Direkt zum Inhalt

Innerstädtische Metamorphose

31.01.2007

Die ehemalige Hauptanstalt der Steiermärkischen Sparkasse im Zentrum der Grazer Altstadt war bislang nicht unbedingt ein Bauwerk, das mit architektonischer Raffinesse aufwarten konnte. Vielmehr präsentierte sich die Mitte der 1970er-Jahre in Stahlskelettbauweise errichtete Bankzentrale als wenig ansehnlicher Vertreter der Kategorie Nutzbau.

Abseits des ästhetischen Änderungsbedarfs haben deutliche Mängel an der Gebäudehülle und eine daraus resultierende negative Energiebilanz die Verantwortlichen veranlasst, das Gebäude einer grundlegenden Neu- und Umgestaltung zu unterziehen. Der Planungsauftrag für die Fassadengestaltung und die Neuordnung des Sparkassenplatzes wurde dem Grazer Architektenbüro Szyszkowitz- Kowalski erteilt. Für die Neu- und Umgestaltung des Erdgeschoßes in ein repräsentatives, den aktuellen Nutzungsanforderungen entsprechendes Kundencenter wurde Martin Kiesel beauftragt.


Filigrane Glashaut

Durch eine vorgesetzte Glaslamellenkonstruktion wird das Erscheinungsbild des kubischen Baukörpers optisch aufgelockert, feingliedrig strukturiert und insgesamt unaufdringlich, dafür umso wirkungsvoller nobilitiert. Die Zentrale der Steiermärkischen Sparkasse erhält dadurch ein zeitgemäßes Kleid und wird darüber hinaus energetisch auf den letzten Stand der (Fassaden-) Technik gebracht. Durch die feingliedrige Konstruktion der vorgesetzten Glasfassade wird die von den Fensterbändern angedeutete horizontale Strukturierung der Gebäudehülle zusätzlich betont. Der markante und weitauskragende Eckbereich präsentiert sich durch eine raumhohe Verglasung in den Obergeschoßen optisch aufgelockert und formal aus der Gebäudehülle gelöst. Der Eckbereich wird durch einen großvolumigen als Litfaßsäule konzipierten und bis zur Decke des zweiten Obergeschoßes geführten Zylinder getragen. Mit einem weitauskragenden Bauteil ohne zusätzliche Stütze hätte die Ecksituation zweifelsohne spektakulärer inszeniert werden können. Die Säule ist jedoch tragendes Element des bestehenden Tragwerks und musste erhalten bleiben. Die Struktur der ursprünglichen Gebäudehülle wurde nicht nur durch die vorgesetzt Glaspaneelkonstruktion, sondern auch durch eine neue Zuordnung der einzelnen Fassadenabschnitte grundlegend abgeändert. So sind das Erdgeschoß und das erste Obergeschoß zu einem Gebäudesockel zusammengefasst, wobei Zweites leicht auskragt und formal aufgrund der Aluminiumvorsatzschale den Übergang zu den übrigen Obergeschoßen bildet.

Energetisch optimiert

Durch das vorgehängte Glaskleid erfährt der kubische Baukörper eine zweite dezente Abstufung. Im Zuge der energetischen Optimierungsmaßnahmen an der bestehenden Gebäudehülle wurde die Fassade bis auf die Tragstruktur zurückgebaut und die rund dreißig Jahre alte Aluminiumverkleidung durch aufgeschäumte Aluminium-Wärmedämmpaneele ersetzt. Zusätzlich wurden neue Fensterelemente eingebaut. Die besondere Herausforderung für Planer und Ausführende bestand dabei in der Vorgabe, den Tausch der Fensterelemente unter laufendem Bürobetrieb durchzuführen. Im Anschluss an die Montage der neuen Fassaden- und Fensterelemente erfolgte abschnittsweise der Ausbau der bestehenden Fensterstöcke. Durch diese Vorgehensweise war es möglich, den Bürobetrieb lediglich für wenige Stunden zu beeinträchtigen.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

VÖB-Präsident Franz Josef Eder ist mit der aktuellen Entwicklung zufrieden, kritisiert aber, dass im aktuellen Plan der Bundesregierung kein Förderungen massiver Bauweisen vorsieht.
Aktuelles
04.08.2020

Die aktuell stabile Auftragslage lassen die Beton- und Fertigteilbranche positiv in die Zukunft blicken. Gleichzeitig fordert man eine gerechte Streuung der Fördermaßnahmen.

Thomas Löckinger (r.) übernimmt mit 1.8.2020 die Baumarkt-Vertriebsleitung für die Baumit GmbH in Österreich. Er folgt Johann Holy (l.), der nach 21 Jahren als erfolgreicher Vertriebsleiter seinen wohlverdienten Ruhestand antritt.
Aktuelles
29.07.2020

Baumit hat eine neue Baumarkt-Vertriebsleitung Österreich. Wer auf Johann Holy folgt, lesen Sie hier.

Aktuelles
27.07.2020

Die Zugriffszahlen der E-Baulehre in Wien haben sich von rund 1.100 Zertifizierungen im März auf rund 8.400 Zertifizierungen bis Anfang Juli knapp versiebenfacht. 

Josef Muchitsch und Erwin Soravia haben eine gemeinsame Agenda, um Baugenehmigungen zu beschleunigen und Arbeitsplätze zu sichern.
Aktuelles
23.07.2020

Baugenehmigungen müssen dringend beschleunigt werden, sind sich die Gewerkschaft Bau-Holz und Österreichs Projektentwickler einig. Aktuell warten rund 25 Milliarden Euro warten darauf, auf ...

Aktuelles
29.07.2020
Werbung