ ab 35 Grad oder bereits ab 32,5 Grad gilt, macht einen deutlichen Unterschied, wie die ­Zahlen­ der BUAK zeigen. Waren es in der Sommer­periode 2018 insgesamt sieben Hitzetage, zählt der heurige Sommer bis einschließlich 31. Juli bereits 18 Tage, die aufgrund von Hitze als Schlechtwettertage eingestuft wurden (die Zahlen für den August waren zu Redaktionsschluss noch nicht ausgewertet). Betroffen hat dies in den Monaten Juni und Juli insgesamt 34.682 Arbeitnehmer und 4.689 Betriebe. Die berechnete Schlechwetterentschädigung für die BUAK belief sich auf 925.075 Euro. Im Vergleich dazu hatte die BUAK für die gesamte Sommerperiode 2018 Kosten in der Höhe von 89.352 Euro. Damals machten 502 Betriebe und 3.832 Arbeitnehmer davon Gebrauch.

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