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Kampf gegen „Take, Make and Waste“-Ökonomie

12.06.2019

Das dänische Normungsinstitut DS hat einen Antrag beim Europäischen Komitee für Normung für die Gründung eines Komitees zum Thema „Kreislaufwirtschaft im Bausektor“ eingebracht.

Nachhaltiges Ressourcenmanagement wird im Bausektor immer wichtiger, dazu zählt auch der Rückbau eines Objekts. Vor allem das fachgerechte Recycling von Materialien und Produkten aus dem Rückbau von Gebäuden und anderen Bauwerken wie Straßen- und Brückenkonstruktionen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Leitprinzip ist, dass solche Materialien so nahe wie möglich an ihrer ursprünglichen Funktion und ihrem physischen Ort und so weit oben wie möglich in der Abfallhierarchie verwendet werden.

Nun hat das dänische Normungsinstitut DS einen Antrag beim Europäischen Komitee für Normung CEN für die Gründung eines Komitees zum Thema „Kreislaufwirtschaft im Bausektor“ eingebracht. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Standards zu entwickeln, um die Kreislaufwirtschaft in der Wertschöpfungskette des Bausektors zu fördern. Eine Kreislaufwirtschaft hält Produkte und Materialien zu jeder Zeit auf ihrem höchstmöglichen Nutzen und gewährleistet somit Ressourceneffizienz im Gegensatz zu einer linearen Ökonomie von „Take, Make and Waste“. Das vorliegende Arbeitsprogramm des neuen Komitees sieht vor, folgende Bereiche zu unterstützen: Begriffe und Rahmenbedingungen, Ressourcenkartierung von Gebäuden und Werken, selektiver Abbruch von Gebäuden und Werken, Methoden für Registrierung von Informationen und Standort von Materialien und Produkten in einem Gebäude zur Demontage, Abfallbewirtschaftung während des Bauprozesses und Methoden zur Qualitätssicherung, Prüfung und Klassifizierung von Recyclingmaterial. Ausgeschlossen vom Aufgabenbereich ist die Spezifizierung bestimmter Aspekte der Kreislaufwirtschaft, die bereits in bestehenden Technischen Komitees (TCs) enthalten sind, wie z. B. Öko-Design (unter CEN-CLC / JTC 10), Ökobilanz (unter CEN / TC 350) und gefährliche Stoffe in Bauprodukten (erfasst durch CEN / TC 351).

Auch in Österreich stößt der Antrag der Dänen bei der heimischen Bau- und Immobilienwirtschaft auf positive Resonanz. Austrian Standards hat als nationale Standardisierungsorganisation das Komitee 157 „Abfallwirtschaft“ aufgrund der Thematik und des vorgeschlagenen Arbeitsprogramms als potentielles Spiegelkomitee vorgesehen. Interessierte können sich gerne bei Austrian Standards über den laufenden Stand des Antrags informieren. Nähere Informationen und Kontakt zum Komitee unter:
https://committees.austrian-standards.at/detail/782

Die neuesten Entwicklungen der ÖNormen werden in Kooperation mit Austrian Standards präsentiert.

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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