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Vorzeigeprojekt mit Steildach: Die Sanierung des Wohnhauses Mariahilferstraße 182 gewann heuer unter anderem den Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit.

Initiative Dachvisionen fokussiert Nachverdichtung

27.11.2019

Die Initiative Dachvisionen holt mit dem neuen „Steildach Award Austria" im kommenden Jahr sanierte Projekte vor den Vorhang. 

v.l. Reinhold Lindner (Sprecher Dachvisionen), Günther Trimmel (Trimmel Wall Architekten), Isabella Wall (Trimmel Wall Architekten), Michael Foisel (Präsident Dachvisionen und Vertriebsleiter Eternit Österreich)

Österreichs Bevölkerung wächst - vor allem im urbanen Raum ist die Nachfrage nach Wohnraum ungestillt. Für die Schaffung von mehr Wohnraum weiter in die Fläche zu gehen, ist angesichts des Umweltkonrtollberichts, den das Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus alle drei Jahre erstellt, kein Thema. Abhilfe können dagegen eine effiziente Raumplanung sowie strategisches Flächenmanagement schaffen. Und genau hier möchte die Plattform Dachvisionen ansetzen. „Das Steildach ist zum einen eine ausgereifte und traditionelle Lösung bei neu errichteten Einfamilienhäusern", sagt Dachvisionen Präsident Michael Foisel. „Aber es ist vor allem auch eine zukunftsorientierte Lösung für großvolumige Sanierungen. Hier schafft man Raum, der vorher entweder gar nicht vorhanden war oder aber nicht sinnvoll genutzt wurde."

Forderungen an die Politik

Das Architekturbüro Trimmel Wall Architekten befasst sich mit dem Thema Sanierung schon viele Jahre. Ihr Leistungsspektrum umfasst innovative Projekte in der Stadterneuerung und geförderte Sockelsanierungen mit Dachgeschoßausbauten. Mit dem Wiederaufbau und der Sanierung eines Gründerzeithauses im 15. Wiener Gemeindebezirk - Mariahilferstraße 182 - ging das Duo, bestehend aus Geschäftsführer Günther Trimmel und Gesellschafterin Isabella Wall, heuer als Gewinner des Staatspreises für Architektur und Nachhaltigkeit hervor. „Ein Abriss des Gründerzeithauses wäre der einfachere Weg gewesen. Doch gemeinsam mit den Eigentümern hatten wir die Chance zu zeigen, wie Gebäude aus dieser Epoche an unsere heutigen Standards angepasst werden können. Und zwar sowohl die Energieeffizienz betreffend als auch dne Wohnkomfort", erklärt Trimmel. Neben der wiederhergestellten Fassade besticht das Haus äußerlich durch den neuen Dachgeschoßausbau. Sieben Maisonetten fanden hier Platz. „Ein Steildach bietet natürlich vor allem in einem Bestandsgebäude den Vorteil, die Dachgeschoßfläche optimal auszunutzen." Laut Bauordnung verändert sich die Gebäudehöhe nicht, wenn auf das bestehende oberste Stockwerk ein Dach mit einer Neigung von 45 Grad aufgesetzt wird. Allerdings ginge es laut Trimmel noch besser: „Wenn wir im Bebauungsplan in der Höhe fünf statt der vorgegebenen viereinhalb Meter zur Verfügung hätten, ginge sich ohne großen Aufwand zwei Ebenen mit ausreichender Raumhöhe im Dachgeschoß aus." Er habe dafür auch schon einen konkreten Vorschlag: „Um das Dach nachträglich zu dämmen, durfte vor kurzem laut Wiener Bauordnung die Dachhöhe um bis zu 30 Zentimeter überschritten werden. Es wäre ökologisch sinnvoll, diese Regelung wieder einzuführen und diesen Wert ein wenig anzuheben." 

Generell zeigen sich die Architekten mit der Förderungspolitik in Wien zufrieden, trotzdem haben sie den Wunsch an die Politik, mit ihren Förderungen mehr klimarelevante Lenkungseffekte zu erreichen. „Was früher die Beletage war, ist heute das Dachgeschoß: Das schönst Stockwerk des Hauses. In den Rohdachböden der Gründerzeit kann hochwertiger Wohnraum geschaffen werden", so Trimmel. Rund 28.000 Gründerzeithäuser gibt es derzeit in Wien. Um der Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden, müssten laut Trimmel die Dachböden dieser alle ausgebaut werden.

Steildach Award Österreich

Um neben Förderungen zusätzliche Anreize für Sanierungswillige  zu schaffen, setzt die Plattform Dachvisionen ein Zeichen und startet mit dem „Steildach Award Österreich" ins kommende Jahr. „Baumeister, Planer und Auftraggeber  sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Die Ausschreibungsdetails und Fristen werden in Kürze bekanntgegeben. Ich freue mich sehr, unserer Initiative damit noch mehr Gewicht zu geben!", so Foisel.

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