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Kampf gegen schwarze Schafe

15.06.2005

Selten genug findet eine so klare Einstimmigkeit zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter statt – in den Kampf gegen die Schattenwirtschaft, gegen Scheinfirmen, gegen Schwarzarbeit am Bau ziehen sie gemeinsam. Erfreulich und zugleich Erfolg versprechend wirkt dabei der Zusammenschluss von der Bundesinnung Bau, der Gewerkschaft Bau-Holz, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger wie auch dem Arbeitsmarktservice Österreich.
Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugewerbe und zugleich Obmann der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskassa, wettert schonungslos gegen die Schattenwirtschaft: „Wie Prof. Schneider von der Universität Linz erhob, betreffen von den 22,5 Milliarden Euro, die im Pfusch ,erwirtschaftet’ wurden, allein 8,6 Milliarden Euro den Bau. Diese Zahlen waren für uns vor einem halben Jahr Grund genug, dass wir die Initiative Bau fair starteten. Wir distanzieren uns ganz klar von der Schattenwirtschaft.“ Ganz und gar nicht zufrieden ist Lahofer mit dem seit März in Kraft getretenen Sozialbetrugsgesetz, er bezeichnet es als ein untaugliches Instrument. Eine wesentliche Forderung des Baugewerbes, nämlich die verpflichtende Anmeldung eines Arbeitnehmers vor Arbeitsantritt, wurde nicht erfüllt. Die Initiative Bau fair sieht dieses Versäumnis als fruchtbaren Boden für Betrüger am Bau. Johann Driemer, Gewerkschaft Bau-Holz und ebenso Obmann der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskassa: „Viele Arbeitnehmer wissen nach einigen Jahren oft gar nicht mehr, bei welchem Unternehmer sie arbeiten. Wir fordern die Anmeldung vor Arbeitsantritt. Das Sozialbetrugsgesetz ist doch nur ein zahnloser Tiger – es gibt keine Aufzeichnungspflicht für Unternehmer.“ Der administrative Aufwand würde sich für Bauunternehmer erhöhen – doch der Entfall der Sozialversicherungsbeiträge ist nicht leistbar. Driemer warnt davor, Opfer zu Tätern zu machen: „Jeder illegal Beschäftigte hat einen illegalen Beschäftiger. Und der ist es, der an der illegalen Konstellation verdient.“

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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