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Karriere als Bauingenieur

23.09.2009

In Vorarlberg starten im Herbst die ersten 30 Teilnehmer am neuen Diplomstudiengang Bauingenieurwesen. Für die Landesinnung Bau ist das neue Studienangebot ein Meilenstein für die Vorarlberger Bauwirtschaft. Von Diana Danbauer

Im Herbst dieses Jahres startet in Vorarlberg ein neuer Hochschulstudiengang im Bereich Bauingenieurwesen. „Es gibt einen großen Bedarf an Bauingenieuren. Die Bauinnung ist schon seit geraumer Zeit bemüht, einen Studiengang auf akademischer Basis einzurichten, und wir sind sehr erfreut darüber, dass eine derartige Ausbildungsmöglichkeit nun endlich auch in Vorarlberg angeboten wird“, erläutert Thomas Peter, Geschäftsführer Bauinnung und Fachgruppe Immobilien in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Die ersten 30 Teilnehmer starten im Herbst und werden 2011 mit dem akademischen Titel „DI (FH)“ abschließen.
Initiatoren des Lehrgangs sind neben der BauAkademie Vorarlberg die HTL Rankweil, der Bildungsanbieter Ingenium Education und das Land Vorarlberg. Unterrichtet wird das Studienprogramm der HTWK Leipzig an der HTL Rankweil.

Chance für Bauwirtschaft
Franz Drexel, Innungsmeister der Bauinnung Vorarlberg weiß: „Das Ziel des FH-Studienganges ist es vor allem, Absolventen zu haben, die in Schlüsselpositionen in Unternehmen tätig sind. In erster Linie ist hier die Bauindustrie angesprochen, aber auch jedes größere Gewerbe kann davon profitieren. Nicht zuletzt in Bezug auf europaweite Auftragsvergaben, wo die Zuschläge entsprechend der Anzahl der Akademiker vergeben werden. Der Bedarf ist jedenfalls gegeben. Die Direktoren und Professoren, die diese Initiative gestartet haben, haben den nötigen Einblick, um Trends zu erkennen, und wissen, dass es hier Potenzial gibt.“

Seit geraumer Zeit ist die Landesinnung Bau Vorarlberg bemüht, einen derartigen Hochschulstudiengang im Bundesland zu positionieren. Grund dafür ist nicht zuletzt das Abwandern qualifizierter HTL-Absolventen. „Ein weiterer wichtiger Aspekt für uns war, dass wir sehr wohl beobachten, dass unsere HTL-Absolventen aus dem Land wegziehen und Ausbildungen in Inner­österreich machen und dann in den meisten Fällen aber auch dort bleiben. Hier gab es einen Nachholbedarf, den wir mit diesem neuen Studiengang abdecken wollen. Damit die guten Leute auch im Land bleiben“, so Franz Drexel. Auch Markus Wallner, Landesstatthalter, sieht eine Aufwertung des Ausbildungsangebots: „Durch diesen Studiengang wird die Vorarlberger Bauwirtschaft wesentlich gestärkt. Zudem sehen wir darin ein positives Signal in Richtung Arbeitsmarkt.“

Die Voraussetzung für die Zulassung zu dem Studiengang, dessen Bildungsträger Ingenium Education ist, ist der Abschluss einer Höheren Technischen Lehranstalt im Bauwesen sowie eine Ingenieursurkunde oder mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Praxiserfahrenen HTL-Absolventen können bis zu vier Semester angerechnet werden. „Der Vorteil an den FH-Absolventen für das ausführende Gewerbe ist der praxisorientierte Studiengang“, ist Drexel überzeugt. Günther Friedrich, Geschäftsführer von Ingenium Education betont: „Bauingenieure gestalten im Hoch-, Tief-, Verkehrs- und Wasserbau unsere Umwelt. Sie tragen daher maßgeblich zu ökonomisch und ökologisch verträglichen sowie nachhaltigen Lösungen bei. Insgesamt verlassen jährlich rund 350 Absolventen die von uns und unseren Partnern angebotenen Weiterqualifikationsprogramme.“ Vor allem das berufsbegleitende Konzept des FH-Diplomstudiums stößt von allen Seiten auf Begeisterung. Dadurch soll eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstehen. Auch die HTL Rankweil ist überzeugt von dem Programm. Gerhard Wimmer, Direktor der HTL: Diese Ausbildung ist nicht nur hochinteressant. Sie ist auch eine große Chance für heimische HTL-Absolventen, die in Vorarlberg bleiben wollen und sich hierzulande im Rahmen ihrer fachlichen Tätigkeit weiterbilden wollen.“

bau.info
Diplomstudiengang Bauingenieurwesen
Diplomstudium an der HTL Rankweil
Akademisches Programm der HTWK Leipzig
Abschluss: DI (FH)
Berufsbegleitend: sechs bis sieben Module pro Semester (jeweils Freitag und Samstag), Prüfungen am Ende des Semesters an der HTWK Leipzig, Diplomarbeit am Ende des letzten Semesters
Voraussetzungen: HTL-Matura und Ingenieurs­urkunde bzw. HTL-Matura und einjährige Berufserfahrung plus Zulassungsprüfung
Praxiserfahrene HTL-Absolventen bekommen bis zu vier Semester angerechnet – ­Studiumsdauer: zwei Jahre
Initiatoren: Ingenium Education, HTL Rankweil, BauAkademie Vorarlberg und Land Vorarlberg

Autor/in:
Redaktion Bauzeitung
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