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Impulse gefordert

29.01.2010

Bei den 39. Vorarlberger Bautagen blickte die Branche unsicheren Zeiten entgegen. 52 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verschärfung der Situation, Innungsmeister Franz Drexel fordert Maßnahmen.

Keine rosigen Aussichten. Im Mittelpunkt der heurigen Vorarlberger Bautage standen natürlich die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven der heimischen Bauwirtschaft. Und da waren sich die Branchenvertreter, allen voran Landesinnungsmeister Franz Drexel, einig: Nach dem schwierigen Jahr 2009 wird sich die Lage 2010 in allen Baubereichen noch weiter verschlechtern. „Von den versprochenen Konjunkturpaketen ist bis heute für die Baumeisterbetriebe nichts zu spüren. Hier muss etwas unternommen werden“, appellierte Drexel in Richtung Politik.

Die Stimmung in der Vorarlberger Bauwirtschaft spricht Bände. In einer von der Innung durchgeführten Umfrage rechnen 52 Prozent der Bauunternehmen für 2010 mit einem weiteren Rückgang – ausgehend vom tiefen Niveau der vorangegangenen Jahre. Drexel: „Einzig das Bauhilfs- und Baunebengewerbe boomt – dank umfassender Sanierungsförderungen.“ Eine kürzlich von der Vorarlberger Bauinnung durchgeführte Recherche ergab, dass im Gewerbe- und Industriebau sowie im öffentlichen Hoch- und Tiefbau keine Bauvorhaben infolge besagter Konjunkturprogramme ausgeschrieben sind. Und auch im Wohnbau sind die Zahlen rückläufig. Die Baubranche habe ihre Kapazitäten bereits reduziert, Zeitguthaben sowie Leasing-Arbeiter abgebaut und beschäftigt so wenige Mitarbeiter wie noch nie zuvor – per Juli 2009 waren es in Vorarlberg 4.760. „Wenn uns jetzt die Krise zeitverzögert voll trifft, wird es bitter, weil alle Reserven aufgebraucht sind. Es gilt, die Konjunkturprogramme umzusetzen“, forderte Innungsmeister Drexel.

Land plant Konjunkturprogramm
Die alljährliche Podiumsdiskussion im Rahmen der Bautage brachte ein wenig Hoffnung: Landesrat Karlheinz Rüdisser, in Vorarlberg zuständig für Wohnbauförderung, Straßenbau, Raumplanung und Baurecht sowie Gemeindeentwicklung, über die Vorhaben der Landesregierung: „Wir planen derzeit ein Konjunkturprogramm, das folgende Bereiche beinhaltet: Ausbau der Infrastruktur, Forcierung der Althaussanierung, Investitionsanreize durch Wirtschaftsförderung, etwa im Bereich der Kleingewerbeförderung, Förderung des Einsatzes alternativer Energie, insbesondere Biomasse und Nahwärmeversorgungsanlagen.“ Ein weiterer Aspekt des geplanten Konjunkturprogramms sei die sogenannte Tourismusoffensive Vorarlberg. Der Tourismus hänge stark mit der Bauwirtschaft zusammen, erklärte Rüdisser: „Förderungen im Bereich der heimischen Tourismusbranche ziehen eine rege Bautätigkeit nach sich.“ Der Tourismus habe trotz Krise keineswegs schlecht abgeschnitten: So konnte der Vorarlberger Wintertourismus 2009 das zweitbeste Ergebnis überhaupt aufweisen.

Landesstatthalter Markus Wallner widmete sich dem Hochbau und berichtete über die geplanten Vorhaben des Landes: „Es war uns wichtig, dass wir auch 2010 das bisherige Hochbauvolumen von über 50 Millionen Euro halten können.“ Dieses Jahr investiere das Land insgesamt 51 Millionen Euro. Davon entfallen mehr als 34 Millionen Euro auf die Modernisierung und den Ausbau der Landesspitäler in Bludenz, Feldkirch und Hohenems. „Der Großteil davon geht wiederum in die Realisierung des Projekts Großküche am Landeskrankenhaus Feldkirch“, so Wallner. Weitere Projekte, in die das Land 2010 investiert: Bahnhofsneubauten in Rankweil, Lauterach und Hohenems, die Landessonderschule Mäder, das Landessportzentrum Dornbirn, das Vorarlberger Landesmuseum sowie zahlreiche Schutzbauprojekte im Bereich Wasserbau.

Nationalratsabgeordneter Karlheinz Kopf äußert sich über die bundesweite politische Situation folgendermaßen: „Die Verringerung des Budgetdefizits, welches bundesweit derzeit bei rund fünf Prozent liegt, wird künftig die größte Herausforderung sein. Und zwar auf allen drei Ebenen: Bund, Land und Gemeinden.“ Verschärfend kommt die bundesweite Situation der Bauwirtschaft hinzu, wie Manfred Katzenschlager, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Bau der Wirtschaftskammer Österreich, ausführte: So betrug der Bauproduktionswert österreichweit im Zeitraum Jänner bis September 2009 11,1 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 5,2 Prozent entspricht. Stark rückläufig waren unter anderem die Bewilligungszahlen im Bereich der Wohnbauförderung. Katzenschlager dazu: „2009 wurden lediglich rund 35.800 Anträge bewilligt, wobei der Bedarf zwischen 50.000 und 55.000 Einheiten jährlich liegt.“
( Redaktion: Helmut Melzer, Die Bauzeitung)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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