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Immobilien-Markt in Bewegung

05.03.2010

Die schlechte Wirtschaftslage schwemmt privates Kapital in den Markt, sichtet die Raiffeisen Immobilien Vermittlung als Chance. Immobilien als Anlage und Altersvorsorge sind gefragt – wenn der Standort stimmt.

Die Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung, Peter Weinberger und Christoph Petermann, können nicht klagen. „2009 sind überdurchschnittliche Preise gezahlt worden. Viele Private investieren wegen der Krise in Immobilien“, zieht Petermann eine positive Bilanz. In Raiffeisen-Zahlen ausgedrückt: Mit 2,7 Millionen Euro konnte ein Umsatz-Plus von 23 Prozent verbucht werden. Und: Auch für heuer kündigt das Duo die „Stunde der Verkäufer“ an. Allerdings nicht für alle Regionen.

Beliebt sind derzeit besonders in Wien neben den klassischen, steuerlich begünstigten Vorsorgewohnungen auch etwas größere Eigentumswohnungen in attraktiver Lage. Viele Anleger sorgen mit solchen Wohnungen vor, bis zum Ruhestand werden sie lukrativ vermietet. Und selbst mit Zinshäusern beschäftigt sich so mancher finanzkräftiger Privatinvestor. Ganz traurig sieht der Markt jedoch im Gewerbe- und Bürobereich aus, weiß Petermann: „Momentan ist dieser Bereich fast gestorben. Internationale Investoren zeigen Zurückhaltung. 2010 ist hierbei schwer einschätzbar“.

Prognose Ostösterreich 2010
Im Detail geben Weinberger und Petermann die Prognosen 2010 für Ostöster­reich aus. Gefragt sind in Wien vor allem Eigentumswohnungen in den Bezirken 2 bis 9, aber auch in klassischen Lagen im 13., 14., 18. und 19. Bezirk. Die weiteren „Hot Spots“ in Wien: Der vierte Bezirk in Nähe des im Bau befindlichen Hauptbahnhofs und das Gelände des ehemaligen Nordwest-Bahnhofs im zweiten Bezirk. Aber generell gilt, so Petermann: „Die Grundpreise steigen weiter. Das ist so gut wie überall bemerkbar.“

In Niederösterreich boomt weiter der Nordwest-Rand Wiens. Besonders das Weinviertel steht aktuell für Sicherheit. Eine Preisfrage gegenüber den teureren Gemeinden südlich der Bundeshauptstadt. Aber, ergänzt Weinberger mit Blick auf die Krise: „Die Leute haben Angst, sind sehr risikobewusst. Damit steigt auch die Nachfrage nach Miete.“ Günstige oder gar sanierungsbedürftige Immobilien sind hier besonders begehrt. Insbesondere steigt das Interesse an Mietkauf von Häusern – mit minimalem Risiko. Weinberger: „Verkäufer müssen umdenken: Wenn ein Objekt leer steht, sollte es eventuell besser vermietet werden.“

Bei Einfamilienhäusern erwarten die Experten Preissteigerungen von bis zu fünf Prozent in Klosterneuburg, Korneuburg, Tulln, Bruck/Leitha, Stockerau und Zwettl. Ähnliche Tendenzen sind bei unbebauten Gründen in Hollabrunn, Klosterneuburg, Korneuburg, Stockerau, Tulln und Wr. Neustadt zu erwarten. Weinbergers Fazit: „Das wirkliche Entwicklungsgebiet ist Korneuburg und Stockerau. Das südliche Weinviertel wird mit Sicherheit preislich steigen und wachsen.“ Der entscheidenste Trend: eine gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel.

Mau sieht es hingegen im Burgenland aus. „Die letzten Jahre gab es nicht viele Transaktionen. 2009 waren es zwar mehr, aber das betraf günstige Objekte und die Ballungszentren“, erklärt Weinberger. Teilweise seien die Objekte überteuert. Seegründe sind sehr gefragt, aber einfach nicht zu bekommen.

NÖ: Hohe Nachfrage 2010
Einfamilienhäuser:
Bruck/Leitha, Horn, Korneuburg, Krems-Stadt, Melk, Mistelbach, St. Pölten-Stadt, Tulln, Zwettl-Stadt, Stockerau, Guntramsdorf, Klosterneuburg, Purkersdorf
Unbebaute Grundstücke:
Korneuburg, Krems-Stadt, Mistelbach, Tulln, Wr. Neustadt-Stadt, Zwettl-Stadt, Stockerau, Klosterneuburg, Purkersdorf
Gewerbegrundstücke:
Schwechat

Helmut Melzer

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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