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Pilzförmige Säulen als Träger eines riesigen Daches: Um die Finisharbeiten an der Stahlschalung durchzuführen, wählte man anstatt eines Gerüstes Arbeitsbühnen.

Hoch hinauf

03.10.2017

Arbeitsbühnen sind mitunter effizienter als Gerüste und bieten oftmals einfache Lösungen für komplexe Herausforderungen im Arbeitsalltag.

Die neue Lkw-Arbeitsbühne von Maltech mit 65 Metern Arbeitshöhe erreicht auch schwer zugängliche Stellen ganz einfach.
Drei Lenkarten, hydrostatischer Fahrantrieb, robuster Gesamtaufbau sowie sichere und komfortable Bedienung: Teleskoplader von Liebherr.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Zollstation an der A14 in der Nähe von Hörbranz errichtet die Baufirma Rhomberg derzeit eine neue Raststation. Sie soll nach Entwürfen des Vorarlberger Architekten Christian Lenz zu einem attraktiven Eintrittstor nach Vorarlberg werden. Wesentliches architektonisches Element der Raststation ist ein Betondach, das von pilzförmigen Säulen in neun Metern Höhe getragen wird und so fast über dem Areal zu schweben scheint. Das weithin sichtbare 3.800 Quadratmeter große Dach soll signalisieren, dass sich hier ein einladender Ort zum Rasten befindet. Zugleich wird es Lkw- und Pkw-Zapfsäulen sowie das Gebäude der Raststätte vor Regen, Schnee und Sonne schützen.

Effizient, zentimetergenau

Für das Bauunternehmen Rhomberg bedeutete der Bau der Säulen und des Daches eine logistische Herausforderung. „Angesichts der auskragenden Pilzsäulen war uns bewusst, dass ein Gerüst hier keine wirklich gute Lösung wäre“, erzählt Dietmar Oprießnig von Rhomberg. Deshalb wurde eine sehr elegante, aber nicht alltägliche Lösung gewählt, um in neun Metern Höhe die Finisharbeiten an der Hünnebeck-Stahlschalung und der Armierung auszuführen: Eine Mastbühne und eine Gelenkteleskoparbeitsbühne bringen die Monteure effizient, zentimetergenau und noch dazu bequem in die richtige Arbeitsposition. Ein großer Teil der Arbeiten ist bereits durchgeführt. Das Konzept mit den Hebebühnen hat sich bestens bewährt und mittlerweile auch frühere Skeptiker überzeugt.

Über diese Lösung hat sich das Vorarlberger Unternehmen Dornlift gefreut, von dem Mastbühne und Gelenkteleskop-Arbeitsbühnen gemietet wurden. Die elektrisch angetriebene Mastbühne hat eine Tragkraft von 230 Kilogramm und eine Arbeitshöhe von zehn Metern. „Die Maschine ist nur einen Meter breit, und das war auf dieser Baustelle notwendig, da sie immer wieder unter beengten Verhältnissen eingesetzt wird“, erzählt Firmenchefin Eveline Dorn. Die dieselgetriebenen Gelenkteleskop-Arbeitsbühnen haben eine Arbeitshöhe von 16 Metern, eine Tragkraft von 230 Kilogramm und eine seitliche Reichweite von zehn Metern.

Dornlift hat rund 120 Arbeitsbühnen im Mietpark. Sie werden im gesamten Bodenseeraum, also auch in der Schweiz und in Süddeutschland, vermietet. Der Verkauf von Arbeitsbühnen erfolgt in ganz Österreich und in Süddeutschland. Dazu gibt es technischen Service für die Maschinen. „Wir sind ein mittelständischer Familienbetrieb mit 22 Mitarbeitern“, berichtet Eveline Dorn. Die Unternehmerin führt die Firma gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Sohn des Firmengründers. Stolz ist das Ehepaar auf seine Mitarbeiter: „Es ist ein loyales und sehr qualifiziertes Team, das Herzstück des Unternehmens, das mit seinem Engagement wesentlich zum Erfolg beiträgt.“

Arbeiten, wo es keine Zufahrt gibt

Dass die zwei Arbeitsbühnen für die Raststättenbaustelle gemietet sind, ist kein Zufall. Die Baubranche setzt bei Arbeitsbühnen meist auf Miete. Zu den größten Anbietern am heimischen Markt gehört Maltech. Das Unternehmen hat fünf Niederlassungen in Österreich, eine in der Slowakei und drei in Ungarn. Der Mietpark umfasst etwa 1.500 Geräte und reicht von Lkw-Arbeitsbühnen bis zu Teleskop- und Gabelstaplern. Es handelt sich um durchwegs junge Maschinen, erzählt Philipp Czernecki, Technischer Leiter von Maltech. Und so soll es auch bleiben: „Für das nächste Jahr planen wir die Neuanschaffung von Geräten im Wert von rund 8,5 Millionen Euro.“

Eine der jüngsten und interessanten Maschinen bei Maltech ist eine Lkw-Arbeitsbühne mit 65 Metern Arbeitshöhe und einer Korblast von 580 Kilogramm. Der Korb ist mit Wasserhochdruckleitung, 400-Volt-Stromanschluss und beweglichen Scheinwerfern überkomplett ausgestattet. Außerdem sind mit dieser Maschine Arbeitseinsätze unter Flur möglich. Das ist nicht nur für Brückeninspektionen interessant. Der Korb lässt sich auch über Häuser heben und an der Rückseite absenken. Damit kann an Objekten gearbeitet werden, zu denen es keine direkte Zufahrt gibt.

Unter den Neuanschaffungen finden sich immer mehr Hybridmaschinen, berichtet Czernecki weiter: „Der Trend geht eindeutig in diese Richtung.“ Nicht nur bei Arbeiten in Innenräumen, sondern auch bei Einsätzen im innerstädtischen Bereich erweise sich der elektrische Antrieb immer öfter als Plus: „Da kann man nahezu lautlos arbeiten und hat keine Probleme mit Anrainern“, weiß Czernecki. Neu im Programm ist in diesem Bereich beispielsweise eine 22-Meter-Scherenbühne. Die Maschine kann mit Strom aus dem Netz betrieben werden, hat aber auch eigene Akkus, die sich mithilfe des Dieselmotors aufladen lassen, der natürlich auch direkt als Antrieb genutzt werden kann.

Das große Programm mit nicht nur von der Größe, sondern auch von der Technik her völlig unterschiedlichen Hebegeräten – Teleskopbühnen und Gelenkteleskopbühnen mit Rad- und Raupenantrieb, Anhänger- und Lkw-Bühnen und Scherenbühnen – ist notwendig, um für den jeweiligen Einsatzzweck die richtige Maschine anbieten zu können. Meistens wissen die Kunden, welche Arbeitsbühne sie benötigen. Die Vermieter bieten aber auch Beratung,und „wenn notwendig, sehen wir uns gern die Baustelle vor Ort an“, berichtet Eveline Dorn. Dadurch ist gewährleistet, dass der Kunde die für den Einsatz richtige Maschine bekommt, was auch zur Sicherheit beiträgt.

Eine spezielle Form von Hebegeräten, die mit den klassischen Arbeitsbühnen nicht direkt vergleichbar sind, fertigt der schwedische Konzern Alimak Hek. Diese Transportbühnen bestehen aus zwei Schienen, die am Rohbau fix verankert werden, und der eigentlichen Bühne, die wie ein Aufzug das Bauwerk entlangfährt. In ihr können neben Personen auch Paletten, große Platten, Teile von Baugerüsten und vieles andere transportiert werden. Die Nutzlasten reichen von 300 bis 2.000 Kilogramm. Eine andere Lösung von Alimak Hek sind mastgeführte Kletterbühnen, die das Unternehmen als wirtschaftliche Lösung für Bauprojekte propagiert, die für Baugerüste zu hoch oder zu komplex sind. Große Plattformen mit einer Länge von mehr als 35 Metern und Nutzlasten bis zu 7,5 Tonnen sind bei dieser Lösung möglich.

Vielseitige Alternative

Vielseitiger als Bühnen sind für Hebearbeiten Teleskoplader einsetzbar. JCB ist einer der wichtigen Hersteller auf diesem Gebiet und bietet eine breite Palette. „Unser kleinstes Gerät hat eine Tragkraft von 1,5 Tonnen und eine Reichweite von vier Metern, der größte Teleskoplader schafft vier Tonnen auf bis zu 20 Metern“, erläutert Stefan Schöndorfer, Serviceleiter bei Terra. Der Arbeitskorb, in dem Personen gehoben werden, ist nur eine Ausrüstung der Maschine. Damit funktioniert der JCB-Teleskoplader ähnlich wie eine Arbeitsbühne. Er wird von der Bühne aus gesteuert, kann aber im Gegensatz zu einer echten Arbeitsbühnen in dieser Betriebsweise nicht selbst fahren.

Neben dem Korb lassen sich mit dieser vielseitigen Maschine zahlreiche andere Anbaugeräte nutzen wie Staplergabel, Ladeschaufel oder Seilwinde. Mit einem hydraulischen Schnellwechsler können die Geräte innerhalb von Minuten von der Kabine aus getauscht werden. Wenn es sein muss, sind die Teleskoplader flott unterwegs – ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 40 Stundenkilometern. Schöndorfer weist noch auf einen weiteren Vorteil der JCB-Maschinen hin: „Durch die extrem massive Bauweise lassen sie sich dauerhaft und vollwertig für den Ladebetrieb nutzen.“

Sicherheit und Leistung

Mit drei Teleskoplader-Modellen mit je sieben Metern Hubhöhe und Traglasten von 3,2 bis 4,1 Tonnen ist Liebherr am Markt. Sie bieten den für Liebherr-Maschinen typischen stufenlosen hydrostatischen Fahrantrieb. Wahlweise sind sie mit einem Deutz-Baumaschinenmotor mit 74 kW / 101 PS oder für höheren Zugkraftbedarf mit 90 kW / 122 PS ausgestattet. Die Lader verfügen über drei verschiedene Lenkarten (Vorderrad- und Allradlenkung sowie Hundegang), die direkt gewählt werden können. Sicherheit ist auch hier ein wichtiges Thema: Die serienmäßige Lastmoment-Begrenzung reguliert die Geschwindigkeit der Arbeitshydraulik automatisch und ermöglicht so eine sichere Annäherung an die maximale Nennlast. Bei Überlast werden jene Funktionen, die zum Kippen der Maschine führen würden, gesperrt. Es sind dann lediglich Bewegungen zurück in den sicheren Arbeitsbereich möglich. 

Autor/in:
Wolfgang Pozsogar
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