Direkt zum Inhalt

Investitionen für die Zukunft

28.01.2011

Qualität, zeitgemäße Planung sowie Nachhaltigkeit und Funktionalität waren die Hauptkriterien des kürzlich verliehenen, fünften niederösterreichischen Baupreises. Gewonnen hat ein Wohnhaus in St. Pölten.

Bereits zum fünften Mal feierte die niederösterreichische Bauwirtschaft die Vergabe ihres alljährlichen Baupreises in der BauAkademie Schloss Haindorf. „Bauen ist Schaffung von Lebens(t)räumen. Bauen ist auch eine Investition in die Zukunft. Daher ist unser Streben nach Qualität eine wesentliche Triebfeder“, findet Landesinnungsmeister Robert Jägersberger passende Worte anlässlich der kürzlichen Prämierung. Und er unterstrich die Bedeutung der regionalen Baumeister, die über den ganzen Bauprozess hindurch begleiten – von der Beratung über die Planung bis hin zur schlüsselfertigen Ausführung.

Qualitativer Anspruch
Insgesamt 70 Projekte wurden für den NÖ-Baupreis 2010 eingereicht. Eine hochkarätig besetzte, neunköpfige Jury unter dem Vorsitz von Landesbaudirektor Peter Morwitzer wählte nach sechs Bewertungsgängen elf davon in die engere Auswahl. Nach einer Besichtigung der Projekte vor Ort fiel dann schlussendlich die Entscheidung zu vier Nominierungen, vier Anerkennungen und drei Sieger-Bauwerke. „Bestechend ist der qualitative Anspruch hoher Baukunst bei vielen der eingereichten Projekte, sodass beinahe jeder einen Preis verdient hätte“, stellt dazu Jurychef Morwitzer fest. Und Branchenchef Jägersberger umreißt die Auswahlkriterien: „Ausschlaggebend für die Vergabe der Preise sind die Qualität der technischen Ausführungsleistungen, die zeitgemäße Planung und Gestaltung, die ökologische und nachhaltige Bauweise und die Funktionalität beziehungsweise wirtschaftliche Nutzung.“ Und auch Landeshauptmann Erwin Pröll unterstützt den niederösterreichischen Baupreis, eine Kooperation des Landes und der Landesinnung. „Die Kriterien sind Garant dafür, dass sowohl Identität als auch der Wohlstand unseres Landes gewahrt bleibt.“

Präzision bis ins Detail
Im festlichen Rahmen im Foyer der NÖ-BauAkademie führte kein Geringerer als Moderator und Ex-Skiass Armin Assinger die versammelte Baubranche mit viel Schmäh durch das Programm, dessen Höhepunkt die Verleihung der Trophäen aus Wachauer Marmor samt Preis von 10.500 Euro für das Siegerprojekt darstellte. Für alle Anwesenden war es spannend, bis endlich das diesjährige Siegerprojekt, das Einfamilienhaus Maßinger in St. Pölten, auf der Bühne geehrt werden konnte. Der Jurykommentar zum Gebäude von Planer Modern Bauen und Bauunternehmen Alfred Trepka, beide aus Ober-Grafendorf: „Die bauliche Umsetzung beim Einfamilienhaus erfolgte in einer klaren, unaufdringlichen Formensprache und überzeugt durch Gestaltungswillen und präziser Ausführung bis ins letzte Detail. Die Barrierefreiheit des Wohngrundrisses wie auch ein zeitgemäßes Energiesystem zeichnen das überzeugende Raumkonzept zusätzlich aus.“

Nur einige der Besonderheiten des Bauwerkes: Der Grundriss des Wohngebäudes ist U-förmig um einen hofartigen Freiraum angeordnet und gliedert sich in einen Wohn-, Schlaf- und Nebenräumebereich. Die Oberlichten im Bereich des Hauptwohnraumes – bei bewusster größerer Raumhöhe – schaffen eine sonnenstandaktive Lichtführung.
Über den zweiten Platz dürfen sich die niederösterreichische Gemeinnützige Baugesellschaft NBG/Gebau-Niobau sowie Planer Maurer & Partner ZT aus Hollabrunn und das Bauunternehmen Sandler Bau aus Kilb freuen: „Die Wohnhausanlage in Stockerau überzeugt in ihrer Gesamtheit durch eine klare Formensprache. Ein sozial strukturierter Wohnungsmix, welcher die Bedürfnisse von Alter, Familiengröße und Leistbarkeit gleichzeitig bedient, wird durch Struktur und Größe wie auch Lage der Wohnungen gewährleistet. Sensible Gestaltung und optimale Funktionalität“, lautet hier der einhellige Juryspruch.

Ebenfalls aufs Baupreisstockerl geholt wurden die Verantwortlichen für die „Selbstbewusste Lösung und überzeugende Architektur“ der Apotheke und des Wohnhauses am Göttweiger in Furth samt Bauherrin Birgit Becker, die Planer von Purpur Architektur ZT aus Wien und das Baumanagement Maier aus Krems als bauausführendes Unternehmen. Die Kombination der beiden Funktionen ist für die Jury „eine funktional räumliche Komposition aus den Bedürfnissen einer Apotheke und jener der anliegenden Wohnung. Die traditionelle Architektursprache der bestehenden Siedlung wird durch den Baukörper aufgenommen und über die funktionale und formal begründete Zierschale des Dachgebildes fortgeschrieben. Bemerkenswert ist die besondere Offenheit des Gebäudes hin zum Kundeneingang wie auch die kompakte Verknüpfung von Lager und Laborbereich.“

Abseits der drei Topplatzierten wurden im Rahmen des niederösterreichischen Baupreises auch vier Anerkennungspreise vergeben. Einen derer erhielt das Einfamilienhaus der Familie Farcher in Hainfeld von Planer und Ausführenden Erich Moser, Lux und Sohn Baumeister aus Hainfeld. Ebenfalls bedacht wurde eine Wohnhausanlage der Gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgesellschaft „Schönere Zukunft“ von Planer SHS Architekten und der Strabag AG als Bauausführende. Für die Umsetzung des Theater- und Veranstaltungszentrum Litschau wurde die Gemeinde, W&K Architektur Weissenböck und Koppensteiner aus Zwettl sowie die Kuben Baugesellschaft geehrt. Für das neue Feuerwehrheus in Sitzenberg-Reidling standen die Gemeinde, HMA Mitterecker & Partner ZT aus Wien und Steiner Bau aus Heiligeneich auf dem Podium des NÖ-Baupreises.

Weitere ehrenvolle Nominierungen zum Baupreis 2010 erhielten vier weitere Projekte: der Landeskindergarten in Horn der Genossenschaft Waldviertel (Planer: Johann Haidl und Leyrer+Graf Baugesellschaft, beide aus Horn), das Pfarrgemeindezentrum Neu Guntramsdorf des Bauamts der Erzdiözese Wien (Runser/Prantl Architekten aus Wien und Baugesellschaft Lauggas, Himberg), die Adaptierung und Erweiterung der Volksschule Böheimkirchen der Marktgemeinde (Architekt Richard Zeitlhuber aus Herzogenburg und Hoch- und Tiefbau, Transportbeton Baustoffe Ing. Franz Kickinger aus Böheimkirchen) sowie der Landeskindergarten St. Valentin-Langenhart der Stadtgemeinde (Architektenbüro Scheuer+Pardametz ZT aus Linz und Wirlinger Bauunternehmen aus St. Valentin).

(Redaktion: Helmut Melzer)

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Auf gute Zusammenarbeit: Wilhelm Ohrfandl (l.) und Manfred Schroll.
Aktuelles
16.02.2016

Zwei niederösterreichische Bauunternehmen schließen sich zusammen und nutzen Synergien.

Auf der Tiroler Hausbau & Energie Messe präsentieren auf rund 16.000 Quadratmetern über 200 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen.
Aktuelles
20.01.2016

Ob Bauherr, Häuslbauer oder Fachbesucher: Die Tiroler Hausbau & Energie Messe Innsbruck ist von 05. bis 07. Februar 2016 der Treffpunkt, wenn es ums Planen, Bauen, Sanieren oder Energiesparen ...

Seit 1. Februar gilt in Niederösterreich eine neue Bauordnung.
Aktuelles
11.05.2015

Am 1. Februar ist die neue NÖ Bauordnung gemeinsam mit der NÖ Bautechnikverordnung 2014 und dem NÖ Raumordnungsgesetz 2014 in Kraft getreten.

News
11.12.2013

Teckentrup bietet im Bereich Türen und Tore Lösungen für alle Größen an. Nun will das Unternehmen mit einer Niederlassung seine Aktivitäten in Österreich verstärken.

News
04.09.2013

Die Übernahme der oberösterreichische Anlagenbauer Doubrava durch die SBM Mineral Processing GmbH wurde nun auch offiziell bestätigt. Dadurch gilt die Weiterführung der Doubrava-Betonsparte ...

Werbung