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Intelligente Gebäude

11.02.2011

Die BauAkademie Salzburg bildet nicht nur Lehrlinge und Bauausführende aus, sondern forscht auch emsig. Das neueste Projekt behandelt den Beton als Energiespeicher – Zukunftschancen und -erfolg sind garantiert.

Das aktuellste Projekt der Zementindustrie beweist eine These: Ko­operationen stärken nach innen wie auch nach außen. Denn der gemeinsame Weg, weiteres Potenzial für Energieeffizienz in der Bauwirtschaft wie auch in den Köpfen der Bauherren zu etablieren, riecht förmlich nach Erfolg. Wenn auch, wie Eva Maria Habersatter-Lindner, Landesinnungsmeister-Stellvertreterin der Landesinnung Bau Salzburg, gesteht, die Idee, Beton als Energiespeicher zu verwenden, gar nicht neu ist: „Das gibt es bereits seit 20 Jahren, eine Vielzahl an Projekten wurden so geplant und gebaut. Wir wollen dieses System nun wieder forcieren und unterstützen gern die Initiative der Zementindustrie, die Idee zu erforschen und mit profunden Zahlen unterlegen zu können.“ Das Ziel ist, einfache Bemessungsregeln für die Dimensionierung von Gebäuden zu finden. Der Weg dorthin läuft über eine Untersuchung, die von Forschungschef Günter Graupner, BauAkademie Salzburg, geleitet wird, die ab März läuft. Dazu wird ein bauteilaktivierter Simulationsraum der „Energiespeicher Beton“, errichtet.

Rudolf Zrost, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Leube, zeigt sich von dem Projekt begeistert: „Mit der Idee ‚Energiespeicher Beton‘ aktivieren wir Bauteile – und ergänzen somit das Heizungssystem. Unsere gewonnenen Ergebnisse müssen beim Nutzer auf dem schnellsten Weg ankommen, damit Energiesparziele besser erreicht werden.“

Bauteilaktivierter Simulationsraum
Die neuesten Erkenntnisse und Forschungsergebnisse werden in unterschiedliche Lehr- und Ausbildungsangebote für die Bauwirtschaft sinnvoll und ergänzend integriert. Rohrspezialist Rehau, schon einige Jahre im Bereich der Bauteilaktivierung tätig, sowie Haustechnikexperten der BauAkademie bilden im ersten Schritt nach dem „Train the Trainer-Prinzip“ die Werkmeister der BauAkademie Salzburg und Lehrer von Berufsschulen aus. Maurerlehrlinge werden bereits seit Herbst 2010 im Rahmen der zwischenbetrieblichen Ausbildung im Teilgebiet „Schalen und Bewehren“ in die neue Technologie eingeführt, Schalungsbauer erhalten themenspezifisches Wissen an den Berufsschulen und Praxisvertiefung an der Bau Akademie. Auch Polieren und Baumeistern werden an der BauAkademie Salzburg einschlägige Module angeboten. Salzburg fungiert hier als Pilotstandort, nach einer Erprobungsphase sollen die Weiterbildungsmodule über die BauAkademie an allen acht Standorten in Österreich angeboten werden.

„Wir bauen keine zusätzlichen Unterrichtsstufen ein, sondern ergänzen vorhandene Ausbildungsinhalte“, erklärt Ronald Setznagel, Geschäftsführer der BauAkademie Salzburg. Auch bereits in der Praxis tätige Architekten und Planer sollen Nutznießer der neuen Initiative werden. Zrost ist davon überzeugt, dass der maßgebliche Erfolg eines Unternehmens von Ausbildung und Weiterbildung gesteuert wird. „Die Technologie der Bauteilaktivierung betrifft Planer und Ausführende in gleichem Maße, wir müssen integrativ vorgehen und wollen alle betroffenen Gewerke auf der planenden und auf der ausführenden Seite in die Umsetzung einbinden“, erläutert Setznagl.

Ende April starten die Bauarbeiten an der BauAkademie für den Simulationsraum – mit Juli soll das Forschungsprojekt starten. Der Energiespeicher-Beton-Simulationsraum ist bereits der dritte Bauteil an der BauAkademie Salzburg. 2009 wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts von Holzbauunternehmen zwei Simulationsräume – ein Holzmassiv- und ein Holzleichtbau – errichtet. „Bei dem Energiespeicher-Beton-Simulationsraum werden alle raumbildenden Flächen aus Beton bauteilaktiviert, wobei man jede einzelne Fläche individuell steuern kann, um alle unterschiedlichen Varianten, etwa Heizen mit dem Fußboden und Kühlen mit der Decke, zu simulieren.

Gemessen und beobachtet werden sollen darin Luft- und Oberflächentemperaturen, Luftfeuchte und der notwendige Heiz- und Kühlbedarf sowie die zeitlichen Abläufe der Temperaturänderungen“, erläutert Graupner. „Die Überprüfung theoretischer Rechenmodelle und die neuen Erfahrungen aus dem Praxisbetrieb werden wegweisend für den umfassenden Einsatz der Bauteilaktivierung in der Architektur sein“, ist Zrost überzeugt. Auch die Bundesinnung Bau begrüßt die Initiative und beteiligt sich an der Errichtung des Simulationsraums.

Gisela Gary

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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